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Jubiläum im kleinen Paradies: Kita „Lutherspatzen“ feiert 50. Geburtstag

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Von: Melanie Russ

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Die Kita-Kinder haben in den vergangenen Tagen schwer gearbeitet, um den Außenbereich mit neuem Barfußpfad rechtzeitig zum Jubiläum fertig zu gestalten. Leiterin Anke Kordes ist vom Arbeitseifer beeindruckt.
Die Kita-Kinder haben in den vergangenen Tagen schwer gearbeitet, um den Außenbereich mit neuem Barfußpfad rechtzeitig zum Jubiläum fertig zu gestalten. Leiterin Anke Kordes ist vom Arbeitseifer beeindruckt. © Russ

Seit 50 Jahren toben kleine Mädchen und Jungen in der evangelisch-lutherischen Kita „Lutherspatzen“ in Lemförde.

Lemförde – Die Kaninchen, Eichhörnchen und Vögel, die sich in den Bäumen und Büschen verstecken und von Zeit zu Zeit über den Rasen hüpfen, sind Trubel gewöhnt. Es wird sie also nicht sonderlich stören, wenn sich neben den quirligen Mädchen und Jungen am Freitag, 17. Juni, auch noch viele erwachsene Zweibeiner auf dem Gelände der evangelisch-lutherischen Kindertagesstätte „Lutherspatzen“ tummeln. Denn dann findet anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens ein Festakt mit geladenen Gästen statt. Die Kinder sind schon hellauf begeistert und sehr geschäftig dabei, das Außengelände schick herzurichten – schließlich muss alles ordentlich sein, wenn Besuch kommt.

In einem halben Jahrhundert hat sich natürlich viel verändert. Der Kindergarten startete – noch ohne Namen – am 13. Juni 1972 mit drei Vormittagsgruppen à 22 Kindern und einer Nachmittagsgruppe. Die Regelbetreuungszeit war von 8 bis 12 Uhr – undenkbar in der heutigen Zeit. Inzwischen ist die Kita, zu der seit 2013 eine Krippe mit 30 Kindern in zwei Gruppen gehört, von 7 bis 17.30 Uhr geöffnet. 79 Kinder werden in zwei Ganztags-, einer Vormittags- und einer Nachmittagsgruppe betreut.

„Ganz wichtig ist uns, dass wir ein Teil der Kirchengemeinde sind“, sagt Leiterin Anke Kordes, die schon seit 40 Jahren in der Einrichtung arbeitet. „Evangelisch ist nicht nur ein Wort in unserem Namen, das wird gelebt.“ Mit einem allmorgendlichen kurzen Gebet, einer Andacht einmal im Monat und dem Feiern christlicher Feste ihrer Bedeutung entsprechend. Aber wie bei allen Aktivitäten gilt auch in diesem Zusammenhang: Wer nicht mitmachen möchte, muss nicht. „Wir haben auch Muslime und Hindus. Alle fühlen sich bei uns wohl, unabhängig von der Konfession.“

Pädagogisch verfolgt die Kita laut Kordes seit mehr als 30 Jahren ein offenes Konzept, das heißt, die Kinder verbringen die Zeit nicht in einer festen Gruppe, sondern können je nach Interesse und Laune zwischen unterschiedlichen Angeboten wählen. Aktuell gibt es einen Rollenspiel-, einen Kreativ- sowie eine Bau- und Konstruktionsbereich mit Mathewerkstatt. Die große Eingangshalle dient als Bewegungsraum.

In den meisten Räumen stehen nur wenige oder gar keine Stühle, denn die Kinder sollen sich möglichst viel bewegen. Darum ist Kordes der große Außenbereich besonders wichtig. Ein Paradies mit wuchtigen Bäumen, kleinen Büschen, lauschigen Plätzen und – zum Teil naturnahen – Spielmöglichkeiten wie dem neuen Barfußpfad ist im Laufe der Zeit auf dem Gelände entstanden. Viele der Bäume seien in der Anfangszeit des Kindergartens gepflanzt worden, erzählt Kordes.

„In den vergangenen Jahren wurde viel renoviert“, berichtet die Leiterin, aber: „Was fehlt, sind ein Speiseraum und ein Schlafraum.“ Gibt es in einem Jahrgang Kinder, die noch einen Mittagsschlaf benötigen, muss für sie ein eigentlich anderweitig genutzter Raum verwendet werden. Für die anderen Kinder steht er in dieser Zeit nicht zur Verfügung. Gegessen wird in einem abgetrennten Bereich der Halle. „Das entspricht nicht dem, was eine moderne Kita heute haben muss“, sagt Kordes. Trotzdem habe man mit Kreativität immer noch alles möglich machen können, was notwendig war. „Ich bin dem Team und den Kollegen sehr dankbar dafür, dass sie so kreativ und flexibel sind“, betont Anke Kordes.

Gefeiert werden soll das Jubiläum nicht mit einer riesigen Party, sondern zwei kleinen Veranstaltungen. Morgen nehmen die Kinder und ihre Familien an einem Familiengottesdienst in der Martin Luther Kirche teil. Anschließend ist ein internes Picknick unter den Bäumen des Kita-Geländes geplant. Am Freitag, 17. Juni, ab 15 Uhr folgt der offizielle Festakt.

Wenn die Mitarbeiter an dem Tag über ihre Arbeit informieren, wird Anke Kordes viel Gutes zu berichten haben. Denn auch wenn hinsichtlich der räumlichen Situation nicht alles optimal ist, ist sie glücklich in ihrer Kita. „Ich finde, wir haben eine tolle Einrichtung!“

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