Lembrucher Rat segnet Bebauungsplan ab

Weg frei für 120-Millionen-Euro-Projekt Marissa Park am Dümmer

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So wie in dieser Computergrafik soll der Marissa-Park in Lembruch in spätestens drei Jahren aussehen. Die Grundsteinlegung für den ersten Bauabschnitt soll am 20. Juni erfolgen.

Lembruch - Von Melanie Russ. Gut sechs Jahre, nachdem die Wald und Welle GmbH das Gelände des ehemaligen Campingplatzes Schoddenhof gekauft und ihre Pläne für einen Ferienpark vorgestellt hat, hat der Rat der Gemeinde Lembruch am Montagabend den Weg für das 120-Millionen-Projekt am Dümmer frei gemacht.

Bei Gegenstimmen von Karsten Dittmer und Werner Gehrke-Dannhus votierte der Rat für die Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans. Es war die letzte einer ganzen Reihe planerischer Entscheidungen, die erforderlich waren, um das Projekt möglich zu machen. 

Unter anderem hatte der Landkreis Diepholz Änderungen am dortigen Landschaftsschutzgebiet vorgenommen und die Samtgemeinde Altes Amt Lemförde den Flächennutzungsplan angepasst. Jetzt ist der Landkreis Diepholz am Zug, der die Baugenehmigungen für die einzelnen Gebäude erteilen muss. Der erste Bauantrag des Investors liegt bereits vor.

Maximal 253 Ferienhäuser werden errichtet

Vor der Abstimmung erläuterte Matthias Desmarowitz von der Ingenieurplanung Wallenhorst die wesentlichen Festsetzungen des vorhabenbezogenen Bebauungsplans, die deutlich detaillierter sind als die eines „normalen“ Bebauungsplans. 

So ist dort explizit festgelegt, dass im Ferienpark maximal 253 Ferienhäuser und 36 Appartementhäuser mit 233 Wohnungen errichtet werden dürfen. Im seeseitigen Bereich sind die Größe von Strandbar mit Holzdeck über dem See, Liegeplattform (zehn Meter breit) und See-Sauna (maximal fünf Meter hoch) detailliert beschrieben.

Am See ist eine öffentlich zugängliche Plaza geplant, die Wirtschaftsgebäude befinden sich im westlichen Bereich an der B 51. Dort ist auch eine Fläche für eine mögliche künftige Gemeindeverbindungsstraße für Fahrradfahrer zwischen Lembruch und Hüde freigehalten. 

Die Wohngebäude werden überwiegend eingeschossig errichtet, rund um die Plaza und im südöstlichen Bereich zwei- und dreigeschossig. Der Ferienpark umfasst etwa 27 Hektar, von denen 18 Hektar bebaut werden sollen.

Kein finanzielles Risiko für die Gemeinde

Die Umsetzung des Bauprojekts – sowohl zeitlich als auch inhaltlich – ist in einem Durchführungsvertrag zwischen Investor und Gemeinde detailliert geregelt. Es sei alles abgesichert, für die Gemeinde bestehe kein finanzielles Risiko, betonte Bauamtsleiter Lars Mentrup.

Die Resonanz aus der Bevölkerung sei nach anfänglicher Skepsis inzwischen überwiegend positiv, berichtete Planer Desmarowitz. Bei Ratsherr Karsten Dittmer allerdings ist die Skepsis bis zum Schluss geblieben. 

Neben einigen Nachfragen zu Planungsdetails wie Zuwegung und Retention, die die Verwaltung – wenn auch nicht zu Dittmers Zufriedenheit – beantwortete, kritisierte er in einer Stellungnahme, dass nie hinterfragt worden sei, ob ein Projekt dieser Größe, architektonischen Gestaltung, Bebauungsdichte und Konzeption überhaupt in einen Ort wie Lembruch passe. 

500.000 Übernachtungen pro Jahr

Der Investor rechnet mit etwa 500.000 Übernachtungen pro Jahr. Weder Rat noch Verwaltung hätten die Einholung einer externen touristischen Meinung für notwendig erachtet, beklagte Dittmer. Bauamtsleiter Mentrup erinnert auf Nachfrage daran, dass der Investor der Politik eine Studie zur Machbarkeit und zum Einzugsbereich des Parks vorgestellt habe. 

Da es sich um ein Vorhaben privater Investoren handele, sei es nicht Aufgabe der Gemeinde, eine eigene Studie zu erstellen. Zudem liege die erfolgreiche Umsetzung des Projekts im Interesse des Investors, da er die gesamten Kosten für Planung und Vorarbeiten trage und daher bereits mit einer erheblichen Summe in Vorleistung gegangen sie.

Fertigstellung im Jahr 2021

Für ihn sei das Vorhaben „absolut unverständlich, eher fahrlässig“, erklärte Dittmer. Das ging Ratsherr Carsten-Conrad Bruns zu weit. Er unterbrach Dittmer, warf ihm vor, das Projekt schlechtreden zu wollen. Jedes Ratsmitglied habe in den vergangenen Jahren Gelegenheit gehabt, sich zu informieren und Kritik zu äußern.

Die Grundsteinlegung für den ersten Bauabschnitt plant die Wald und Welle GmbH am 20. Juni, wie der Investor gestern mitteilte. Die Fertigstellung der gesamten Anlage ist für 2021 vorgesehen.

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