Plattsnacker Gerd Spiekermann begeistert

Ein Leben ohne Senf? Unvorstellbar

Dem Publikum hatte beim plattdeutschen Abend mit dem Hamburger Plattsnacker Gerd Spiekermann viel zu lachen. Fotos: Mühlke

Lemförde - Von Heidrun Mühlke. Einen rundum vergnüglichen plattdeutschen Abend erlebte das Publikum am Mittwochabend im Lemförder Rittersaal. Der Verein „KulturBUNT“ hatte den Hamburger Plattsnacker Gerd Spiekermann eingeladen und konnte schon weit im Voraus „Ausverkauft!“ vermelden.

Spiekermann ist in der Region kein Unbekannter. Schon mehrmals, zuletzt vor gut drei Jahren hatte er in Lemförde mit seinem Programm begeistert. „Ist das wieder schön! Wir haben keine Werbung gemacht, und doch ist die Bude voll“, freute sich „KulturBUNT“-Vorsitzender Ernst Völkening, als er das erwartungsfrohe Publikum begrüßte.

Mit seinem typisch trockenen Humor und alltagstauglichen Döntjes aus seinem Programm „Mit mi nich“ legte der bekannte Moderator fürs Plattdeutsche los und trieb manchem Zuhörer Lachtränen in die Augen. Seine Geschichten aus dem täglichen Leben sind es, die jeder kennt, jeder nachvollziehen und sich an irgendeiner Stelle wiederfinden kann. „De een oder annere weet woll, wat ick meen“, war sich Spiekermann sicher.

Gerd Spiekermann bereitete den Zuschauern unter anderem mit Geschichten über Omas Unterhose viel Spaß.

Der Plattsnacker räumte zum Beispiel kurzerhand mit Ernährungsmythen auf. „Senf macht dumm“, hätten seine Eltern und Großeltern ihm erzählt. Schmunzelndes Kopfnicken ging durch die Zuschauerreihen. Und das, wo er sich ein Leben ohne Senf doch gar nicht vorstellen könnte. Das komme noch aus der Zeit, als Senf sehr teuer gewesen sei und die Eltern nicht wollten, dass die Kinder immer mit dem Finger in den Eimer gingen. Spinat nahm er ebenso unter die Lupe wie das Sprichwort „Vom Lesen kriegt man schlechte Augen“.

Rund zwei Stunden lang lieferte Spiekermann ein unterhaltsames Programm, plauderte geistreich über seine Reise nach Argentinien und zählte launig auf, was er ganz und gar nicht leiden kann. Dazu gehöre nicht nur Senf in der Tüte, sondern auch kalte Klosetts, wo es nichts zu lesen gebe. Warmes Bier, womöglich noch alkoholfrei, und überreife Tomaten, in deren Sud das Brot nach dem Aufschneiden so „sabbscht“, sind ihm ebenfalls ein Graus. Auch „Melksuupen met Grupen gehörte nie zu miene Lievgerichte“.

Der launige Abend endete nicht ohne Spiekermanns Erinnerungen an seine „Oma un ehr Schötteldook“. Das Wischtuch, zurechtgeschnitten aus einer ausrangierten Unterhose, galt als Omas Allzweckwaffe. Mit ihr wurde alles abgewischt, nicht zuletzt die schmutzigen Kinderschnuten. Der Gedanke daran und dass es eine alte, getragene Unterhose seiner Oma war, lässt ihn noch heute schaudern. Die Zuschauer aber hatten ihren Spaß und genossen den Abend in vollen Zügen.

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