Naturschutzring, Naturpark und Dümmer-Museum laden zur Entdeckungs-Bootstour

„Kleine Forschungsreise“ mit guten Ergebnissen

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Bei bestem Wetter überzeugten sich die Teilnehmer der Bootstour auf dem Dümmer von der Qualität des Gewässers. Der Naturschutzring Dümmer bietet auch weitere „kleine Forschungsreisen“ an.

Lembruch - „Nur im Wasserpflanzenjahr 2014 hatten wir im Juli weniger Algen im Dümmer als in diesem Jahr. Die Wasserqualität ist ausgezeichnet,“ fasste Dorothee Wibbing vom Naturschutzring Dümmer die Ergebnisse einer „kleinen Forschungsreise“ auf dem Dümmer zusammen. Das Dümmer-Museum, der Naturschutzring und der Naturpark Dümmer hatten Interessierte dazu eingeladen, sich mithilfe professioneller Messgeräte selbst ein Bild vom aktuellen Zustand des Sees zu machen.

„Nach der Sanierung der kommunalen Kläranlagen, der jährlichen Entschlammung des Sees und der Umleitung des Bornbachs reagiert der Dümmer deutlich sichtbar auf die Nährstoffmenge, die den See im Frühjahr über die Hunte erreicht“, so Dieter Tornow, ehrenamtlicher Naturschutzbeauftragter beim Landkreis Diepholz, der die Gruppe zusammen mit Dorothee Wibbing fachlich betreute. „Die geringen Niederschläge in diesem Frühjahr haben den Ausschlag gegeben. Wenig Wasser aus der Hunte ist gleichzusetzen mit wenig Nährstoffen aus der Hunte und ein Beleg dafür, dass das Land Niedersachsen mit dem geplanten Großschilfpolder zur Reinigung der Hunte auf dem richtigen Weg ist“, so Tornow weiter.

„Die Algen im Dümmer sind in diesem Sommer sozusagen auf Diät gesetzt. Die Wasserpflanzen auf dem Grund des Sees haben das Nährstoffangebot im Dümmer zusätzlich verknappt und die vielen Wasserflöhe lassen den Algen kaum Zeit sich zu vermehren“, erläuterte Dorothee Wibbing. „Wasserflöhe sind die Mini-Klärwerke im See, diese Kleinkrebse ernähren sich von kleinen Algen, die sie aus dem Wasser filtrieren“, so Dorothee Wibbing weiter.

Messgeräte zeigen Zustand des Sees

Nach dieser theoretischen Einführung nutzen die Teilnehmer an der kleinen Forschungsreise die bereitgestellten Messgeräte, um sich selbst ein Bild vom aktuellen Zustand des Sees zu machen. Mit der Secchischeibe wurde die Sichttiefe erfasst, mit dem Sauerstoffmessgerät die Sauerstoffsättigung und mit der Algae Torch die Menge der Algen. Die gemessenen Werte wurden dann zum besseren Verständnis mit den langjährigen Messreihen aus dem Dümmer-Museum verglichen. Für den Dümmer positiv war auch der Vergleich der Messwerte mit anderen Seen in Niedersachsen, die zum Monatswechsel vom Dümmer-Museum erfasst, beziehungsweise vom NLWKN, Betriebsstelle Sulingen, bereitgestellt wurden: Der Alfsee mit 400 Mikrogramm Algen pro Liter, die Thülsfelder Talsperre mit 136 Mikrogramm Algen pro Liter, das Zwischenahner Meer mit 70,6 Mikrogramm Algen pro Liter, das Steinhuder Meer, gemessen vom NLWKN, mit 40 Mikrogramm Algen pro Liter und der Dümmer während der kleinen Forschungsreise am vergangenen Freitag mit nur 28,1 Mikrogramm Algen pro Liter.

Museum bereitet Ergebnisse auf

„Das muss man mit eigenen Händen selbst einmal gemessen haben, um die Maßnahmen der Dümmersanierung und den See zu verstehen,“ so die einhellige Meinung der Teilnehmer an der kleinen Forschungsreise über den Dümmer.

Im Dümmer-Museum werden die wöchentlich erhobenen Mess-Ergebnisse aus dem Dümmer allgemein verständlich aufbereitet auf einem Touch-Screen präsentiert. Für interessierte Gruppen bietet der Naturschutzring Dümmer weitere „kleine Forschungsreisen“ an: Kontakt Dorothee Wibbing unter Telefon 01525/7058341 oder per E-Mail an umweltbildung@naturschutzring.com.

In diesem Sommer ist die Wasserqualität im Dümmer herausragend gut, wie die Messungen der Dümmer-Museums Lembruch belegen. Der Messwert in Mikrogramm Chlorophyll a pro Liter vom Steinhuder Meer wurde vom NLWKN, Betriebsstelle Sulingen, zur Verfügung gestellt.

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