24-jährige Lembrucherin

Physiotherapeutin Sophie-Louise Eickhoff bei Paralympics dabei

Physiotherapeuten sind Teil des Systems Leistungssport, sagt die 24-jährige Physiotherapeutin Sophie-Louise Eickhoff.
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Physiotherapeuten sind Teil des Systems Leistungssport, sagt die 24-jährige Physiotherapeutin Sophie-Louise Eickhoff.

Die Olympischen Spiele in Tokio sind Geschichte. Das Olympische Feuer im Olympiastadion der Hauptstadt Japans ist erloschen. Sophie-Louise Eickhoff aus Lembruch steckt derweil in den Reisevorbereitungen. Als Physiotherapeutin ist die 24-Jährige Teil der Delegation des Teams Deutschland, das der Deutsche Behindertensportverband zu den Paralympischen Sommerspielen (24. August bis 5. September) nach Japan entsendet. Freitag reist sie ins Vorbereitungslager.

Lembruch – „Die Vorbereitungen laufen seit einigen Wochen, aber die letzten Tage waren der Wahnsinn“, erklärt Eickhoff. Der bürokratische Aufwand sei enorm. Die Anerkennung des Paralympischen Eids, die Freigabe von Bildrechten, Sponsorenverträge und vieles mehr: „Ich glaube, ich habe noch nie so viele Formulare ausgefüllt.“

Eickhoff betreut in Tokio Fechter, Bogenschützen, Marathonläufer und Taekwondo-Kämpfer

Im Vorbereitungslager an der japanischen Küste betreut die junge Frau die Leichtathleten des Teams Deutschland, später, nach dem Umzug in das Olympische Dorf in Tokio, die Fechter, die Bogenschützen, die Marathonläufer sowie die Teilnehmer an den Taekwondo-Entscheidungen.

Die 24-Jährige blickt gespannt den kommenden vier Wochen entgegen: „Auch wenn die Spiele im Schatten der Pandemie stehen, hoffe ich, dass dieses olympische Feeling aufkommt, von dem man immer wieder hört. Ich werde versuchen, viele Erfahrungen zu sammeln und verschiedene Eindrücke mit zurück nach Deutschland zu bringen.“ Der Gastfreundschaft der Japaner gewährt sie Vorschusslorbeeren: „Da hat man schon viel Gutes gehört. Ich hoffe, neue Kulturen entdecken zu dürfen.“

Kontakt zu Team Deutschland über 2012er Goldmedaillen-Gewinner Sebastian Dietz

Der Kontakt zwischen Sophie-Louise Eickhoff, Mitarbeiterin der Sport Reha Herford, dem offiziellen Rehazentrum des Olympiastützpunktes Westfalen, und dem Team Deutschland war über Sebastian Dietz, Goldmedaillengewinner im Diskuswurf bei den Paralympischen Spielen 2012 in London, zustande gekommen. „Sebastian hat mich 2019 zu einem Trainingslager auf Lanzarote mitgenommen. Eigentlich zur persönlichen Betreuung, aber das hat dann alles so gut gepasst, dass ich 2019 meinen Vertrag beim Behindertensportverband unterschrieben habe.“ Seitdem werde sie regelmäßig zur Begleitung der Athleten zu Lehrgängen und Wettbewerben angefragt; im In- und im Ausland.

Sophie-Louise Eickhoff, Physiotherapeutin aus Lembruch, unterstützt den Handball-Drittligisten TuS Spenge.

„Alles, was ich zur Betreuung von Profi-Sportlern benötige, habe ich in der Sport Reha vermittelt bekommen“, erklärt die Physiotherapeutin. Wohl auch über Fortbildungen und mit Eigeninitiative: „Ich verbringe viel Zeit mit der Selbst-Edukation. Man ist ständig am Lernen.“ In der Begleitung von Profi-Sportlern sei die fachliche Kompetenz immer Voraussetzung, aber auch Persönlichkeitsstruktur unabdingbar. „Die Kombination macht einen guten Sporttherapeuten aus. Man muss sich in das System zwischen Sportler, Mediziner, Trainer und Berater einfügen können.“

Das Wichtigste aus dem Landkreis Diepholz: Immer samstags um 7:30 Uhr in Ihr Mail-Postfach – jetzt kostenlos anmelden.

Belastbarkeit, Flexibilität und Spontanität seien in der Betreuung von Leistungssportlern Grundvoraussetzung: „Das ist kein Job, der von 8 bis 16 Uhr geht. Es kann sein, dass man bis spät in die Nacht arbeitet; natürlich auch an Wochenenden.“ Und ganz wichtig: „Du musst immer einen kühlen Kopf bewahren. Ein Physiotherapeut, der in Extrem-Situationen den Überblick verliert, der kann nicht helfen.“

Reha-Alltag hat Eickhoff von Physiotherapie überzeugt

Ursprünglich wollte Sophie-Louise Eickhoff nach dem Abitur an der Graf-Friedrich-Schule in Diepholz ein Medizin-Studium aufnehmen: „Der Numerus clausus hat dann nicht ganz gereicht.“ Sie entschied, sich zunächst an der Völker-Schule in Osnabrück zur Physiotherapeutin ausbilden zu lassen, „um mich schon mal der Anatomie zu widmen“. Das Staatsexamen legte sie im Jahr 2018 ab, ist seitdem für die Sport Reha Herford tätig. „Der Reha-Alltag hat mir so gut gefallen, dass ich weiter als Physiotherapeutin tätig sein wollte.“

Physiotherapeuten sind Teil des Systems Leistungssport, sagt die 24-jährige Physiotherapeutin Sophie-Louise Eickhoff.

In der Sport Reha Herford seien sie und ihre Kollegen in der Betreuung verschiedener Individual- und Mannschaftssportler unterwegs. Exemplarisch nennt die 24-Jährige den Fußball-Erstligisten Arminia Bielefeld und den paralympischen Weitspringer Markus Rehm, der bei den Para-Leichtathletik-Europameisterschaften in Polen mit einer Weite von 8,62 Metern einen neuen Weltrekord aufgestellt hatte. Neben ihrer Vollzeitstelle betreut Sophie-Louise Eickhoff unter anderem den Handball-Drittligisten TuS Spenge – und eben die Leichtathleten der paralympischen Nationalmannschaft; während der Paralympischen Sommerspiele in Tokio 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche.

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