Lemfördes scheidender Samtgemeindebürgermeister im Interview

Ewald Spreen: „Ich bin dankbar für die schöne Zeit“

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Wird heute letztmalig in seinem Büro im Obergeschoss des Rathauses an der Bahnhofstraße im Dienst sein: Noch-Samtgemeindebürgermeister Ewald Spreen.

Lemförde - Von Heinrich Klöker. Heute endet die Amtszeit des ersten gewählten Samtgemeindebürgermeisters der Samtgemeinde „Altes Amt Lemförde“, Ewald Spreen. Der 56-Jährige, der sich nicht für eine weitere Wahlperiode zur Verfügung stellte, wird seinen nächsten Lebensabschnitt auf der Insel Fehmarn verbringen.

Im Interview mit dieser Zeitung zieht Spreen Bilanz seiner Tätigkeit, schaut auf sein Wirken in Lemförde zurück und wagt einen Blick in die Zukunft.

Herr Spreen, nach etwas mehr als sechs Jahren als Samtgemeindedirektor und weiteren 13 Jahren als Samtgemeindebürgermeister verlassen Sie nach Ablauf ihrer Amtszeit die Samtgemeinde „Altes Amt Lemförde“. Was werden Sie am meisten vermissen?

Ewald Spreen: „Die vielen guten Gespräche und Kontakte, die man aufgebaut hat. Da kommt schon Wehmut auf. Die Freude auf neue Herausforderungen ist aber genauso groß wie die Tränen des Abschieds. Ich bin dankbar für die schöne Zeit. Meine Familie und ich haben uns hier privat und beruflich wohl gefühlt. Es ist gut gelaufen.“

Warum hat es Ihnen Spaß bereitet, in führender Position für die Kommune tätig zu sein?

Spreen: „Der Gestaltungswille stand in Politik und Verwaltung im Vordergrund. Wir haben wichtige Dinge gemeinsam zum Wohle der Bürger hingekriegt. Es ging immer objektiv um die Sache ohne parteipolitisches Gezänk. Alle haben an einem Strang gezogen. Das hat Spaß gemacht.“

Was sind die wichtigsten Ziele, die Sie während Ihrer Tätigkeit erreicht haben?

Spreen: „Die Verwaltung ist ein kundenorientierter Dienstleistungsbetrieb. Wir hatten ein gesundes Wachstum hinsichtlich Einwohnerzahl, Steuerkraft und sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Das sind sehr positive Entwicklungen. Zudem wurden der „Dümmerbrand“ reorganisiert und der Tourismus auf neue Füße gestellt, professionalisiert mit einer hauptamtlichen Managerin und dem Tourismusverband Dümmerland.“

Welche Vorhaben konnten nicht umgesetzt werden? Warum nicht?

Spreen: „Ein neues Rathaus. Es steht seit mehr als 20 Jahren auf der Agenda. Es gab einen finanziellen Pool, damit wurde die Grundschule gebaut. Das war aber wichtig, um die Bildungslandschaft fit zu machen. Ein Anbau an den Amtshof Richtung Bücherei wurde konzeptionell vorbereitet, um die Verwaltung unter ein Dach zu bekommen. Da muss die Politik mit meinem Nachfolger entscheiden, wie es weitergeht.“

Wie sehen Sie die Zukunftsperspektiven der Samtgemeinde?

Spreen: „Die Samtgemeinde steht hinsichtlich Gewerbe-, Wohngebieten und Infrastruktur gut da. Es geht darum, die erfolgreich geführte Sacharbeit innerhalb der Konzepte mit den vorhandenen Möglichkeiten fortzusetzen. Einige Baustellen gibt es noch, die wegen der Finanzen noch nicht umgesetzt werden konnten.“

In welchen Bereichen herrscht der dringendste Handlungsbedarf?

Spreen: „Da ist die Dümmer-Sanierung als ganz wichtiger Baustein zu nennen. Zudem die westliche Ortskernentlastung, der Bahnhof Lemförde, die Gestaltung des Bahnhofsumfeldes und das Rathaus.“

Wo ist die Kommune gut aufgestellt?

Spreen: „Hinsichtlich der Entwicklung von Gewerbegebieten und Wohnbauland, bei der Kinderbetreuung mit Krippe, Kindergärten und Schullandschaft sowie der Infrastruktur. Im Bereich der Daseinsvorsorge ist die Samtgemeinde gut aufgestellt.

Was wünschen Sie Ihrem Nachfolger Rüdiger Scheibe für seine Aufgaben?

Spreen: „Dass er gut ankommt und die Tradition fortsetzt, dass miteinander und nicht übereinander geredet wird. Zudem wünsche ich ihm, dass er das richtige Näschen und entsprechende Geschick für die Situationen hat, was er als Konfliktmanager braucht.“

Was waren die schönsten Erlebnisse während Ihrer Tätigkeit?

Spreen: „Zum Beispiel die vielen Eröffnungen, die man begleiten durfte wie bei der Kläranlage und Grundschule. Weiter die Sanierung des Dümmer-Museums, zuletzt der Bau der Krippe, neue Spielplätze in Hüde und Lembruch, das Freigeben von neuen Rad- und Wanderwegen, das Umgestalten der Deich-Promenade am Dümmer und die Eröffnung des Feuerwehrhauses in Brockum. Ich bin schon stolz, dass diese Dinge während meiner Amtszeit entstehen konnten.“

Woran erinnern Sie sich nicht so gern?

Spreen: „Da gibt es sehr wenig. Mir fällt spontan keine Situation ein, über die ich mich sehr geärgert habe.“

Sie werden nun mit ihrer Ehefrau auf Fehmarn sesshaft, wo sie bereits von 1988 bis 1995 vor ihrer Zeit in Lemförde beruflich tätig waren. Bereits morgen fahren sie auf die Insel. Worauf freuen sie sich in ihren nächsten Lebensabschnitt am meisten?

Spreen: „Weniger Stress (lacht). Erstmal wollen wir ankommen und uns einleben. Wir werden aber nicht den ganzen Tag auf dem Sofa liegen, sondern gucken, wozu wir Lust haben und welche Aufgaben angeboten werden. Wir wollen uns in das örtliche Gemeinwesen einbinden und uns engagieren. Für 2015 planen wir zudem eine Radtour von Fehmarn bis nach Usedom.“

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