Ehrenamtliche beenden Lebensabschnittsphase

Kinderschutzbund: Vorstand tritt komplett zurück

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Die „Schatzkiste“ ist ein Projekt des Kinderschutzbundes, Kreisverband Diepholz, in Lemförde.

Landkreis - Von Anke Seidel. „Erbe vorhanden – Erben gesucht“, so formuliert es Barbara Kreikenberg vom Landesverband des Kinderschutzbundes. Weil der Vorstand des Diepholzer Kreisverbands komplett zurück tritt, sucht die Organisation dringend neue Ehrenamtliche. Denn es gibt erfolgreiche Projekte, die weitergeführt und nach Möglichkeit auf andere Städte und Gemeinden übertragen werden sollen – wie die „Schatzkiste“ in Lemförde oder weitere Schulprojekte, von denen benachteiligte Mädchen und Jungen profitieren können.

„Wir haben nach und nach unsere persönlichen Grenzen erreicht“, begründet die bisherige Vorsitzende Alexandra Reuter den Rücktritt des gesamten Vorstands, zu dem Martina Hartmann und Hannelore Wiesmann (1. und 2. stellvertretende Vorsitzende) ebenso gehören wie Christine Gieseke (Schatzmeisterin), Nicole Köster (Schriftführerin) und Silke Droste (Beisitzerin). Ein Teil dieses Teams hatte sich als junge Mütter einst bei dem Kurs „Starke Eltern – starke Kinder“, ein Angebot des Kinderschutzbundes, kennengelernt. Die Frauen beschlossen, sich gemeinsam im Kinderschutzbund zu engagieren. Jetzt will das Team diese ehrenamtliche Lebensabschnittsphase beenden. Das habe vor allem berufliche Gründe, sagt Alexandra Reuter.

Der Kreisverband habe rund 50 Mitglieder und sei finanziell gut aufgestellt, betont Barbara Kreikenberg. „Da ist noch Luft nach oben“, beschreibt sie die Entwicklungsmöglichkeit dieser Organisation im gesamten Landkreis. Der Kreisverband arbeitet bisher schwerpunktmäßig in Lemförde – und finanziert dort Projekte, die praktisch als „Blaupause“ auf andere Städte und Gemeinden übertragen werden können. Die „Schatzkiste“ zum Beispiel: Dort sorgen Ehrenamtliche dafür, dass bedürftige Familien gespendete Kleidung und Spielzeug für einen symbolischen Euro kaufen können. Außerdem finanziert der Kinderschutzbund stundenweise psychotherapeutische Betreuung für benachteiligte Grundschüler in Lemförde, auch Sprach- und Entwicklungsunterricht für Flüchtlingskinder sowie andere Jungen und Mädchen an der Lemförder Oberschule.

„Wir bleiben natürlich Mitglieder des Kinderschutzbundes und stehen einem neuen Vorstand mit Rat und Tat zur Seite“, sagt Alexandra Reuter. Interessierte können sich unter E-Mail info@kinderschutzbund-diepholz.de informieren – und sich ebenso zu einem Informationsabend am 28. April um 18 Uhr anmelden. Der Ort steht noch nicht genau fest.

Barbara Kreikenberg hofft, neue Ehrenamtliche – Mütter, Väter und auch Senioren – für die Arbeit gewinnen zu können. Profitieren sollen die Kinder, damit sie ihr Leben selbstbestimmt und erfolgreich gestalten können.

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