„Liederfee“ Felicitas Badenius verzauberte Publikum im Lemförder Amtshof

Mal feinfühlig, mal kräftig

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Die „Liederfee“ Felicitas Badenius gastierte mit ihren „Musikjungs“ Johannes Still (v.l.), Philipp Klahn und Jochen Reichert im Lemförder Rittersaal.

Lemförde - Von Christa Bechtel. „Ich bin Traumtänzerin, Teetrinkerin, Abwinkerin, Verliererin, Langschläferin, Verschwenderin, Waldorf-Lehrerin….“. Diese wunderschöne Ballade mit dem Titel „Du liebst mich trotz allem“ sang am Mittwochabend im Lemförder Rittersaal während ihres Konzerts die Liederfee Felicitas Badenius. Ein Fünkchen Wahrheit war dabei: Badenius ist tatsächlich Waldorf-Lehrerin.

Auf Einladung von „KulturBunt“ gastierte sie dort mit ihren „Musikjungs“ vor einem weit über 100-köpfigen Publikum. Die Liederfee stammt aus Lübeck lebt aber seit 2006 in Witten im Ruhrgebiet. Ihre Gitarre bekam sie zu Weihnachten 2004. Seitdem singt, spielt und komponiert sie deutschsprachige Chansons und Lieder, mit jeder Menge Fantasie und Liebe zum Leben mit all seinen großen und kleinen Besonderheiten. Einen Namen hat sich das Ausnahmetalent mit Auftritten auf namhaften (Kabarett-)Bühnen und im Fernsehen gemacht, gekrönt von zahlreichen Preisen.

Ihr guter Ruf war der Liedermacherin offensichtlich vorausgeeilt, denn die Besucher kamen aus Osnabrück, Rheine, Minden, Rahden oder Herford, dem Altkreis Wittlage, dem Landkreis Diepholz und sogar aus Nordschweden. Woher bekommt sie für ihre originellen außergewöhnlichen Texte, die sie mit entsprechenden Gitarrenharmonien verbindet, die Inspirationen? „Meistens kommen mir Ideen, wenn ich unterwegs bin. Oder Zeit habe, zum Beispiel auf langen Autofahrten, nachzudenken. Aber ich beobachte auch gerne, ich glaube, relativ genau. Mir fallen auch Sachen auf, die andere Leute übersehen; das sind dann gute Aufhänger für eine Idee“, erklärte die „Fee“ im Gespräch mit unserer Zeitung. Sie hat inzwischen fast 100 Stücke geschrieben. Lieder, die sie beispielsweise vor zehn Jahren komponierte, verändert sie schon mal.

„Die passe ich an meine heutige Sicht an“, verdeutlichte die Sängerin, die jedoch bekannte: „Ich bin keine große, virtuose Gitarristin, sondern die Gitarre ordnet sich immer dem Text und der Melodie unter. Meine drei Begleiter sind studierte Musiker und bereichern die Stücke, indem sie ihre Ideen mit einbringen.“

„Das habe ich irgendwann mal in einer Nachricht geschrieben, dass die ‚Musikjungs‘ alle in einem Zimmer schlafen“, erzählte Felicitas Badenius den Besuchern, wie diese Bezeichnung entstanden war. Aber: „Die haben auch Namen“, stellte sie Kontrabassist Jochen Reichert, Akkordeonist und Pianist Johannes Still und Percussionist Philipp Klahn aus Essen vor. Mit Witz und Pfiff übernahm sie auch die Moderation, gab dabei einiges von sich preis. Ehrlich? Wer weiß…

Musikalische Hommage

an die Wahlheimat

Mal feinfühlig, mal kräftig bestach die Liederfee in den nächsten zwei Stunden mit ihrer faszinierend-außergewöhnlichen Stimme und einer hohen Bühnenpräsenz. Mit „Witten“ hat sie ihrer Wahlheimat ein musikalisches Denkmal gesetzt. „Ich bin ein Schmetterling“ ist ein Song, der gleichermaßen zum Schmunzeln, aber auch zum Nachdenken anregt. „Meine Lieder beruhen auf wahren Begebenheiten, sind aber teilweise auch komplett erlogen.“ Auf dieses Bekenntnis folgte „Ich bin keine gute Freundin“. Und: „Man wird ja Lehrerin, weil man gerne Kind bleiben möchte“. Passend dazu schrieb sie „Kind in mir“. Mit „Körperformen“ frönt die Liedermacherin gekonnt dem Abnehmwahn, gibt sogar noch Diät-Tipps. „Ich mache ‚FDH‘, koche einfach das Doppelte.“ Fragil widmet sie sich den Flüchtlingen mit „Durchreise“.

Mal bluesig, mal jazzig oder auch „balladig“ bis meditativ: Felicitas Badenius Texte, die auch mal eine gehörige Portion Ironie oder schwarzen Humor beinhalten, aber auch so manche Situation wiedergeben, die man selbst vielleicht schon erlebt hat, zwingen zum Zuhören. Dabei gibt sie ihren Musikern, die sie kongenial begleiten, immer wieder Freiraum für Improvisationen, sodass zum Beispiel Johannes Still einen spontanen Zwischenapplaus erntete. Am Ende gab es nur noch stürmischen Applaus, „Was übrig bleibt“ gab es als Zugabe. Und wer noch mehr von der „Liederfee“ hören wollte, nahm ihre zweite CD „Feelosophie“ mit nach Hause…

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