Alles mit Anstand auf Abstand

Polizei zieht positives Fazit der Kontrollen am Dümmer

Nichts zu meckern: Polizeikommissarin Vanessa Busse und Polizeioberkommissar Sebastian Rohe mussten gestern bei ihrem Kontrollgang auf dem Lembrucher Abschnitt des Dümmerdeichs niemanden zum Einhalten der Corona-Regeln ermahnen.
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Nichts zu meckern: Polizeikommissarin Vanessa Busse und Polizeioberkommissar Sebastian Rohe mussten gestern bei ihrem Kontrollgang auf dem Lembrucher Abschnitt des Dümmerdeichs niemanden zum Einhalten der Corona-Regeln ermahnen.

Lembruch – Zugegeben: Zuletzt gab es schon besseres Wetter für einen Kurzausflug zum Dümmer. Doch Sebastian Rohe und Vanessa Busse machte die steife Brise bei dichter Bewölkung und einer Temperatur von knapp sechs Grad nichts aus – im Gegenteil. Schließlich spazierten die beiden nicht aus Spaß auf dem Deich entlang – und hatten wenig Lust auf dichtes Gedränge.

Busse und Rohe sind Polizeibeamte der Diepholzer Inspektion und waren für Sonntagnachmittag zum Kontrollgang am Seeufer mit Blick auf die Corona-bedingten Vorschriften eingeteilt.

„Von unseren Kollegen, die an den Wochenenden davor hier eingesetzt waren, wissen wir, dass es einiges zu tun gab“, berichtete Polizeioberkommissar Rohe, ehe er mit Kommissarin Busse von der Lembrucher Birkenallee zum Deich marschierte. Doch seine Kollegin ergänzte, dass es selbst in den Tagen des zugefrorenen Dümmers recht zivilisiert unter den Gästen zuging: „Auf der großen Eisfläche haben sich die Menschen gut verteilt.“

Auch am Sonntag verlief sich so einiges in der Weite. Während ihres Wegs von der Segelschule Schlick bis zum Marissa-Ferienpark fanden die Polizisten das vor, was viele Besucher wollen, die hierher kommen: Ruhe. Die meisten Passanten spazierten paarweise, Grüppchen erspähten sie maximal im Familienverbund – anhand der Kinder- und Erwachsenenzahl unschwer zu erkennen. Nachfragen? Eher überflüssig. „Unser Augenmerk würde schon größeren Gruppen gelten, die sich dicht beieinander aufhalten“, schilderte Rohe.

Doch diesbezüglich fiel ihnen an diesem Nachmittag nichts auf – alles auf Abstand und mit Anstand. Kein Gedränge an Snack-, Süßwaren- und Getränkebuden oder vor einem Außer-Haus-Verkauf, kein Auflauf an den Strandabschnitten, kaum Stillstand unter den Flanierenden – höchstens für ein Handy-Forto vom See. Bei so viel Freiraum blieb sogar Platz für Fahrradfahrer auf der Deichkrone. An Wochenenden hier eigentlich verboten, für die zwei Ordnungshüter aber kein Grund zum Einschreiten. Zwar erschien das muntere Vorbeiradeln an ihnen doch ein wenig respektlos, doch Rohe entlockte das nur ein Lächeln. „Man muss da schon mit Augenmaß rangehen“, meint er. „Und wir haben natürlich auch Verständnis für jeden, der sich nach dem langen Winter draußen an der frischen Luft bewegen will.“ Mit Konfrontationen zum Thema Corona hatte der Oberkommissar ohnehin bisher wenig zu tun: „Die Menschen sind verständnisvoll und kennen die Regeln.“

Sollten ihm und seiner Kollegin aber doch Verstöße hinsichtlich Abstand und Mund-Nasen-Schutz auffallen, dürfte es teuer werden. „So eine Ordnungswidrigkeit kann schon mal 150 Euro kosten“, warnte er. Allerdings ist das Geld nicht sofort fällig, sondern erst nach der entsprechenden Post samt Anhörung durch den Landkreis Diepholz. „Vielleicht wäre es für manche vom Kopf her heilsamer, wenn wir das Geld sofort kassieren würden – wie zum Beispiel bei Verstößen im Straßenverkehr“, schätzt Rohe. So hingegen dauert es, bis der Brief aus dem Kreishaus kommt.

Mit Blick auf den Sonntag droht der Behörde kein zusätzlicher Schreibkram: Busse und Rohe mussten keine Verstöße ahnden – genauso wie ihre beiden Kollegen tags zuvor. „Aus polizeilicher Sicht gab es keine Beanstandungen“, fasste Thomas Gissing als Pressesprecher der Polizeiinspektion Diepholz das Wochenende zusammen und ergänzte: „Gespräche hier und da hatten informativen Charakter.“

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