Gemeindereferentin Marion Berenguer betreut drei katholische Pfarrgemeinden

„Manchmal ein Balanceakt“

Marion Berenguer betreut seit 2012 die Pfarreiengemeinschaft Bohmte-Hunteburg-Lemförde. Die Arbeit macht ihr Spaß, fordert aber auch viel Organisationstalent. J Foto: Bechtel

Lemförde/Bohmte/Hunteburg - Von Christa Bechtel. Marion Berenguer ist seit 2012 Gemeindereferentin in der Pfarreiengemeinschaft Bohmte – Hunteburg – Lemförde. Dort kommen tagtäglich etliche Arbeiten auf sie zu, sodass sie sich manchmal wie eine Managerin fühlt. Als Jugendliche war sie sich nicht ganz sicher, welchen Beruf sie wählen sollte.

„Ich habe immer zwischen den Bereichen, etwas mit Tieren oder mit Menschen zu machen, hin und her geschwankt. Deshalb hätte ich mir gut vorstellen können, Tierärztin zu werden. Aber richtig überzeugt hat mich das Berufsbild ‚Gemeindereferentin‘“, erzählt Marion Berenguer, die ihren Bezug zur Kirche als Jugendliche bekam. „Klassenkameraden hatten mich zu Gottesdiensten eingeladen, die für Konfirmanden vorbereitet wurden“, erinnert sie sich lächelnd an die damalige Jugendgruppe. „Das war eine Gruppe von Mitschülern, Nachbarskindern und Jugendlichen, die ich vorher so gar nicht wahrgenommen habe“, gesteht sie, dass sie der Auslöser waren: „Dass ich mich mit dem Thema ‚Glauben‘ und ‚Gott‘ näher auseinandergesetzt habe.“ Damals habe sie gespürt, dass es nicht nur darum gehe, etwas zu machen oder Aktionen durchzuführen, sondern es darum ging, „dass ich angesprochen bin. Das war für mich eine ganz neue Erfahrung, dass Gott wirklich für uns Menschen da ist, dass er mich auch anspricht. Das hat irgendwie Wurzeln geschlagen“, stellt die gebürtige Osnabrückerin dar, die in Bad Essen aufwuchs.

So begann Marion Berenguer nach ihrem Abitur in Paderborn an der Katholischen Fachhochschule – in Absprache mit dem Bistum Osnabrück – ihr theologisch-religionspädagogisches FH-Studium. Nach ihrem Studium folgten drei Jahre in einer Gemeinde. Im Anerkennungsjahr sei das eine begleitete Praktikantenstelle gewesen. „Das heißt, ich bin mit einer Gemeindereferentin durch die verschiedenen Aufgabenbereiche gegangen, habe sie begleitet und eigene Erfahrungen gesammelt. Bin aber zu 50 Prozent auch in der Domschule Osnabrück gewesen, wo ich Religionsunterricht gegeben habe“, schildert sie, wie eine Ausbildung zur Gemeindereferentin aussieht. Nach diesem Jahr folgte ihre zweijährige Assistenzzeit in der Pfarreiengemeinschaft Pius-St. Johann in Osnabrück. 2012 nahm sie ihre Tätigkeit als Gemeindereferentin in der Pfarreiengemeinschaft Bohmte-Lemförde auf. Etwa zwei Jahre später kam Hunteburg dazu.

Drei Kirchengemeinden! Ist das nicht manchmal ein ziemlicher Balanceakt, die anfallenden Arbeiten umzusetzen? „Es muss schon gut organisiert werden. Oft komme ich mir vor, wie ein Manager, der versucht, das alles zusammenzubringen. Ich lebe auch davon, mir kleinste Kleinigkeiten aufzuschreiben, damit ich nichts vergesse“, beschreibt die Mutter von drei Söhnen schmunzelnd. Obwohl im Laufe der Jahre eine gewisse Berufserfahrung hinzu gekommen sei, sodass sie manchem, was sich zeitlich mitunter sehr häufe, gelassener entgegen blicke.

In Bohmte ist Marion Berenguer im Bereich der Kommunionvorbereitung tätig. In den Osterferien kommt das katechetische Angebot „Kleine Kirche“ für Kinder hinzu. In Hunteburg ist sie für die liturgischen Kinder- und Familienangebote zuständig, übernimmt gemeinsam mit dem Kinderkirchenteam das Krippenspiel und kommt im Regenbogen Kindergarten zum Einsatz. „Dort mache ich mit den Kleinen Kirchenerkundigungen“, veranschaulicht die Pädagogin, die in Lemförde in der Kommunionvorbereitung sowie für die Sternsingeraktion aktiv ist.

Kommunion liegt besonders am Herzen

Besonders am Herzen liegt ihr die Kommunionvorbereitung. „Da haben wir uns viele Gedanken mit Blick auf die Situation der Familien der Kinder gemacht. Ich nehme schon wahr, dass viele Familien unter einem massiven Druck stehen. Gerne wohl mitmachen wollen, aber mitunter gar nicht wissen, woher sie die Zeit nehmen sollen“, geht Berenguer auf ein neues Konzept ein, das gemeinschaftlich erarbeitet wurde. „Es geht darum, dass die Kommunionvorbereitung etwas entzerrt und der Termindruck herausgenommen wird“, signalisiert sie.

Wie bekommt man es in der heutigen Zeit hin, dass Kirche sowohl für Kinder, als auch für Erwachsene interessant ist? Berenguer: „Ich bin überzeugt, dass das, was ich vermitteln möchte, nur dann gut rüberkommt, wenn ich auch selber dahinterstehe. Das heißt, für mich ist wichtig, dass die Kinder eine Idee davon bekommen, dass Gott für sie da ist und sie ihn in ihrem Leben spüren und erfahren können.“ Es gehe weniger darum, viel zu machen oder viele Aktionen zu planen, sondern: „Dass Gott in meinem Leben eine Rolle spielt. Das möchte ich den Eltern auch vermitteln.“ Deshalb denkt Marion Berenguer mit Blick auf die Zukunft an das Projekt „Kirche der Beteiligung“, das das Bistum Osnabrück gestartet hat.

„Das spiegelt für mich wider, dass es nicht um Kirche im Allgemeinen geht, sondern um die Menschen vor Ort, um die Gemeinschaft. Dass deutlich wird: wir zeigen das, was wir glauben. Also, dass der Glaube in das Leben der Menschen geholt und nicht als etwas wahrgenommen wird, was das Leben erschwert oder was noch dazukommt, wenn man an einer bestimmten Aktion teilnimmt. Sondern dass Glaube etwas ist, was guttut“, akzentuiert sie abschließend.

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