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Lemförde: Mutige Investition in mehr Lebensqualität

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Von: Melanie Russ

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Förderbescheid für den Neubau der Sporthalle überreicht: Samtgemeindebürgermeister Lars Mentrup (v.l.), Dinah Stollwerck-Bauer (Landesbeauftragte für regionale Landesentwicklung Leine-Weser), Fleckenbürgermeisterin Stephanie Budke-Stambusch und der CDU-Landtagsabgeordnete Marcel Scharrelmann.
Förderbescheid für den Neubau der Sporthalle überreicht: Samtgemeindebürgermeister Lars Mentrup (v.l.), Dinah Stollwerck-Bauer (Landesbeauftragte für regionale Landesentwicklung Leine-Weser), Fleckenbürgermeisterin Stephanie Budke-Stambusch und der CDU-Landtagsabgeordnete Marcel Scharrelmann. © Melanie Russ

Es ist eine stattliche Summe, die da gestern symbolisch überreicht wurde: Der Förderbescheid über eine Million Euro für den Bau der neuen Sporthalle in Lemförde ging im Rathaus ein - überbracht von einer Frau, die überall gern gesehen wird.

Lemförde – Wenn Dinah Stollwerck-Bauer zu Besuch kommt, wird sie immer mit offenen Armen empfangen. Denn die Landesbeauftragte für regionale Landesentwicklung Leine-Weser hat meistens einen (virtuellen) Koffer voller Fördergeld dabei, mit dem Dinge wie Sporthallen, Bäder und Ähnliches finanziert werden. Als sie im Lemförder Rathaus vorbeischaute, brachte sie einen besonders dicken Batzen mit: Jeweils 500 000 Euro aus EU-Mitteln erhält die Samtgemeinde für den Neubau einer Sporthalle und eines Bewegungsraums an der Stettiner Straße. „Das ist das größte Projekt, das wir aktuell finanzieren“, sagte Stollwerck-Bauer. Mehr Fördermittel für ein einzelnes Projekt geht nicht. Reichlich teuer wird das Vorhaben für den Flecken trotzdem noch: Wie berichtet, sind die veranschlagten Kosten von ursprünglich rund 3,7 Millionen Euro auf fünf Millionen Euro gestiegen.

Lemfördes Samtgemeindebürgermeister Lars Mentrup und Fleckenbürgermeisterin Stephanie Budke-Stambusch strahlten naturgemäß um die Wette, als die Landesbeauftragte den unterschriebenen Förderbescheid überreichte. „Der Bedarf ist riesengroß“, wissen beide um die angespannte Situation in den beiden vorhandenen Hallen. „Wir würden gerne mehr anbieten“, sagte Budke-Stambusch. Reha-Sport, Turnen, Yoga zum Beispiel. Auch eine Basketball-Sparte war schon im Gespräch. „All das ist nicht möglich, weil keine Hallenzeiten zur Verfügung stehen.“

Das wird sich nun ändern. Angebote für kleinere Gruppen sollen künftig im 220 Quadratmeter großen Bewegungsraum neben der 1000 Quadratmeter großen Zweifeldsporthalle Platz finden. Hinzu kommt ein Multifunktionsraum, den Vereine für Sitzungen nutzen können. Die Umkleideräume werden auch direkt von außen zugänglich sein, damit sie auch von den Fußball-Mannschaften und Schiedsrichtern des benachbarten Sportplatzes genutzt werden können. Aktuell müssen die Schiedsrichter in einen Container ausweichen.

Die nun schon etwas länger in der Schublade liegenden Planungen werden derzeit noch etwas nachgearbeitet. Laut Lars Mentrup soll eine Photovoltaikanlage in Kombination mit einem Gründach installiert werden, was ursprünglich nicht vorgesehen war.

Dinah Stollwerck-Bauer lobte den Mut des Fleckens, diese hohe Investition anzugehen. Eine Investition, die sich in den kommenden Jahrzehnten bezahlt machen werden, ist die Landesbeauftragte überzeugt, der Sportstätten nach eigener Aussage besonders am Herzen liegen, weil sie Orte sind, an denen sich Menschen treffen und weiterentwickeln. Das Projekt habe Vorbildcharakter. „Es geht hier darum, Lebensqualität zu entwickeln.“

Die Entscheidung für den Neubau habe sich der Rat nicht leicht gemacht, blickte Budke-Stambusch zurück. „Es gab Bedenkenträger im Rat und auch bei den Anwohnern.“ Letztere fürchten unter anderem eine größere Lärmbelästigung durch den Betrieb. Dem möchte man etwas entgegenwirken, in dem die Halle etwas nach hinten versetzt wird und im vorderen Bereich eine Bepflanzung als Sichtschutz vorgesehen ist.

Der Weg bis zu diesem Punkt war lang und beschwerlich. „Wir brauchten einen langen Atem“, so Budke-Stambusch. Entsprechend groß ist die Freude, dass wenigstens die Förderung in trockenen Tüchern ist. Doch mit den Kopfschmerzen ist es wahrscheinlich noch nicht vorbei. Denn jetzt stehen die Ausschreibungen für die Bauarbeiten an. Angesichts der Auslastung im Baugewerbe und Materialknappheit steht noch ein Fragezeichen hinter den veranschlagten Kosten. Die an die Förderung gekoppelte Frist für die Fertigstellung hat das Amt für regionale Landesentwicklung vorsorglich schon gleich um ein halbes Jahr auf Juni 2024 verlängert.

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