Kreisentwicklungsausschuss für Teillöschung des Schutzgebietes direkt am See

Weg für neue Wohnanlage am Dümmer geebnet

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Auf den Campingplatz-Flächen auf dem Schoddenhof in Lembruch soll eine moderne Wohnanlage errichtet werden. Am Mittwoch begann Peter-Jochen Schulz von der „Diepholzer Gartenpflege“ damit, erste Bäume und Stumpen aus dem Boden herauszureißen. Links im Bild zu sehen ist eine ehemalige Sanitäranlage. Sie gehört laut Platzverwalterin Melanie Löhr zu den Bauruinen, die abgerissen werden sollen. Rechts leuchtet die rot angestrichene Rückwand des Gebäudes, in dem sich früher einmal das Café am Schoddenhof befunden hat. Das Wohnhaus in der Mitte steht ebenfalls leer.

Lembruch/Diepholz - Von Anke Seidel. Der Weg für die neue Wohnanlage direkt am Dümmer ist geebnet: Einmütig, sprich bei nur zwei Enthaltungen, hat der Kreisentwicklungsausschuss in Diepholz die Teillöschung des Landschaftsschutzgebietes „Dümmer“ empfohlen.

Es geht um einen knappen Hektar (exakt 0,83) Fläche am Schoddenhof. Dort soll der längst in die Jahre gekommene Charme des alten Campingplatzes einer modernen Wohnanlage weichen, die sich harmonisch an den See schmiegen soll. Das Projekt von „Wald und Welle“ sieht eine versetzte eingeschossige Bauweise vor – und keinen mehrstöckigen Hotelkomplex, wie von Bürgern befürchtet. Sie sahen außerdem den Deich- und Uferbereich des Sees stark gefährdet. Doch genau das ist nach Auffassung der Mitarbeiter im Landkreis-Fachdienst Kreisentwicklung nicht der Fall.

Als Leiter dieses Landkreis-Fachdienstes berichtete Detlef Tänzer, dass während eines Erörterungstermins mit 25 Teilnehmern vor Ort zahlreiche Bedenken entkräftet worden seien. Hintergrund: Noch vor Beginn des Verfahrens hatten sich vier Bürger gegen die Teillöschung des Schutzgebietes ausgesprochen.

Außerdem hatte es zwei Listen mit den Unterschriften von insgesamt 56 Gegnern gegeben.

Der Kreistag muss das Votum des Kreisentwicklungsausschusses noch bestätigen. Dann kann die Samtgemeinde „Altes Amt Lemförde“ die baurechtliche Basis für das ehrgeizige Projekt von „Wald und Welle“ schaffen. Vorgesehen ist nicht nur die Umgestaltung des Campingplatzes, sondern genauso die Bebauung des angrenzenden, 8000 Quadratmeter großen Wiesenbereiches. Schon seit längerem steht der Investor offensichtlich mit der Gemeinde sowie mit den Naturschutzverbänden am Dümmer in Kontakt.

Als Geschäftsführer des Naturparks Dümmer begrüßt Detlef Tänzer das neue Projekt mit seiner der Landschaft angepassten, lückigen Bebauung: „Aus touristischer Sicht ist das unbedingt erwünscht.“ Die Teillöschung des Landschaftschutzgebietes sieht Tänzer nicht als negativ. „Da ist ja schon was“, blickt er auf die bisherigen touristisch genutzten Bauten in Lembruch.

Im 1123 Quadratkilometer großen Naturpark Dümmer stehen insgesamt 13 Prozent der Flächen unter Naturschutz, außerdem 23 Prozent unter Landschaftsschutz. Der Naturpark verfügt über 712 Kilometer Rad-, 304 Kilometer Wander- und 78 Kilometer Reitwege.

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