Karl-Heinz Pfannenschmidt geht nach 45 Dienstjahren in den Ruhestand/Eingefleischter Bayern-Fan

Ein gefragter Ansprechpartner in der Verwaltung

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Nach 45 Dienstjahren wurde Karl-Heinz Pfannenschmidt (M.) jetzt von Samtgemeindebürgermeister Rüdiger Scheibe (l.) und Bauamtsleiter Friedrich-Rudolf Bechtel in den Ruhestand verabschiedet. Das Rathaus hatten kreative Frauenhände mit Liebe zum Detail für ihn geschaffen.

Lemförde - „Sie gehen jetzt nach rund 45 Dienstjahren in Rente“, erklärte Samtgemeindebürgermeister Rüdiger Scheibe, als er am Donnerstagnachmittag Karl-Heinz Pfannenschmidt, der von allen nur liebevoll „Kalle“ genannt“ wird, im Beisein von dessen Ehefrau Anneliese sowie dessen Kollegen zum 31. Januar 2016 in den Ruhestand verabschiedete.

Am 1. August 1970 sei Pfannenschmidt beim Landkreis Diepholz als Auszubildender gestartet. Zum 1. April 1975 sei er bei der Samtgemeinde „Altes Amt Lemförde“ in der Kämmerei eingestellt worden, blickte Scheibe zurück. „Mein Vorvorgänger Petering hat damals schon Ihre Fähigkeiten erkannt, wusste, dass Sie ein Guter sind. Denn die Samtgemeinde hat eine Ablösesumme an den Landkreis Diepholz in Höhe von 7482,74 DM für Sie bezahlt. Das war damals der Kaufpreis für einen Audi 80“, verdeutlichte der Rathauschef gegenüber den jüngeren Kollegen.

Im Alter von 37 Jahren sei Pfannenschmidt mit Aufgaben betraut worden, „für die Sie eigentlich eine zusätzliche Ausbildung hätten haben müssen“, erläuterte Scheibe. Doch dem Praktiker habe man die Aufgabenerfüllung auch ohne Lehrgangsbesuch zugetraut. Von Mitte 1986 bis März 2004 habe er sich zudem im Personalrat engagiert, davon 16 Jahre als Vorsitzender. Längster beruflicher Wegbegleiter sei Rolf Schwieger gewesen, „mit dem Sie schon beim Landkreis zusammengearbeitet haben. Im Bauamt ist Ihr längster Wegbegleiter Herr Bechtel.“ Der sorgte für den humorvollen Teil der Verabschiedung. „,Kalle‘ Pfannenschmidt ist ein Gewächs der Samtgemeinde“, begann Friedrich-Rudolf Bechtel. Dessen Vorteil sei gewesen: „Dass er als Einheimischer viele Menschen kennt und kannte, die ihn gerne als Ansprechpartner genutzt haben. Auch für Fragen, für die er gar nicht zuständig war“, veranschaulichte der Bauamtsleiter. Das habe hervorragend Distanzen überwunden, da Pfannenschmidt dadurch einen „barrierefreien“ Zugang zur Verwaltung geschaffen habe, lange bevor dieser Begriff überhaupt ein Thema gewesen sei.

Sowohl im Umgang mit Kollegen, wie auch mit Bürgern, Baufirmen und ähnlichen sei Pfannenschmidt stets besonnen und kompetent aufgetreten. Bechtel: „Profunde Kenntnisse machten ihn zu einem gefragten Ansprechpartner.“

Ein kritisches Verhältnis habe der Lembrucher allerdings zu seinem langjährigen Kollegen Heinz-Herbert Schnittger gehabt, da er ein eingefleischter Bayern-Fan und Schnittger ein ebenso engagierter Borussia Dortmund-Fan sei. „Im Sinne einer vorbeugenden Deeskalation habe ich nach dem DFB-Pokal-Finale 2014 vorsichtshalber die Zugangswege zu den Büros der beiden getrennt“, scherzte Bechtel. Überhaupt: „Fußball war und ist Ihr Leben.“ In diesem Zusammenhang erinnerte Bechtel an das Spiel in Lemförde gegen die Uwe- Seeler-Traditionself. „Da ist unser Kollege gegen Uwe Seeler fair, aber mit ganzem Körpereinsatz angetreten“, so Bechtel. „Ein Kollege, den wir nicht gerne gehen lassen und deshalb hoffen, dass wir in Kontakt bleiben“, sagte Bechtel.

„Die Samtgemeinde hat für mich drei wichtige Entscheidungen getroffen: Sie hat mich zum 1. April 1975 ‚eingekauft‘. Sie hat mich dort eingesetzt, wo es mir sehr lieb war und was meinen Eigenschaften und Fähigkeiten entsprach. Und sie hat stets pünktlich mein Salär bezahlt“, zählte „Kalle“ Pfannenschmidt mit etwas Wehmut in der Stimme auf. Von seinen „Mädels“ verabschiedete er sich jeweils mit einer Rose, von seinen Kollegen mit Nervennahrung – einer Tafel Schokolade.

cb

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