„Altes Amt Lemförde“: Erste Anlage dieser Art auf dem Hof Helmsmüller

Hüder „Milchtankstelle“ hat rund um die Uhr geöffnet

Mithilfe von Stefan Helmsmüller (r.) „tankten“ die Kinder Lynn (l.) und Haylee Gellert mit Mama Jasmin begeistert Milch. Paul und Lotta Hannker schauten fasziniert zu. - Foto: Bechtel

Hüde - „Aufgrund der schlechten Marktsituation, die wir seit über einem Jahr haben, haben wir nach einer Alternative gesucht“, erklärt Stefan Helmsmüller auf die Frage, wie die Idee für die Milchtankstelle, die Pfingstsonntag auf dem Hof Helmsmüller in Hüde eröffnet wurde, entstand. Die erste in der Samtgemeinde „Altes Amt Lemförde“. Die nächsten Milchtankstellen befinden sich in Rehden, St. Hülfe-Heede, aber auch in Hunteburg.

Nachdem man an der Bundesstraße 51 in Hüde die beiden Benzin-Tankstellen passiert hat, entdeckt man kurz dahinter auf der rechten Seite ein großes blaues Schild mit der Aufschrift „Milchtankstelle“. Dort bewirtschaftet Stefan Helmsmüller mit seinem Bruder Heiner gemeinsam den großen Hof, wo nur glückliche Kühe zu Hause sind. Denn: Alle Futtermittel werden selbst erzeugt. „Wir beziehen nur noch Eiweiß-Komponenten von der Genossenschaft; den Rest produzieren wir auf den eigenen Flächen“, veranschaulicht der Landwirt, der ergänzt: „Nimmt man den Niedersachsen-Durchschnitt, leben die Kühe hier zwei Jahre länger.“

Für die Milchtankstelle hatten die Brüder rund 20.000 Euro an Investitionskosten. Rechnet man den Umbau im Haus hinzu, kommen nochmals knapp 10.000 Euro dazu. Pro Liter Milch bekommen sie einen Euro. „Von der Molkerei erhalten wir zurzeit 21 Cent pro Liter“, sagt der Landwirt resigniert, der weiß, dass in Deutschland der Milchpreis so niedrig ist, wie nirgendwo anders. Dadurch, dass Familie Helmsmüller an der Milchkontrolle teilnimmt, wird diese auch ständig überwacht. „Es gibt eigentlich kein sichereres Lebensmittel als Milch“, weiß der Jungbauer.

In den Tank passen 250 Liter

In den Helmsmüller´schen Tank passen 250 Liter. Flaschen können käuflich erworben werden, die dann dem Kunden gehören und immer wieder verwendet werden können. Gekühlt ist die Milch auf etwa fünf Grad. Die Bedienung ist kinderleicht: Münzgeld einwerfen, Gefäß in die Öffnung des Automaten halten, auf den Knopf drücken – schon gibt es frische Milch direkt vom Erzeuger. Was Lynn Gellert und ihre kleine Schwester Haylee sowie Paul und Lotta Hannker am Sonntag bereits begeistert testeten. Übrigens kann man rund um die Uhr an sieben Tagen dort frische Milch bekommen.

Da es Rohmilch ist: Muss sie abgekocht werden, damit man sie trinken kann? „Ich muss darauf hinweisen, dass sie abgekocht werden muss“, sagt Stefan Helmsmüller. Letztendlich werde es aber dem Verbraucher überlassen. „Wir haben die Rohmilch immer so getrunken“, erzählt er lächelnd.

Sehen Helmsmüllers die Tankstelle als ein weiteres finanzielles Standbein auf ihrem Hof? „Standbein – schon irgendwo. Es soll sich als ein nettes Zubrot oder als Alternativverdienst gerade in dieser Zeit entwickeln. Aber ich glaube nicht, dass einer von uns davon leben könnte“, bemerkt der Landwirt. Das Ganze sei nämlich auch mit einem deutlichen Mehraufwand verbunden. Schließlich müsse die Anlage täglich gereinigt werden.

„Wenn die Milchtankstelle gut läuft, gibt es andere Aufgaben auf dem Hof, die auch sein müssen. Die aber weniger einbringen, als die Milchtankstelle täglich gründlich zu reinigen“, meint Helmsmüller scherzend, der hier schmunzelnd das Fegen des Hofes erwähnt.  

cb

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