Landtagsfraktion stellt Antrag

FDP-Initiative: Kite-Surfen auch am Dümmer?

Lembruch/Hüde - Naturschutz und touristische Nutzung unter einen Hut zu bringen, gleicht am Dümmer manchmal einem Spagat. Aktuell gibt es wieder Bestrebungen, das Kite-Surfen an dem Binnensee zu erlauben. Die Dümmer und Steinhuder Meer-Verordnung untersagt dies derzeit, die FDP-Landtagsfraktion würde das gerne ändern. Über einen entsprechenden Antrag der Liberalen beriet der Ausschuss Umwelt, Energie, Bauen und Klima am Montag erstmals – noch ohne Ergebnis.

Der Tourismus sei am Dümmer der zweitgrößte Arbeitgeber, die touristische Wertschöpfung nicht unerheblich, schreibt die FDP darin. Wenn sportliche Aktivitäten wie Kite-Surfen nicht möglich seien, entspreche das nicht mehr den wirtschaftlichen und touristischen Belangen. Daher ist es aus Sicht der FDP-Fraktion erforderlich, die Dümmer und Steinhuder Meer-Verordnung anzupassen und auf dem Dümmer ein Schulungsgebiet und eine „Korridorlösung“ fürs Kite-Surfen zu schaffen.

Nach Einschätzung der FDP profitiert die Dümmer-Region nicht vom Wirtschaftsfaktor Tourismus, weil Wassersport dort nicht mehr zeitgemäß ausgeübt werden könne. Durch die Zulassung des Kite-Surfens würde die Region insbesondere auch für die nächste Sportler-Generation attraktiver.

Die AfD-Fraktion sieht den FDP-Antrag kritisch. Die Gründe erläutert Fraktionsmitglied Stefan Wirtz in einer Stellungnahme. Der Antrag lasse außer Acht, dass der Dümmer vom Landkreis Diepholz als Natura-2 000-Schutzgebiet ausgewiesen werden solle. In den für diese Sportart denkbaren Arealen befänden sich während der Sommermonate nicht nur Rastplätze verschiedener Vogelarten, es finde auch ein umfangreicher Badebetrieb vor allem von Familien statt.

AfD-Zweifel am Nutzen für Tourismus

Gleichzeitig seien Kite-Surfer mit ihrer schweren Ausrüstung auf Fahrzeugstellplätze in Strandnähe angewiesen. „Typischerweise erscheinen diese Sportler nur bei günstigen Windverhältnissen mit eigenen Campingmobilen als Tagesgäste“, so Wirtz.

Anfänger und ungeübte Kite-Surfer könnten Schwierigkeiten bei der Einhaltung von Grenzbereichen haben und für andere Urlauber eine Gefahrenquelle darstellen. „Sehr fraglich ist, ob diese neue touristische Attraktion im kommenden Naturschutzgebiet wirklich Sinn macht. Einen zusätzlichen Nutzen für die örtliche Touristikbranche kann man jedenfalls nicht ohne Weiteres erkennen“, heißt es in der Stellungnahme abschließend.

Verwaltung grundsätzlich offen

Die Samtgemeindeverwaltung in Lemförde steht dem Wunsch der FDP dagegen offen gegenüber. Es seien schon einige Versuche unternommen worden, das Kite-Surfen am Dümmer zu ermöglichen, entsprechende Anträge seien aber immer gescheitert, erinnert Samtgemeindebürgermeister Rüdiger Scheibe.

Die Samtgemeinde habe sich immer dafür ausgesprochen, probeweise ein Kite-Surf-Angebot in einem begrenzten Bereich zuzulassen und zu schauen, wie es sich auf den Dümmer und den Tourismus auswirke. Scheibe erinnert daran, dass vor 30 Jahren sehr viel mehr Boote auf dem See gefahren sind als heute. Die geringere Zahl an Booten würde andere Nutzungen ermöglichen. Anders als Wirtz sieht Scheibe durchaus einen touristischen Vorteil. Durch das Kite-Surfen könne eine andere, jüngere Klientel gewonnen werden.

Die Räte der betroffenen Gemeinden sehen das ähnlich und wünschen eine Lockerung des in der geplanten Ausweisung des Naturschutzgebietes „Dümmer, Hohe Sieben und Ochsenmoor“ durch den Landkreis vorgesehenen Verbots von Luftfahrtsystemen in bestimmten Bereichen. Über die entsprechende Stellungnahme hat der Samtgemeinderat noch zu entscheiden. 

mer

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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