Kommunalwahl Lemförde

Grüne schaffen es erstmals in Lemförder Samtgemeinderat

Wenn im Rittersaal in Lemförde der neue Samtgemeinderat tagt, sind erstmals auch die Grünen dabei.
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Wenn im Rittersaal in Lemförde der neue Samtgemeinderat tagt, sind erstmals auch die Grünen dabei.

Lemförde – Der Rat der Samtgemeinde „Altes Amt Lemförde“ wird in der kommenden Legislaturperiode ein bisschen bunter. Zu den bisherigen Fraktionen CDU, SPD und FDP gesellen sich die Grünen hinzu, die bei der Kommunalwahl am Sonntag auf Anhieb 11,67 Prozent der Stimmen erhielten.

Das bedeutet drei Sitze im Rat. Die übrigen Fraktionen, die leichte bis starke Verluste hinnehmen müssen, müssen dafür jeweils einen Sitz abgeben. Die SPD hat ihre Position als stärkste Partei an die CDU verloren. Die Liberalen bleiben mit fünf Sitzen dritte Kraft.

Die CDU hat 257 Stimmen mehr erhalten als vor fünf Jahren, fuhr aufgrund der gestiegenen Einwohnerzahl mit 32,71 Prozent aber dennoch ein etwas schlechteres Ergebnis ein als 2016 (34,46 Prozent). Im Rat hat sie sieben Sitze. „Wir sind rundum zufrieden“, bewertet der Vorsitzende Martin Möhlenpage das Ergebnis durchaus positiv. Es gebe nun eine schöne bunte Vielfalt im Rat. „Mal sehen, welche Vorschläge von den Grünen kommen.“ Persönlich freut sich Möhlenpage, dass er sowohl in den Samtgemeinderat als auch in den Marler Gemeinderat gewählt wurde. Das beste Einzelergebnis der Union erreichte Jens Dannhus mit 480 Stimmen, Mechthild Kortenbruck erhielt 471 Stimmen – fast 100 mehr als vor fünf Jahren.

Positiv bewertete CDU-Vorsitzende auch, dass sich der von der CDU vorgestellte Samtgemeindebürgermeisterkandidat Lars Mentrup durchgesetzt hat und mit Heiner Richmann (SPD), Stephanie Budke-Stambusch (FDP) und Joachim Hafer (CDU) drei Vertreter aus der Samtgemeinde den Sprung in den Kreistag geschafft haben. Ebenfalls erfreulich aus Sicht der CDU: Michael Macke holte bei der Gemeinderatswahl in Lembruch gut 29 Prozent der Stimmen – mehr als doppelt so viel wie der nächstplatzierte Jens Dannhus.

Die SPD verzeichnet mit einem Minus von 7,75 Prozentpunkten (455 Stimmen) den größten Verlust. Sie fällt mit 29,63 Prozent (2016: 37,38 Prozent) der Stimmen zwar hinter die Union zurück, bleibt bezüglich der Anzahl der Sitze aber wie bisher mit der CDU gleichauf. „Wir werden dadurch gelitten haben, dass die Grünen erstmals in den Rat eingezogen sind“, vermutet Vorsitzender Heiner Richmann, der selbst 129 Direktstimmen einbüßte, mit 774 Stimmen aber immer noch das mit Abstand beste Ergebnis aller Kandidaten erreichte und auch als Bürgermeister in Hüde am besten abschnitt. Das zweitbeste Ergebnis der SPD erzielte der Stemshorner Bürgermeister Heiner Lindemann mit 339 Stimmen, der in seiner Gemeinde ebenfalls ganz vorne liegt. „Wir hatten eine ganze Menge Themen, die auch von den Grünen belegt wurden“, begründet Richmann den Stimmenverlust der SPD. „Natürlich hatten wir gehofft, dass wir unser Ergebnis halten und vielleicht sogar einen Sitz hinzugewinnen können.“ Unter dem Strich ist er aber trotzdem recht zufrieden.

Die FDP verliert im Vergleich zu 2016 zwar minimal um zehn Stimmen, hat aber trotzdem allen Grund, zufrieden zu sein. Die Liberalen bleiben mit einem Stimmenanteil von 24,96 Prozent (2016: 28,14 Prozent) einer der stärksten FDP-Ortsverbände in ganz Niedersachsen. „Wir haben ein sensationelles Ergebnis erreicht“, freut sich Vorsitzende Heike Hannker. Mit dem Sitzverlust kann sie angesichts der Tatsache, dass eine vierte Partei in den Rat einzieht, gut leben.

Sehr gefreut habe sich die FDP auch über das sensationelle Ergebnis von Lars Mentrup und über das Kreistagsmandat von Stephanie Budke-Stambusch, die bei der Samtgemeinderatswahl zwar deutlich Direktstimmen einbüßte, mit 541 Stimmen aber dennoch das zweitbeste Ergebnis erzielte. Im Flecken Lemförde holte sie als amtierende Bürgermeisterin das beste Ergebnis.

Die 11,67 Prozent der Grünen bewertet Spitzenkandidatin Angelika Lüters-Wobker als tolles Ergebnis, das Rückenwind gibt für die vielen Themen, die sie und ihre Mitstreiter im Rat angehen möchten und bei denen sie auf die Unterstützung der übrigen Fraktionen hofft. Als zwei Stichworte nennt sie sanften Tourismus und Klimaneutralität. „Es war unsere Wunschvorstellung, dass wir drei Leute in den Rat bekommen.“ Dass es tatsächlich so kommt, hätten sie nicht erwartet.

Der Einzelbewerber Norbert Dietrich erhielt 128 Stimmen (1,02 Prozent) und verpasste damit den Sprung in den Samtgemeinderat, den er sich schon erhofft hatte. „Als Einzelbewerber hat man es immer schwerer, weil man alles alleine machen muss“, so Dietrich. Dass er nicht der Kandidat mit den wenigsten Stimmen sei, tröste ihn ein wenig. Sein Ergebnis wertet er durchaus als Achtungserfolg.

Insgesamt haben bei der Wahl zum Samtgemeinderat 4278 Einwohnerinnen und Einwohner ihre Stimme abgegeben. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 59,72 Prozent (2016: 57,59 Prozent). Wahlberechtigt waren 7163 Einwohner. Die Möglichkeit der Briefwahl nutzten 1480 Bürger (2016: 877).

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