Junge Volkshochschule bietet Nähwerkstatt und mehr im Familienzentrum

Ebru-Malerei: Erlernen von Geduld, Fantasie und Freude

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Ebru-Malerei ist nicht nur Farbe auf Flüssigkeit aus Algenextrakt zu träufeln, sondern das Erlenen von Geduld, Fantasie und Freude.

Lemförde - Die sieben Kinder und Jugendlichen, die am Samstagvormittag den großen Allzweckraum im Familienzentrum in Lemförde mit Leben und Stimmen füllen, scheinen ein eingespieltes Team zu sein.

Sechs Mädchen ab acht Jahren und ein Junge sind die Teilnehmer des Kurses der Volkshochschule am Standort Lemförde: Junge VHS-Nähwerkstatt mit Judite Weitekamp. Zwar stehen die Nähmaschinen der jungen Nähschüler am Abschlusstag noch still, aber sie sollten später noch zum Einsatz kommen. Stattdessen stellen die Schüler die später zu verarbeitenden Seidenstoffe selbst gerade her. Oder wunderbar bunte, mit psychodelischen Mustern, anmutende Weihnachtskarten liegen schon auf den Heizkörpern zum Trocknen.

„Wir treffen uns schon seit zwei Jahren, einmal im Monat“, berichtet die Kursleiterin Weitekamp aus Haldem. Sie studierte Kunst, unterrichtete 18 Jahre im Bereich Kunst und Handwerk an einer Schule in Lettland und kennt sehr viele Techniken. Ihre kleine Gruppe ist nun schon so weit fortgeschritten im Nähen, dass Weitekamp am letzten Kurstag die „Ebru-Malerei“ vorstellte. Ebru heißt ins Deutsche übersetzt so viel wie „Wolke“ und meint, die Kunst und Technik des Malens auf dem Wasser.

Ebru-Malerei sei aber nicht nur Farbe auf Flüssigkeit aus Algenextrakt zu träufeln, sondern das Erlernen von Geduld, Fantasie und Freude. Die Anfänge dieser Malerei seien auf Mitte des 16. Jahrhunderts datiert und das sogenannte entstandene „Marmorpapier“ oder „türkische Papier“ genösse in Persien und in der Türkei eine besondere Rolle für Bucheinbände, Tücher, Bilder.

Als der „Tanz der Farben auf dem Wasser“ endete, konnten die Mal- und Nähschüler ein Stück Seidenstoff auf das entstandene Muster legen, hochnehmen und wie bei einer schnellen Fotokopie war das Muster auf dem Stoff und das Algen-Schleim-Wasser fast rein. Getrocknet, gebügelt und daraus ein Herz für den Weihnachtsbaum genäht, war ein Geschenk entstanden. Und aus dem nächsten Stoffstück Engelsflügel mit Aufhänger. Ein weiteres entstand durch Schablonendruck, daraus individuell gefertigt ein Tannenbaum auf einem Stock. Die bunte Welt der Stoffe, Leder, Bänder, Garne und Knöpfe faszinierte die Schüler so sehr, dass sie fast alle spontan entschieden: „Ja, wir machen im nächsten Kurs wieder mit.“

Mit Judite, ihrer Lehrmeisterin, hatten sie bereits Kissenbezüge, Frühstückskörbchen, Schürzen und einen Rock genäht. Bunt wie die Stoffe waren sie auch aus der Samtgemeinde und über den Rand hinaus zusammen gewürfelt: Aus Lembruch, Quernheim, Lemförde und Dümmerlohausen kamen sie.

Wie begehrt ihre Anfänger- und Fortgeschrittenen-Kurse sind, weiß die Kunstlehrerin aus ihrem Angebot in Osnabrück: „Dort bringen die Eltern sehr gerne die Kinder zu mir, wenn sie einmal in Ruhe einkaufen möchte.“ Ebru sei aber noch mehr: „Immer die Bereitschaft, die Farbe bis zu einem gewissen Grad ihren eigenen Weg finden zu lassen, der Phantasie zu folgen und daraus dann ein Bild zu schaffen“.

sbb

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