Ludger von Husen verabschiedet

41 Jahre Lehrer aus Leidenschaft: „Kinder geben einem unheimlich viel“

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Schulleiterin Beate Gondek überreicht Konrektor Ludger von Husen die Entlassungs-Urkunde der niedersächsischen Schulbehörde.

Lemförde - Von Christa Bechtel. „Planvoll, strategisch ging er vor, war stets loyal und verlässlich, war immer bereit, extra in die Schule zu kommen, wenn eine aktuelle Sache besprochen beziehungsweise bearbeitet werden musste. Anlässe gab es zunehmend genug.

Und Deine Ruhe war manchmal richtig gut.“ So beschrieb Beate Gondek, Leiterin der Grundschule Lemförde, ihren Konrektor Ludger von Husen bei dessen Verabschiedung in den Ruhestand.

Mit dem Lied „Tschüss, mach's gut“ hatten am Morgen die Schüler den beliebten Lehrer bereits „entlassen“. Bei der Abschiedsfeier mit den Mitarbeitern und einer Vielzahl an Gästen in der Schulaula, die von Husen Ehefrau Christa liebevoll dekoriert hatte, sagte Gondek: „Genieße die restlichen Stunden und deine Abschiedsfeier – ab morgen bist du Pensionär.“

Das Arbeitsleben werde erst richtig schön, „wenn wir, wie es in Lemförde der Fall ist, viele tolle Schüler zu unterrichten haben und mit einem supernetten Team zusammenarbeiten können“. Per Power-Point-Präsentation servierte Gondek zunächst den beruflichen Werdegang ihres Kollegen und dann mit Fotos Impressionen seines Schullebens, die so manches fröhliche Lachen erklingen ließen.

In den Fächern Deutsch, Geschichte und Erdkunde absolvierte Ludger von Husen von 1973 bis 1976 sein Lehramtsstudium an den Universitäten Vechta und Osnabrück mit erstem Staatsexamen. Seine Referendarzeit führte ihn von 1977 bis 1979 in die Hauptschule mit Orientierungsstufe nach Sulingen. 1979 legte er das zweite Staatsexamen ab. Anschließend war er zunächst am Gymnasium Syke tätig und von 1981 bis 1985 an der Haupt- und Realschule mit Orientierungsstufe Lemförde. 

1982 legte von Husen seine Beamtenprüfung ab. Mit einer Teilabordnung war er ab 1985 an der Grundschule Lemförde in der Außenstelle Brockum im Einsatz und bewarb sich zum 1. August 1985 mit Erfolg auf eine dort ausgeschriebene Stelle. Am 26. November 1991 wurde er Konrektor.

Beruf mit Ruhe und Gelassenheit ausgeübt

„Du bist also über 41 Jahre Lehrer und über 26 Jahre Konrektor gewesen; 37 Jahre hast du in deinem Beruf in der Samtgemeinde Altes Amt Lemförde gewirkt“, erinnerte Gondek. „Mit viel Ruhe und Gelassenheit, aber mit klaren Vorstellungen darüber, was deine Schüler bei dir lernen sollten, hast du deinen Lehrerberuf ausgeübt.“ Nachdem sie ihm die offizielle Ruhestands-Urkunde der niedersächsischen Schulbehörde überreicht hatte, kamen noch das Buch „Mann kocht selbst“, eine Putz-CD mit flotter Musik sowie ein Glücksschwein in Gold hinzu.

Auch seine frühere Chefin Helga Steckel, Rektorin im Ruhestand, überreichte ein Präsent, verbunden mit guten Wünschen. Im Namen der Elternschaft und des Fördervereins Treffpunkt Grundschule schloss sich Andreas Baade an: „Egal was war: Sie waren immer mit Rat und Tat an unserer Seite.“ Von Husen habe vor 25 Jahren den Förderverein mit ins Leben gerufen und ihn zu dem gemacht, was er heute sei.

Andrea Hönemann (r.), im nächsten Schulhalbjahr kommissarische Konrektorin, überreicht von Husen im Namen ihrer Kollegen ein Carepaket.

Voll des Lobes war auch Samtgemeindebürgermeister Rüdiger Scheibe. „Niemand wird an Ihnen wahrgenommen haben, Unterricht und Schule seien Ihnen zur Last geworden. Indem Sie die Grundschule verlassen, wird sie nicht besser, sondern sie verliert spürbar an Substanz.“ 

In den vielen Jahren „haben Sie mit großem Engagement für eine gute Ausbildung der Ihnen anvertrauten jungen Menschen Sorge getragen und Ihre Aufgabe an der Grundschule darin gesehen, Weichen zu stellen, Begabungen zu fördern sowie Schüler zu motivieren“. Und: „Langeweile wird bestimmt nicht aufkommen, denn auf den ehrenamtlichen Archivar der Samtgemeinde wartet jede Menge Arbeit“, wies Scheibe auf das Büro, das im neuen Rathaus auf den Neu-Pensionär wartet.

Das Lehrerkollegium verabschiedete sich als Chor und mit einem Carepaket. Das Schlusswort übernahm der künftige Ruheständler. Warum er mit 65 Jahren noch in der Schule gestanden hatte, begründete er so: „Man muss Spaß daran haben. Ganz wichtig ist, dass jeder Tag anders ist, dass die Kinder einem unheimlich viel geben. Ich habe auch nie etwas aufbewahrt, sondern jedes Jahr mit den Kindern den Stoff neu angefangen, weil ich immer das verarbeitet habe, was von den Kindern kam. So war jeder Tag anders. Dieses Glück haben nicht viele in ihrem Leben mit ihrem Job – ich hatte das!“

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