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Musik, die durch gute und schwere Zeiten trägt

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Der Männergesangverein Diepholz und der „KlaviChor“ unter der Leitung von Monika Zilke traten bei dem Benefizkonzert gemeinsam auf.  - Fotos: Brauns-Bömermann
Der Männergesangverein Diepholz und der „KlaviChor“ unter der Leitung von Monika Zilke traten bei dem Benefizkonzert gemeinsam auf. © Brauns-Bömermann

Lemförde - Musik ist wie ein imaginärer fliegender Teppich: Sie trägt durch gute und schwierige Zeiten, lässt man sie an sich heran. Dabei ist es egal, welche Musikrichtung man bevorzugt. Treu der Idee des Gründers Klemens große Klönne, der vor 18 Jahren parallel zum ersten deutschen Hospiztag das Hospiz-Benefizkonzert in Lemförde initiiert hatte, erklang am Sonntagabend vor vollem Haus eine musikalische Vielfalt.

Zum 18. Hospiz-Benefizkonzert zugunsten des Ambulanten Hospizdienstes Lemförde hatte Monika Zilke in die katholische Kirche „Zu den heiligen Engeln“ eingeladen. Sie ist die musikalische Chefin und führt das Erbe von große Klönne fort. „Damit das Angebot im Hospizdienst so bleibt, wie es ist, bedarf es finanzieller Unterstützung“, fügte Nicole Otte, Koordinatorin des Ambulanten Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienstes Lemförde, ihren einleitenden Worten hinzu. Darum waren zusätzlich zum kleinen Eintrittspreis Spenden erbeten.

Vor dem Hintergrund des Mottos „Weil Du wichtig bist“ und des Kernsatzes der Gründerin der Hospizbewegung Cicely Saunders „Du zählst, weil Du du bist. Und Du wirst bis zum letzten Augenblick Deines Lebens eine Bedeutung haben“ bekam die Musik der sieben Formationen eine doppelte Bedeutung.

Das Spektrum schillerte vom auf „Candy farbener“ Gitarre begleiteten Monty-Python-Song „Always look on the bright side of life” mit dem Kleinen Popchor Wetschen und Ria Rehm bis zur fast schizophrenen Raserei im „Valse triste“ von Jean Sibelius, dargeboten vom Ensemble Gudrun Kröger, Ulrike, Matthias Stephani und Monika Zilke. Mit den Musiken erklangen gespiegelte Höhen und Täler des Lebens.

Die Diepholzerinnen Alica (links) und Janina Christen gaben eine Interpretation von Adeles „Daydreamer“ zum Besten.
Die Diepholzerinnen Alica (links) und Janina Christen gaben eine Interpretation von Adeles „Daydreamer“ zum Besten. © Brauns-Bömermann

Beruhigend dagegen wirkte „Lilium“, das Titelthema aus der Anime-Serie „Elfenlied“, vorgetragen von Kröger, Stephani und Zilke sowie die Interpretation der zwei Diepholzerinnen Alica und Janina Christen von Adeles „Daydreamer“ mit Gesang, Gitarre und Piano. Eine Mischung der Gefühle bot das Trio Karin Heinze, Barbara Gadow und Wiltrud Althoff-Stange mit ihrer Trisonate d-moll von Georg Philippe Telemann: Von kontemplativ bis zum quirligen Springtanz reichte das Spektrum der Sonate. „Nun seid Ihr dran“, bat Gudrun Kröger zum „Selbst ist das Publikum“-Kanon. „Dona nobis pacem“ funktionierte in drei Gruppen wunderbar.

Mit einer Mischung aus älter und jung ging es mit dem Männergesangverein Diepholz und dem Kinder- und Jugendlichenchor „KlaviChor“ von Monika Zilke weiter. Lustig bis positiv besetzte Texte hatten die Herren gewählt, aber mit „Ich glaube“, dem weisen Zukunftssong (1969) von Udo Jürgens eroberten die Vier- bis 80-Jährigen gemeinsam die Herzen der Besucher. Während der Darbietungen herrschte aufmerksame Stille, dazwischen tosender Applaus für die Musikgruppen, Chöre und Solisten.

Mit reiner Interpretation sollte es aber nicht getan sein: Ayham Fayad hatte ein Lied für seine im Publikum sitzenden Eltern komponiert und getextet. Zum Abschluss dann doch noch eine Interpretation: Gefühlvoll sang Fayad „Ich lass für dich das Licht an“ von Revolverheld. Tatsächlich war der Mond bereits fast aufgegangen, als das Konzert mit gleichnamigem Lied schloss und Zuhörer, Akteure und Mitarbeiter des Hospizdienstes sich auch für schwere Stunden gestärkt auf den Heimweg machten.

sbb

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