Hugo Hartwig Cronjaeger übergibt Amtshof-Chronik an Dümmer-Museum

Ein Stück Zeitgeschichte für die Öffentlichkeit

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Professor Hugo Hartwig Cronjaeger und seine Ehefrau Gerlinde aus Brockum übergaben Sabine Hacke, Leiterin des Dümmer-Museums, die Chronik „Der neue Amtshof – Die wahre Geschichte“. Ohne die Arbeit des Ehepaars gäbe es den Amtshof „Altes Amt Lemförde“ heute nicht mehr.

Simone Brauns-Bömermann - Von. Es ist eine von zahlreichen Zäsuren im Leben von Professor Hugo Hartwig Cronjaeger aus Brockum, dem ehemaligen Besitzer des Amtshofes Mit Erreichen seiner persönlich definierten Altersgrenze von 85 Jahren übergab er gemeinsam mit seiner Ehefrau Gerlinde der Leiterin des Dümmer-Museums, Sabine Hacke, die ausführliche Dokumentation „Der neue Amtshof – Die wahre Geschichte“. Zwei prall gefüllte Ordner mit Zeichnungen, Korrespondenz und Presseartikeln werden ab sofort für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

„Ich bin sehr stolz, dass diese Ansammlung an Fachwissen und Engagement in unser Archiv kommt“, bedankte sich Hacke bei dem Zimmermann, Baumeister, Architekten, Denkmalpfleger und Skulpteur. Damit erfüllt das Dümmer-Museum seinen öffentliche Auftrag und die Kernaufgabe des Sammelns, Dokumentierens und Forschens zu essentiellen Fakten in der Dümmer-Niederung.

Die Dokumentation von Cronjaeger ist im Museum in guter Gesellschaft mit der restlichen Geschichte.

Die zwei Ordner beinhalten eine Chronik zur Rettung des Amtshofes, insbesondere der Ordner in Orange zeigt, wie lange der Kampf um die Sicherung des Amtshofes und der Bergung und Einlagerung seiner Trabantengebäude dauerte: Ab Anfang der 1970er- Jahre.

Die Erhaltungswürdigkeit des Gebäudes steht heute, da aktuell im Juli der angrenzende neu erstellte Bürgerpark eröffnet wird, außer Zweifel. Doch das war nicht immer so: Nur durch viele Bemühungen, Kampf, Eigenengagement und letztlich den Kauf des abrissgefährdeten Amtshofes durch die Familie Cronjaeger steht das Gebäude heute noch als eines in der Geschichte um die Diepholzer Edelherren – im unmittelbaren Kontext mit dem Diepholzer Schloss und der Gruft des letzten Grafen von Diepholz in der Kirche zu Mariendrebber.

Es ist aber nicht das einzige Gebäude, das Cronjaeger rettete: „Nunmehr sind wir behaust in einem Baudenkmal von 1811, das wie der Amtshof, vor dem Abriss durch den Erwerb gerettet wurde“, erklärte Cronjaeger.

In Lemförde startete 1973 neben der Rettung eines historischen Bauwerkes, dessen Abriss bereits 1968 erwogen wurde, auch die Bergung und Einlagerung einer Fischerkate (13. Jahrhundert) aus Hüde. Sie ist heute ein schmuckes Gebäude auf dem Amtshofgelände und Entre des neuen Bürgerparks.

„Die Arbeit

hat sich gelohnt“

„Mit der Übergabe der Dokumentation mit allen Widrigkeiten beende ich nun mein Wirken zum Erhalt des Amtshofes und seiner Trabanten nach 42 Jahren. Die Arbeit hat sich gelohnt“, resümiert der passionierte Denkmalpfleger.

Von Seiten der Samtgemeinde „Altes Amt Lemförde“ bestand Anfang der 1980er-Jahre wenig Interesse der Sanierung, zudem es auch noch die Absage der Städtebauförderung 1985 gab. Diese konnte jedoch 1989 erlangt werden. Aus der gleich gearteten Fördermöglichkeit wurde aktuell der neue Bürgerpark mitfinanziert. Cronjaeger gab sich im Kampf nicht geschlagen. Im Rahmen eines wissenschaftlichen Projektes mit Architekturstudenten der heutigen „University of Applied Science“ Bielefeld/Minden, reisenden Gesellen und einer handfesten Gruppe um gewillte Retter der Geschichte von Lemförde, hielt er wacker bis 1990 durch. Anträge auf öffentliche Fördermittel blieben bis dahin erfolglos, obwohl sich der damalige Ministerpräsident Dr. Ernst Albrecht und der Präsident der Fachkommission für Denkmalschutz des Europarates, Dr. Olaf Schwenke, um die Angelegenheit kümmerten.

Im heutigen Amtshof befinden sich Teile des Rathauses, die Gemeinde mietete erst den von einem Investor sanierten Burgteil, kaufte ihn 2008 dann doch. Der Amtshof, der auf die Burg Lemförde der Edelherren zu Diepholz aus dem 14. Jahrhundert zurückgeht, ist heute Mittel- und Anziehungspunkt im Flecken.

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