Landfrauenverein Diepholz stimmt sich mit Marlies Kalbhenn kritisch auf Festtage ein

Kekse, Lieder, Geschichten und Gedichte

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Aufmerksam folgten die Landfrauen den Ausführungen der Autorin Kalbhenn.

Brockum - Sozialkritik zu Weihnachten? Wer will das denn hören? Die Landfrauen des Vereins Diepholz, die sich Autorin und Verlegerin Marlies Kalbhenn aus Espelkamp einluden zu ihrer Weihnachtsfeier nach Brockum. 130 Landfrauen hatten in der Einladung ihres immer prall gefüllten Programmplaners als letzte gemeinsame Veranstaltung gelesen: „Ein besinnlicher Nachmittag mit Marlies Kalbhenn, weihnachtliche Geschichten und Gedichte“.

Besinnlich im Sinne von Sinn und Besinnen, so waren die Geschichten und Gedichte geartet: Eben zum Nachdenken, Nachsinnen. Nervennahrung bot da der gemeinsame Kaffeetisch mit Kuchen, Keksen und Informationen des vergangenen Jahres. „Wir wollen heute ein paar schöne Stunden verbringen und die Hektik der Vorweihnachtszeit für kurze Zeit vergessen“, benannte es Vorsitzende Ulrike Meyer. Sie begrüßte im Verlauf Rüdiger Fäth vom Diakonischen Werk und der Kirchenkreis- Sozialarbeit. Er informierte die Landfrauen über die Aktivitäten der Diakonie in Sachen Flüchtlings-Willkommens-Struktur, da die Landfrauen aus aktuellem Anlass sich ab 2017 dem Thema Integration widmen möchten. Unter dem Motto: „Viele Menschen sind unterwegs auf Durchreise, manche werden auch bleiben“. Damit diese Menschen zu Nachbarn und Freunden werden können und sich in den Dorfgemeinschaften zuhause fühlen, stellen sie sich der Aufgabe.

Als Rüdiger Fäth gegangen war, blieben die gelben Karten mit der Aufschrift „Freunde“ auf den Tischen. Im Rückblick auf 2015 resümierte der Vorstand: „Vor Ort aktiv waren wir wieder auf dem Rehdener Herbstmarkt, dem Nikolausmarkt in Wagenfeld und erstmals auf dem Weihnachtsmarkt in Diepholz.“ Der Ausblick zeigte direkt für den Januar „Wellness am Dümmer“ und Landfrauenfrühstück mit Vortrag „Das ewig schlechte Gewissen“ im Central-Hotel Friesecke in Wagenfeld. „Unsere kleine Sommerfahrt geht in Deutschlands Mitte nach Wildungen. Und die große in die Normandie“, erläuterte Meyer.

Den musikalischen Rahmen des Nachmittags malte der Regenbogenchor des Kirchengemeinde-Trios Burlage, Lemförde, Brockum mit Leiterin Cordula Lindemann und ihren jungen Sängern. Auf die Bühne, fertig, Weihnachts-Songs an Gitarre ihr Rezept.

Das Pendant zu den Geschichten und Gedichten von Kalbhenn, denn sie beäugte das Fest der Feste durchaus kritisch und aus einmal ganz anderer Perspektive. „Ich kann nicht mehr. Sie war sehr müde und blieb stehen“, heißt es in der Geschichte „Engel in Jeans“ von Kalbhenn, die von einer geschiedenen alleinerziehenden Mutter in der Vorweihnachtszeit erzählt, die sich nichts sehnlicher wünscht, als ein Extra-Weihnachtsfest für Einzelhandelsangestellte.

„Vier Wochen Christmas-Songs, das sind drei Wochen zu viel. Toresschlusspanik an Heiligabend und pampige Kunden“. Dieses Jahr sollte es die Sparversion „Weihnacht“ Zuhause geben: Kartoffelsalat, Würstchen, Bescherung und dann, macht was ihr wollt.

Das stimmte nachdenklich. Kalbhenn spricht in ihren Büchern zwischen den Zeilen und manchmal geschehen auch die ersehnten Wunder…

sbb

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