Betreuung von unter Dreijährigen

In Lemförde, Wagenfeld und Rehden kein Engpass bei Krippenplätzen

Ihre Betreuungsplätze für unter Dreijährige haben die Kommunen „Altes Amt Lemförde“, Wagenfeld und Rehden ausgebaut. Auch in Lemförde gibt es Tagesmütter, es liegen aber keine Zahlen zur jährlichen Entwicklung vor.
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Ihre Betreuungsplätze für unter Dreijährige haben die Kommunen „Altes Amt Lemförde“, Wagenfeld und Rehden ausgebaut. Auch in Lemförde gibt es Tagesmütter, es liegen aber keine Zahlen zur jährlichen Entwicklung vor.

Lemförde/Wagenfeld/Rehden – Wer sein unter dreijähriges Kind in einer Krippe betreuen lassen möchte, der muss mancherorts lange suchen, bis er ein Plätzchen findet. Laut einer aktuellen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft ist die Betreuungslücke bundesweit seit 2015 gestiegen. Die Gemeinde Wagenfeld und die Samtgemeinden „Altes Amt Lemförde“ und Rehden sehen sich in Sachen Kinderbetreuung allerdings gut aufgestellt – weil sie in den vergangenen Jahren viel Geld in den Ausbau investiert haben.

In der Samtgemeinde „Altes Amt Lemförde“ sind die Geburtenzahlen laut Samtgemeindebürgermeister Rüdiger Scheibe in den vergangenen Jahren gestiegen und haben sich bei 80 bis 85 Kindern je Schuljahreszeitraum stabilisiert. Dieser Entwicklung hat die Samtgemeinde mit der Schaffung weiterer Betreuungsplätze Rechnung getragen. Gab es laut Scheibe 2015 noch 60 Plätze für Kinder unter drei Jahren, aufgeteilt in drei Vormittags- und eine Ganztagsgruppe, werden es im nächsten Sommer 90 Plätze sein. 2019 wurde eine weitere Vormittags-Gruppe für 15 Kinder in einem Anbau am Gemeindehaus in Hüde eröffnet. Aktuell entsteht am Koppelweg in Hüde eine weitere Kindertagesstätte, in der eine Ganztags-Krippengruppe für 15 Kinder untergebracht ist. Sie geht im August 2021 in Betrieb.

Ergänzt wurde und wird dieses Angebot durch 45 bis 60 U3-Betreuungsplätze im Bereich der Kindertagespflege. „Es zeigt sich, dass im U3-Bereich viele Eltern diese personenbezogene und familiennahe Betreuung in einer Tagespflege stark nachfragen. Hier sehe ich auch einen steigenden Bedarf“, so Scheibe.

Die Zahl der Betreuungsplätze für unter Dreijährige in der Samtgemeinde sieht er mit der Inbetriebnahme der Einrichtung in Hüde als ausreichend an. „Allerdings gehe ich davon aus, dass aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklung die Nachfrage nach Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren insgesamt weiter steigen wird“, so Scheibe.

In der Gemeinde Wagenfeld ist der Bedarf an Betreuungsplätzen seit 2015 kontinuierlich gestiegen und hat sich von 45 auf 80 annähernd verdoppelt. Das Angebot der Gemeinde ist parallel mitgewachsen – von 50 auf aktuell 100 Plätze. Lediglich 2016 gab es laut Statistik einen kleinen Engpass. Der konnte mit dem Neubau eines Krippengebäudes an der Kita Pusteblume in Wagenfeld behoben werden, die zum 1. Januar 2017 mit zwei Gruppen den Betrieb aufnahm. 2018 wurde auch in der Kita Ströhen und der reaktivierten Kita Neustadt jeweils eine Krippengruppe für 15 Kinder eingerichtet. Somit können allein in den Einrichtungen der Gemeinde 60 Mädchen und Jungen mehr als 2015 betreut werden. Hinzu kommen aktuell 25 Plätze bei Tagesmüttern.

Die Gründe für den steigenden Bedarf bei der Betreuung der ganz Kleinen sind nach Einschätzung von Bürgermeister Matthias Kreye vielfältig. Veränderte Lebensumstände und Berufstätigkeit beider Elternteile sei ein Aspekt. Da es oft keine Mehrgenerationenhäuser mehr gebe, sei eine Betreuung durch Großeltern oft nicht mehr möglich. Außerdem wünschten sich viele Eltern mehr Förderung und soziale Kontakte für ihre Kinder.

Die weitere Entwicklung einzuschätzen, sei aufgrund der kurzen Vorlaufzeit schwierig, so Kreye. „Derzeit gehen wir von relativ gleichbleibenden Zahlen aus.“

In der Samtgemeinde Rehden war man ebenfalls nicht untätig. Durch eine zusätzliche Krippengruppe in der Kita Rehden (2017) und die Einrichtung einer Gruppe in der früheren Grundschule Barver (2019) wurden die U3-Plätze um 30 auf 63 erhöht. Außerdem setzt die Samtgemeinde stark auf die Unterstützung von Tagesmüttern. Ohne sie, so betont Samtgemeindebürgermeister Hartmut Bloch immer wieder, könnten nicht alle Betreuungswünsche erfüllt werden. Hier stiegen die U3-Plätze seit 2015 kontinuierlich von 23 auf 30. Die Gesamtzahl der Betreuungsplätze summiert sich somit auf 93.

Zur Entwicklung des konkreten Bedarfs teilte die Samtgemeinde keine Zahlen mit. Die zum Stichtag zu Beginn eines Krippenjahres ermittelten Zahlen spiegelten nicht wider, dass im Laufe eines Krippenjahres weitere Kinder aufgenommen würden. „Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der Bedarf auch nach dem Ausbau der U3-Plätze angestiegen ist und im Laufe der jeweiligen Jahre sowohl die Krippen als auch die Tagesmütter überwiegend ausgelastet waren beziehungsweise sind“, heißt es vonseiten der Samtgemeinde.

Als Gründe für den erhöhten Bedarf nennt die Verwaltung insbesondere die Berufstätigkeit der Eltern und den Zuzug junger Familien in den regelmäßig aus gewiesenen Baugebieten. Des Weiteren sei ein Anstieg der Geburtenzahlen zu verzeichnen.

Für die kommenden Jahre geht die Verwaltung von einem weiterhin steigenden Bedarf aus. Im Bereich des neuen Baugebiets an der Sankt-Hülfer-Straße in Wetschen ist darum bereits eine weitere Kita angedacht.

Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft

Die Betreuungsplätze für unter Dreijährige wurden seit 2015 bundesweit ausgebaut, dennoch ist die Betreuungslücke von rund 215000 auf 342000 gewachsen. Das hat das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in einer aktuellen Studie ermittelt. Die Zahl der Kinder in öffentlich geförderter Betreuung (Kitas, Tageseltern) ist demnach von 693000 auf 829000 gestiegen. Laut IW gaben 2019 in einer Befragung 81,2 Prozent der Eltern an, für ihre Zweijährigen und 64,1 für ihre Einjährigen einen Betreuungsbedarf an. 2015 waren es noch 73 und 54,7 Prozent. Besonders große Lücken von etwa 19 Prozent weisen demnach Nordrhein-Westfalen, Bremen und das Saarland auf. Für die kommenden Jahre erwartet die Studie wieder einen Rückgang des Bedarfs.

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