Mit Teekanne und Kirschkern-Teddy

Vier kreative Kunsthandwerkerinnen freuen sich schon auf die neue Saison in Hüde

Die liebevoll genähten Fantasie-Figuren von Angelika Lux haben das Zeug zum „Lieblings-Stück“.
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Die liebevoll genähten Fantasie-Figuren von Angelika Lux haben das Zeug zum „Lieblings-Stück“.

Hüde – Winterpausen-Stimmung herrscht neben der in Rot-Gelb-Gold gefärbten Platane am Atelier Landlust auf dem Ferienhof Hage.

Die grüne Tür in der großen Scheune öffnet zu Ostern im kommenden Jahr wieder und verspricht einen Augenschmaus an Kreativität. Für das, was dort an Kunsthandwerk gezeigt wird, sind die vier Damen Doris Winn-Kaschner (Sankt Hülfe), Angelika Lux, Jutta Drose und Bärbel Schröder (alle Diepholz) verantwortlich. „Wir öffnen nach der Regel „O bis O“, wie beim Reifenwechsel, ganz einfach zu merken“, erläutert Drose. Diese Regel steht für Ostern bis Ende Oktober und gerade sind die vier Damen mit ihren Schätzen über den Winter ausgezogen.

Bärbel Schröder ist das „Küken“ im Quartett, sie ist in diesem Jahr das erste Mal dabei, war 2019 aber bereits als Gastkünstlerin mit ihrer artifiziellen Art, Momente in Packband und mit Zeitungs- oder buntem Papier festzuhalten, dabei. Aus den Alltagsutensilien lässt sie eine Weihnachtkrippe, das „Stille Örtchen“, den „Surfer“ oder den „Bauernhof“ entstehen. Und wer einmal im Zirkus die Nummer mit dem stehenden Seil gesehen hat, versucht seitdem zu ergründen, wie ein Seil stehen kann. So erscheinen die kleinen Kunstwerke von Schröder, wie ehemals Wäsche gestärkt, stehen sie stramm, wie Objekt-Bilder für Kaminsims oder Anrichte.

Jutta Drose stellt seit 2015 in Hüde ihre handgemachten Teddys aus Plüsch und aktuell als Kirschkern-Kissen-Liebhab-Teddy aus. „Damit habe ich angefangen, als meine Tochter klein war“, erzählt sie zu ihrem Hobby. Volkshochschulkurse im Nähen verfeinerten das Talent und sie erinnert sich, in Syke einen Preis dafür bekommen zu haben. Zuhause wohnen bei ihr 60 bis 80 Teddybären, eine neue Idee sei, einen limitierten Jahrgangsteddy zu kreieren. „Sehr beliebt sind die Kirschkernteddys, die kuscheln warm.“ Die weißen Polarbären hätte sie genäht, als „Knut“ im Berliner Zoo geboren wurde. Da konnte sie nicht so schnell nähen, wie nachgefragt wurde.

Im Atelier bietet die Kunsthandwerkerin handgefertigten Schmuck für kleine Mädchen aus Glas-Wachs-Perlen mit Magnetverschluss und für Erwachsene an. „Als wir reisen durften, brachte ich gerne Steine aus Ägypten mit“, erinnert sich Drose, die mit Kollegin Doris Winn-Kaschner bereits über zehn Jahre in Pieper´s Scheune auf dem Brockumer Markt Ausstellerin ist. Einen Strick- und Häkelservice bietet Winn-Kaschner in Hüde im Atelier an, hält Modelle in Strick und bunter Masche vor und stellt auf Bestellung her. Sie ist seit Beginn in der Ateliergemeinschaft. Ein bisschen wehmütig schaut Drose auf diesen Sommer: „Eigentlich wäre dieses Jahr das Hofjubiläum gefeiert worden.“ Zum Hof gehören das Café Landlust, das Atelier, die Eventscheune und die Ferienwohnungen der Familie Hage. Alle vier Damen schreiben sich als Credo auf ihre Fahne: „Wir nehmen als Gastkünstler nur die, die selbst herstellten.“

Angelika Lux ist kein Gast mehr, erfüllt aber über Gebühr das Motto. Ihre liebevoll genähten Fantasie-Figuren mit überlangen Beinen, Flauschhaaren und lebensbejahenden Kleidchen bekleidet, haben das Zeug zum „Lieblings-Stück“, zum Kuschel-König oder wie die dicke Teekanne als Türstopper. Alice im Wunderland lässt bei Lux grüßen. Die Lieblings-„Stoffmenschen“ oder Tiere werden in der Ausstellung flankiert durch Patchwork-Decken, Taschen, Zuckertüten zur Einschulung und vieles mehr. Die Puppen von Lux sind im Tilda-Stil genäht, der hat seinen Ursprung in Schweden. Alle haben etwas gemeinsam: Sie sind schlicht, haben zwei Punkte als Augen, rosa Wangen und langen, schlanken Körper.

Wer jetzt also nicht mehr warten kann bis Ostern, dem verspricht Drose: „Das Café wird ab 10. Januar, wenn möglich, immer sonntags von 14 bis 18 Uhr öffnen. Wenn dann gutes Wetter vorherrscht, kann es sein, dass wir gegenüber auch da sind.“ Ansonsten hinterlässt die Sprecherin der Gruppe, Jutta Drose, gern ihre Rufnummer 05441/7968 für Rückfragen.

Alle vier Kunsthandwerkerinnen freuen sich schon auf Ostern. „Masken werden wir wohl noch lange tragen, da suchen wir schon den Hasenmotivstoff“, scherzt sie.

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