Isaac und Sitta Kamara besuchen Oberschule

„Was ich gemacht habe, lohnt sich“

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Gebannt schauten 261 Schüler-Augenpaare auf die Leinwand, um mitzuerleben, wie sehr sich die Kinder in den Heimen in Sierra Leone über ihre Hilfe freuten.

Lemförde - Sage und schreibe 5500 Euro haben einige „Helden“ der Von-Sanden-Oberschule (VSO) im Rahmen des Projekts „Heroes for one day“ im Juli an verschiedenen Stellen erarbeitet (wir berichteten). Alles für den guten Zweck, denn nach und nach kommt diese Summe drei Waisenhäusern in Sierra Leone zugute. Die Verteilung vor Ort in Form von Naturalien übernimmt Isaac Kamara, der vor einigen Monaten bereits die VSO in Lemförde besuchte.

Jetzt hatte das Projekt einen wunderbaren Nachklang. Kamara und seine Frau Sitta kamen nach Lemförde, um per Fotos und Videos zu zeigen, wie er mit dem ersten Geld die Kinder in den Waisenhäusern mit Lebensmitteln versorgt hat.

261 Schüler-Augenpaare plus die der Gäste aus Sierra Leone und die seiner Kolleginnen und Kollegen auf sich gerichtet, erklärte Schulleiter Marc Greve zum Auftakt in der Pausenhalle: „Wir haben im letzten Schuljahr ein Projekt durchgezogen, an dem sich sehr viele von euch beteiligt haben. Ich finde es sehr schön, dass wir heute ein paar der Ergebnisse sehen können, für die ihr die Verantwortung tragt.“

„Es freut mich, euch wiederzusehen“, sagte Kamara strahlend. Er habe das Geld bekommen, „für das ihr so viel gearbeitet habt, um den Kindern in Sierra Leone zu helfen.“ Weiter meinte er mit Blick auf die Leinwand: „Ich glaube das, was ich gemacht habe, lohnt sich.“ Er hoffe, dass die „Helden“ damit zufrieden seien.

Isaac Kamara hat drei Kinderheime in Masiaka, Waterloo und Freetown-Adonkia ausgewählt, in denen Kinder leben, „die beide Eltern wegen Ebola verloren haben“, erläuterte er. Im ersten Heim in Masiaka würden sechs Mädchen und zwei Jungen leben.

„Die erste Lieferung war noch am letzten Schulwochenende. Die zweite Lieferung war dann in der zweiten Augustwoche“, verdeutlichte Lehrer Stephan Flore, der seit 2009 jährlich den unitaristischen Staat in Westafrika besucht. „Die waren total überwältigt von dieser unerwarteten Hilfe – das könnt ihr euch gar nicht vorstellen“, sagte Flore, während die VSO-Schüler gebannt auf die Leinwand schauten und dabei hautnah miterlebten, wie sehr sich die Kinder in den Heimen über ihre Hilfe freuten.

Die kam zum Beispiel in Form von vier Säcken Reis á 50 Kilogramm, Öl, Erdnussbutter, Zucker, Milch, Kakao, Tomaten, Salz, Zwiebeln an.

Das zweite Heim in Waterloo ist nicht viel größer als ein Carport, in dem sich derzeit zwei Kinder in zwei Räumen befinden. „Der Junge kann nur aufrecht stehen, wenn er sich an die Wand lehnt“, schilderte Flore die Verhältnisse. Im dritten leben 18 Kinder mit ihrer Leiterin Rosalie Conteh, „die auch die Tante unserer Adoptivtochter ist“, veranschaulichte der Lehrer

In Raten wird Isaac Kamara in den kommenden Monaten das Geld bekommen, das die VSO-Schüler während des Projekts „Heroes for one day“ erarbeiteten. Denn mit dem Betrag von 5500 Euro können fast ein Jahr lang die drei genannten Waisenhäuser versorgt werden.

cb

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