Arbeitsbeginn im Frühjahr 2017 / Planung für Tourismuskonzept

Hüder Abenteuergolfplatz soll doch gebaut werden

Die Abenteuergolfanlage in Hüde soll doch gebaut werden. Ein Alternativstandort im Ort wird jedoch geprüft. - Foto: Archiv/Benker

hüde - Das Thema „Abenteuergolfplatz“ geht in eine neue Runde. Das Projekt soll nun doch realisiert werden. Dies gab Samtgemeindebürgermeister Rüdiger Scheibe in der Ratssitzung der Gemeinde Hüde am Donnerstagabend bekannt.

Der Tourismusbeirat und der Verwaltungsausschuss der Samtgemeinde „Altes Amt Lemförde“ hatten laut Scheibe diese Woche im Rahmen ihrer Sitzungen über die Weiterentwicklung der touristischen Infrastruktur beraten und dabei beschlossen, dass der Abenteuergolfplatz in Hüde gebaut werden soll. Neben dem bisherigen Standort soll jedoch auch eine Errichtung in der Nähe des Freizeitbades geprüft werden. Ziel sei es, mit den Baumaßnahmen im Frühjahr 2017 zu beginnen.

Zusätzlich sei die Verwaltung von Tourismusbeirat und Verwaltungsausschuss beauftragt worden, ob und wo ein sogenannter „Frisbee-Golfplatz“, in Hüde realisiert werden könne.

Der Toilettenneubau an der öffentlichen Badestelle in Hüde soll ebenfalls vorangetrieben werden. Bestehende Sanitäranlagen im Hüder Hafen sowie am Dümmer-Museum in Lembruch sollen kernsaniert werden. Auch ein Tourismuskonzept für die Dümmergemeinden wird geplant.

Das Projekt war in der jüngsten Sitzung des Samtgemeinderats abgelehnt worden (wir berichteten am 26. Mai). Eine Mehrheit der Samtgemeinderatsmitglieder war mit einer überplanmäßigen Ausgabe für den Abenteuergolfplatz nicht einverstanden gewesen. Um die Höhe der Summe, rund 68 000 Euro, hatte es Differenzen gegeben. Laut Heike Hannker, Mitglied des Hüder Rats, sei diese lediglich einer fehlerhaften Ausschreibung zuzuschreiben. Die tatsächlichen Mehrkosten lägen bei 15 000 Euro (wir berichteten am 28. Mai). Die Ablehnung hatte zu Protesten vieler Hüder Bürger und Touristiker geführt.

In der von den Ratsmitgliedern emotional geführten Debatte wehrte sich Hannker zudem gegen Vorwürfe, sie und Anselm Höfelmeier, zusammen mit Hannker Mitbetreiber der geplanten Abenteuergolfanlage, würden sich an dem Projekt persönlich bereichern wollen. „Einmal erzählt man, das ist Quatsch, das funktioniert nicht, da wird Geld in den Sand gesetzt, und im nächsten Atemzug sagt man, wir machen uns die Taschen voll und bringen das Geld mit der Schubkarre zur Bank.“

Hannker machte zudem deutlich, dass sie und Höfelmeier nur als Betreiber tätig geworden waren, weil die Samtgemeinde den Platz nicht selbst betreiben wollte. Die ganze Planung, beispiels- weise die Gründung einer GbR, sei ehrenamtlich erfolgt. „Wir machen das in unserer Freizeit, weil wir für Hüde ein gutes Projekt auf die Beine stellen wollen. Jeder der glaubt, man wird mit Minigolf reich, hat es irgendwo nicht ganz begriffen“, führte Hannker weiter aus. Sie sei nicht bereit, „sich wie eine Sau durchs Dorf treiben zu lassen“, machte sie ihrer Enttäuschung über in der Gemeinde Hüde und der Samtgemeinde gestreute Gerüchte Luft.

An die Adresse von Rüdiger Scheibe gerichtet kritisierten mehrere Ratsmitglieder die ihrer Meinung nach ungleiche Verteilung von Tourismusgeldern. In den vergangenen Jahren sei vergleichsweise wenig Geld nach Hüde geflossen. Hüdes Bürgermeister Heiner Richmann verteidigte Scheibe gegen den Vorwurf eines Zuhörers, ein vom früheren Tourismusmanager Hendrik Wolff erstelltes Tourismuskonzept sei nicht umgesetzt worden: „Das Konzept ist leider schon in der Schublade seines Vorgängers gelandet.“ J mj

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