„Wir haben schon einen guten Zusammenhalt“ 

Hüde stellt beim Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ 

Für Hüdes Bürgermeister Heiner Richmann sollte die Dorfentwicklung für alle möglich sein. - Foto: Brauns-Bömermann

Hüde - Was zeichnet die Dörfer aus, was macht sie attraktiv, wohn- und lebenswert und wann hat ein Dorf Zukunft? Dieser Frage auf der Spur ist neben zwölf weiteren Dörfern beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ aus dem Landkreis Diepholz derzeit auch Hüde am Dümmer. Die 14-köpfige Bewertungskommission wird sich im Juni auf die Reise begeben und unter anderen Hüde besuchen.

In Hüde kursiert in der Kommunikation bereits der Arbeitstitel „Dorf-Future“, denn die Vorbereitungen auf die Präsentation Mitte Juni haben begonnen. Unsere Zeitung sprach mit Bürgermeister Heiner Richmann über den Stand nach der Bewerbung.

Wie kommt Hüde plötzlich dazu, am Wettbewerb teilzunehmen?

Heiner Richmann: Das kam gar nicht so plötzlich. Wir haben uns im Rat schon vor zwei Jahren überlegt, eines Tages teilzunehmen.

Herr Richmann, sind Sie sich der Beteiligung vieler Bürger und Vereine sicher?

Richmann: Da bin ich sehr optimistisch. Beim Antrag ist ins Auge gefallen, dass ein Leitbild zu entwickeln ist. Das fanden wir alle sehr spannend und es fehlt uns. Das ist jetzt die Chance. Wir planen, alle Bürger, Vereine, Verbände und Interessengruppen zum 20. April ins Hüder Dorfhaus einzuladen und ihre Ideen zu präsentieren. Und hoffen natürlich später auf aktive Teilnahme am Präsentationstag im Juni.

Der Dorfwettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ hat seinen Ursprung Anfang der 60er Jahre und hieß damals „Unser Dorf soll schöner werden“. Spielt das eine Rolle für Sie heute?

Richmann: Das wird es ja Tag für Tag mit jedem Projekt, was ein Einzelner anstößt oder eine Gruppe sich auf die Fahne schreibt. Der Wettbewerb ist aber komplexer geworden, er erstreckt sich nicht mehr nur auf die Gestaltung der Ortsbilder im Grün- und Baubereich, sondern fragt nach dem Zusammenleben im Dorf in puncto Demografie, Integration und Klimarelevanz.

Intern heißt Ihr Arbeitstitel symptomatisch „Dorf-Future“. Ist der Name schon bei allen Bürgern als Programm angekommen?

Richmann: Bei den Vereinen und Interessengemeinschaften glaube ich schon. Denn wir haben ja bereits ohne Wettbewerb einen guten Zusammenhalt und positive Synergien aus dem Zusammenleben.

Was genau meinen Sie damit?

Richmann: Die Summe aller Aktivitäten in den Vereinen wie Feuerwehr, Schützenverein, Dorfverein, Verschönerungsverein, Jägerschaft, Naturschutzvereine, Segelclubs, der Kirche. Und wir dürfen sogar den Binsen- und Mattenflechtverein und den Frohsinnverein unser Eigen nennen. Darüber sollte Dorfentwicklung für alle möglich sein.

Was versprechen Sie sich von dem Treffen aller am 20. April?

Richmann: Wir werden Ideen sammeln, Sprecher für Schwerpunkte ausgucken und Arbeit verteilen. Das wird aber schöne Arbeit sein, denn das Resultat sollte für alle Interessengruppen positiv ausfallen. Das Leitbild sollte nicht nur, weil Hüde am Dümmer liegt, den Tourismus im Auge haben, sondern sich breiter aufstellen. Denn wir sind nach wie vor eine landwirtschaftlich geprägte Region, in der das Spektrum Wirtschaft, Landwirtschaft, Tourismus, Natur und Naturschutz im Einklang möglich sein sollten.

Welche Plätze bereiten Ihnen derzeit noch Kopfschmerzen?

Richmann: Der Dorfplatz gar nicht, denn wir stellen aktuell die Dorfremise unserem Dorfhaus zur Seite. Bei dem exponierten Gelände an der Kreuzung „Im Dorfe/Niedersachsenstraße“, ehemals Hüder Hof, wäre eine Lösung für die Besucher und Bürger des Ortes sehr erstrebenswert. Ein Park, eine Relax-Oase, ein Ankommen- oder Verweilort. Da ist Gesprächsbedarf mit dem Eigentümer.

Wie werden Sie die Thematik der älteren Generation und Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs und Dienstleistungen angehen? Das ist ja auch eine Art von Integration.

Richmann: Wir nehmen den Wettbewerb als Chance, der Frage intensiv nachzugehen, um Lösungsvorschläge zu entwickeln. Gesundes vom Hofladen, Milchtankstelle, Gastronomie, Bäcker, Café, Strandbar, ein Hallenbad und den Friseur haben wir ja schon im Ort. Unser Ziel ist das Kommen und Bleiben der Menschen. Das betrifft sowohl die festen Einwohner als auch die Gäste des Dümmers und der Natur rundherum.

sbb

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