Liedermacher Jürgen Werth konzertiert im Mutterhaus in Lemförde

Kleiner Urlaub für die Seele

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Er ist einer der bekanntesten christlichen Liedermacher: Jürgen Werth.

Lemförde - Von Christa Bechtel. Er ist einer der bekanntesten christlichen Liedermacher, aber auch Buchautor, war 40 Jahre für „e.r.f. junge welle“ als Chefredakteur und als Programmdirektor tätig. Am Samstagabend war er zum ersten Mal in Lemförde zu Gast – in der Kapelle des Diakonissen-Mutterhauses „Altvandsburg“: Jürgen Werth.

Er wurde 1951 in Lüdenscheid geboren und begann bereits im Alter von 14 Jahren, seine eigenen Lieder zu schreiben. Heute lebt er als freier Schriftsteller und Referent in Wetzlar. Von den gut 200 Besuchern waren etliche von weither nach Lemförde gereist, um Jürgen Werth live zu hören und zu sehen. „Wir freuen uns sehr, dass Sie erstmals in Lemförde sind. Das wurde auch Zeit“, meinte Oberin Schwester Heidemarie Jäckel schmunzelnd während ihrer Begrüßung. Und: „Da wir in unserer Buchhandlung auch Ihre Bücher verkaufen, finde ich es besonders toll, Sie persönlich kennenzulernen“, hob die Oberin hervor, die Werth die Frage „Wo liegt der Schwerpunkt Ihres Alltags?“ stellte. „Das sind viele Schwerpünktchen. Weil – ich bin so einer, dem schnell mal etwas langweilig wird. Dann muss es etwas Neues geben. So kann ich mal das Eine, mal das Andere machen – das ist mein Schwerpunkt.“ Diese Antwort sorgte sogleich für herzliches Lachen im Publikum.

Durch sein Navi sei er über viele Sträßchen gekommen, „sodass ich dachte: Hier wohnt ja gar keiner. Dass dann so viele gekommen sind…, wo immer ihr herkommt“, staunte Jürgen Werth, der den vielen Besuchern wünschte: „Dass dieser Abend ein kleiner Urlaub für die Seele wird. Denn solche kleinen Urlaube haben wir, glaube ich, bitter nötig“, sagte der Liedermacher, griff zu seiner Gitarre und sang mit seiner berührend, lebendig-sanften, aber auch markanten Stimme: „Ein kleiner Urlaub für die Seele“. Ein Text, der sofort zum Zuhören zwang, viele auch sogleich zum Mitsingen animierte. Schließlich kennen seine Fans Werths Lieder auswendig! Der verstand es, durch Charme, Herzblut, Intensität und seiner unverwechselbaren Aura seine Zuhörerschaft sofort in seinen Bann zu ziehen.

Jemand Kluges habe mal gesagt: Wir bekommen heute an einem einzigen Tag so viele Informationen, wie die Menschen im Mittelalter in ihrem ganzen Leben, erklärte der Liedermacher, der mit seinen zahlreichen Geschichten von „Gott und der Welt“ zwischendurch anrührte, aber auch für Schmunzeln und spontanes Lachen sorgte. Er las aber auch Passagen aus seinem Buch „Mehr Anfang war selten“. Da Werth seit dem vergangenen Jahr Ruheständler ist, hat er dort festgehalten, was ihm Kopf, Herz und Seele diktiert haben. Herausgekommen ist das Tagebuch einer emotionalen Achterbahnfahrt eines Abschieds und eines Neubeginns. Als der Autor ein sehr persönliches Kapitel aus seinem Buch „Danken tut gut“ las, sorgte dies für Betroffenheit, aber auch zur Erkenntnis, dass Gott unendlich barmherzig und freundlich ist. Was folgte war das wunderschöne Lied „So ist Versöhnung“.

Sein bekanntestes Lied ist sicher „Du bist du (Vergiss es nie)“, eine Übertragung des englischen Liedes „I got you“ von Paul Janz, das während des Konzertes keinesfalls fehlen durfte und in das er sogar Lokalkolorit mit „Niemand sieht Lemförde ganz genau wie Du“ ,einbaute‘. Der gebürtige Lüdenscheider hat aber auch ein Herz für Flüchtlinge, „engelt“ für andere Menschen. Sein Lied „Du bist ein Engel“ widmete er „den Engeln in Schwarz und Weiß in diesem Haus.“ Er möchte aber auch gute Spuren im Leben von anderen Menschen hinterlassen. Schon folgte sein neuestes Lied „Und dann kann er immer weniger“, das zu Tränen rührte. Jürgen Werths Lieder machen Mut – Mut zum Leben, zum Träumen und zum Glauben, geben aber auch Zuversicht. Das erfuhren die großen und kleinen Besucher während seines Konzerts in Lemförde, das mit „Luthers Abendsegen“ im Sechsachtel-Takt endete.

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