Diplom-Pädagogin referiert zum Thema „FamilienErgo“

Kirsten Raudonat: „Kinder zeigen gerne, was sie können“

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Die Diplom Pädagogin Kirsten Raudonat referierte in der Grundschule Lemförde zum Thema „FamilienErgo – Kinder für die Schule fit machen“.

Lemförde - Von Christa Bechtel. Sollen Kinder im Kindergarten bereits Chinesisch lernen? Und brauchen sie einen Kurs „Wirtschaftsenglisch für Dreijährige“, um in der Schule Erfolg zu haben? Alle Jahre wieder fragen sich Eltern von Vorschulkindern, wie sie ihre Kinder am besten fit für die Schule machen können und welche Voraussetzungen und Kompetenzen denn eigentlich für den Schuleintritt notwendig sind.

Deshalb hatten die Grundschule, die evangelische Kindertagesstätte, die DRK-Kindertagesstätte „Schatzinsel“ (alle Lemförde) sowie die Kindertagesstätte „Lüttke Lüe“ (Spielkreis) Brockum und der Waldkindergarten Stemweder Berg jetzt zu einem besonderen Elternabend in das Forum der Lemförde Grundschule eingeladen. Das Thema: „FamilienErgo – Kinder für die Schule fit machen“.

Neben den Erzieherinnen und Eltern hieß Schulleiterin Beate Gondek besonders die Referentin Kirsten Raudonat aus Rastede willkommen. Die Diplom-Pädagogin ist in der Erwachsenenbildung sowie in einem Sozialkompetenz-Training für Kinder tätig. Selbst Mutter von zwei erwachsenen Kindern und einem „FamilienErgo erprobten Schulkind“ ist sie davon überzeugt, dass Eltern als die ersten Experten ihrer Kinder in ihrer Erziehungskompetenz unterstützt werden müssen.

„Ergo ist ein präventives Konzept, das Kinder fit machen möchte für die Schule. Es ist keine Therapie und kein Therapieersatz“, verdeutlichte Kirsten Raudonat eingangs. Es gehe um ganz viele Fähigkeiten, betonte die Referentin, die etliche praktische Beispiele in den nächsten zwei Stunden im Gepäck hatte. Insbesondere stellte sie verschiedene Bereiche der Schulfähigkeit wie Fein- und Grobmotorik, kognitive Kompetenzen (sprachliche und nichtsprachliche), lebenspraktische Fähigkeiten, Persönlichkeitsentwicklung und Sozialverhalten vor. All das könnten Eltern mit ihren Kindern im Alltag trainieren – quasi selbstverständlich und fast nebenbei.

Denn durch alltägliche Hausarbeiten wie beispielsweise den Tisch decken, sein Brot selbst schmieren, Wäsche zusammenlegen – dadurch werden Mengenvergleich, Zählfertigkeit oder Orientierungssinn geschult –würden Kinder schulvorbereitende Kompetenzen trainieren. „Kinder mit Alltagskompetenzen haben in der Regel einen guten Schulstart“, bekräftigte Raudonat.

Soziale Kompetenz durch Umgang mit Menschen

Sprache lerne man zum Beispiel nur durch das Reden. „Vorlesen ist ganz wichtig, Zuhören, ausreden lassen, fragen, was die Kinder erlebt haben – und nicht vor den Fernseher setzen“, ihre Tipps zu den kognitiven sprachlichen Fähigkeiten. Sich alleine anziehen fördere die Selbstständigkeit oder seinen Platz aufräumen bedeute, für die eigenen Dinge Verantwortung zu tragen. „Wichtig ist, dass das Kind Gelegenheit bekommt, selbst zu handeln“, akzentuierte die Rastederin.

Soziale Kompetenz werde durch den Umgang mit Menschen erworben. „In der Familie und im Kindergarten lernen Kinder, andere Personen neben sich wahrzunehmen, sie zu respektieren und sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Nur wer darin Übung hat, kann sich in anspruchsvollen Situationen wie in einer Klassengemeinschaft sozial verhalten und sich dann aber auch wieder selbstbewusst auf die Unterrichtsinhalte konzentrieren“, unterstrich die Vortragende.

Fazit: Mit wenig Zeitaufwand und gleichzeitiger Entlastung der Eltern werden die wesentlichen Voraussetzungen für einen gelungenen Schulstart Zuhause in der Familie trainiert; die Kinder werden selbstständiger und übernehmen Verantwortung für sich und für ihre Aufgaben. Die Eltern müssen nicht noch zusätzliche Fahrten und Kosten für externe und manchmal überflüssige Kursangebote übernehmen.

„Kinder zeigen gerne, was sie schon können. Sie sind stolz, wenn sie ,Erwachsenen-Aufgaben’ erledigen dürfen und freuen sich über Anerkennung und Lob. Die wichtigste Voraussetzung zur Umsetzung des Kompetenztrainings ist damit schon erfüllt: Die Kinder werden gerne mitmachen und sich dann ,groß’ fühlen“, versicherte Kirsten Raudonat.

Weitere Informationen finden Interessierte im Internet:

www.familienergo.de.

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