Naturschützer halten dagegen

Kiter kämpfen für ihren Sport

Landkreis - Von Lars Laue. Robin Poetter betreibt seit seinem 16. Lebensjahr Wassersport. Am Mittwoch saß er auf dem Trockenen. Vor den Mitgliedern des Landtags-Umweltausschusses hat der Betreiber einer Surfschule am Dümmer See und Vertreter der Initiative „Pro Kite Dümmer See“ dafür geworben, das Kitesurfen auf dem zweitgrößten Binnensee Niedersachsens zu erlauben.

Das Thema ist nicht neu. Bereits im Jahr 2016 war die FDP mit ihrem Antrag gescheitert, auf dem Gewässer eine Kitezone einzurichten, wie es sie auf dem Steinhuder Meer bereits gibt. Jetzt haben die Liberalen einen neuen Anlauf unternommen, um den Trendsport auch auf dem Dümmer Raum zu geben.

Der Segel- und Surfsport habe aufgrund des demografischen Wandels und nicht mehr zeitgemäßer Rahmenbedingungen große Nachwuchsprobleme. „Mit der Erlaubnis fürs Kitesurfen am Dümmer würde die Region attraktiver werden“, heißt es in der Begründung der FDP.

Das sieht auch Robin Poetter so, verweist auf die Bootsliegeplätze, die sich seit dem Jahr 2000 mehr als halbiert hätten und darauf, dass die Sicherheitssysteme von Kites sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert hätten. Außerdem werfe ein Kite nicht mehr Schatten als das Segel einer Jolle.

Naturschützer indes halten dagegen, befürchten etwa, dass Vögel durch den Schattenwurf aufgescheucht und durch die teils übers Wasser springenden Kitesurfer vertrieben werden. Sonja Papenfuß, Leiterin des Fachbereichs Umwelt der Region Hannover, erklärte zudem, dass die Kitesurfer für das Steinhuder Meer keine nennenswerte wirtschaftliche Bedeutung hätten. Außerdem verwies die Landschaftsplanerin auf Alternativen wie Kanufahren, Elektro-Surfbretter und Stehpaddeln.

Kommentar zum Thema

Von Lars Laue

Chance geben

Lars Laue

Der Naturschutz ist ohne Zweifel ein hohes Gut, er sollte uns aber nicht davon abhalten, neue Wege zu gehen und neue Möglichkeiten zu eröffnen. Am Ende kommt es auf eine Kompromisslösung an. Die Kitesurfer wollen ja gar nicht den ganzen, 12,4 Quadratkilometer großen See nutzen. Warum nicht einen zeitlich begrenzten Probelauf in ausgewiesenen Teilbereichen des riesigen Sees, der mehr als doppelt so groß wie das Zwischenahner Meer ist, starten?

Nach einer Saison können sich alle Beteiligten wieder an einen Tisch setzen und Bilanz ziehen. Das Kiten auf dem Dümmer von vornherein abzulehnen, ist der falsche Weg. Zumal es durch den Rückgang beim Surf- und Segelsport eigentlich Kapazitäten für die Kiter geben müsste.

Rubriklistenbild: © pixabay

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