Litauische Folkloregruppe „Vite“ begeistert Zuhörer in der Region

Ostseestrand im Gepäck

+
Die litauische Folkloregruppe „Vite“ spielte kürzlich sowohl in Hüde (Foto) als auch in der Auburg in Wagenfeld.

Brauns-Bömermann - Von Simone. Schon Johann Wolfgang von Goethe sagte über die Litauer: „Sie sind in Schmerz gehüllt“. Darunter verstand er die lyrische Qualität und Innigkeit ihrer Volkslieder. Erneut in Deutschland, trat die litauische Folkloregruppe „Vite“ mehrfach in der Region auf.

Die „Landlust Kulturscheune“ in Hüde und die Auburg in Wagenfeld zählten unter anderem zu den Spielorten. Klangvolle Stimmen, seltene Instrumente, gemischt mit der Lesung literarischer Texte, all das bot der Abend in Hüde.

Fazit des Abends: Litauen ist kilometermäßig schon weit entfernt, liegt im Baltikum, ist umschlossen von Polen, Russland und Lettland, aber birgt ähnlich romantische Verklärung wie in Deutschland so geliebt. Vor dem Theater in der Hafenstadt Kleipeda, woher die studierten Musiker und Musikpädagogen der Gruppe stammen, steht der bekannte Simon-Dach-Brunnen mit der Bronze der vielbesungenen Pfarrerstochter, „Ännchen von Tharau“.

Und prompt befand sich das Publikum automatisch auf den Spuren deutscher Vergangenheit im ehemaligen Ostpreußen und Litauens wechselhafter Geschichte. Die Folkloregruppe „Vite“ verstand mit ihrer handgemachten, klangreichen Musik auf historischen Musikinstrumenten wie Kanklès (Saitenklinger und ältestes litauisches Instrument), Birbynen (Zungen-Aerophone, einfach bis klarinettenartig), Skuduciai (Pan- oder Feldpfeife) und der Skrabalai, einem Konstrukt aus antiken hölzernen Viehschellen, hölzerne Pferdchen, rote Bäcklein an weißen Gesichtchen und Hochzeitsbräuche zu kreieren.

Auf ein Wiedersehen in Hüde und Wagenfeld freuten sich die acht Musiker Sigitas, Ramonas, Ginteras, Mindaugas, Angele, Vilija, Jadwiga und die charmant auf Deutsch moderierende Alina. „Vite“ gastierte bereits vor zehn Jahren bei uns“, erinnerte sich Gastgeber Jürgen Hage. „Wir sind gerne wieder da“, die prompte Antwort von Alina, obwohl Litauer ihre Heimat mehr lieben als alles andere. „Litauen ist klein, aber es atmet“, „jeder Mensch hat seine Bestimmung, einen Ort, wo er hingehört, seine Heimat“ oder „Melodien haben Bestand, die lassen sich nicht von Regierungen verbieten.“ Aussagen, die nachdenklich stimmten.

Ob nun ein altes Arbeitslied auf dem Feld, arbeitende Mädel und Burschen, Sehnsucht, ein Volkswalzer mit Stampfstab und Glöckchen, ein fröhliches Zwiegespräch oder einfach die umgebende Natur – das sind nach überlieferten Weisen die Liedthemen. „Litauen, Du bist so klein, ...in unserer Liebe aber so groß, in unseren Augen bist Du das Land der Sonne“ – eine wunderbare Ode an das Land am Kurischen Haff.

Nichts von ihrer wechselvollen, aber nun fest definierten Heimat blieb gesanglich und verbal unerklärt. Kunstvoll beachtend brachte „Vite“ den weißen Ostseestrand, die Kurische Nehrung, nach Hüde. Über diese schrieb schon Wilhelm von Humboldt 1809 an seine Frau Caroline: „...so merkwürdig, dass man sie ebenso wie Spanien oder Italien gesehen haben muss, wenn einem nicht ein wunderbares Bild in der Seele fehlen soll.“

Mehr zum Thema:

Wie werde ich Bestatter/in?

Wie werde ich Bestatter/in?

Was moderne Brausen fürs Bad alles können

Was moderne Brausen fürs Bad alles können

CDU siegt bei Saar-Wahl - SPD profitiert nicht von Schulz

CDU siegt bei Saar-Wahl - SPD profitiert nicht von Schulz

Gewinner und Verlierer: Der Saarland-Wahltag in Bildern

Gewinner und Verlierer: Der Saarland-Wahltag in Bildern

Meistgelesene Artikel

Große Resonanz auf den Infotag der Kreismusikschule

Große Resonanz auf den Infotag der Kreismusikschule

Problem Brandschutz: Barrier Grundschule muss auf größten Raum verzichten

Problem Brandschutz: Barrier Grundschule muss auf größten Raum verzichten

„Best Place to Learn“: Lloyd Shoes setzt in der Ausbildung auf Teamarbeit

„Best Place to Learn“: Lloyd Shoes setzt in der Ausbildung auf Teamarbeit

Frühlingsmarkt lockt Besucher

Frühlingsmarkt lockt Besucher

Kommentare