Schäferei Seel und Partner präsentieren sich in Stemshorn

Hoffest lockt Besucher an

Hobbyschäfer Peter Müller zeigte mit seinem Hund „Skip“ eindrucksvoll wie die Schafherde zusammengehalten wird. J Foto: Mühlke

Stemshorn - Von Heidrun Mühlke. Tausende Besucher pilgerten am Sonntag zum beschaulichen Schäferhof nach Stemshorn. Nur zu gerne waren sie der Einladung des Schäfermeisters Michael Seel und dessen Familie sowie dem Verein Naturraum Dümmerniederung und vielen regionalen Kooperationspartnern gefolgt, um beim Schäferhoffest in der Schäferei am Huntedeich einen naturnahen Tag mit vielen Aktionen zu erleben.

Einen höchst interessanten Einblick in die Arbeit mit den Schafen lieferten die Hüder Hobbyschäfer Britta und Peter Müller sowie Laura Seel. Mit ihren ausgebildeten Hunden, dem zehnjährigen Bordercollie „Skip“, dem vierjährigen Border-Hütehund-Mix „Joe“ und der fünfjährigen Altdeutschen Hütehündin „Nora“ steuerten sie die 600 Tiere zählende Schafherde eindrucksvoll über die Weide durch ein schmales Gatter hindurch.

Was für die Zuschauer einfach aussehen mochte, forderte den Schäfern und deren Hunden ein großes Maß an Konzentration und Gehorsam ab. Souverän trieben die Hunde die Schafe über die Weide. „Der Hund hat die komplette Kontrolle, dass die Schafherde zusammenbleibt“, erklärte Oliver Lange, Mitarbeiter beim Naturschutzbund Dümmer den Zuschauern das Geschehen auf der Weide.

Schwierig war es natürlich, die große Herde durch das enge Gatter zu führen. Aber Hunde und Hirten meisterten die Aufgabe souverän. Im Schäferei-Alltag halten die Schafe die Weiden in der Dümmer-Region kurz und haben darin ihre Bestimmung. Fünf bis sechs Jahre werden die Tiere der Schäferhofs alt – bis sie das gleiche Schicksal wie alle Nutztiere ereilt.

Mit großer Wahrscheinlichkeit wesentlich älter wird wohl die Schaf-Dame „Karneval“ werden. Das Lamm wurde von seiner Mutter nicht angenommen und von Inka, der Tochter des Schäfers Michael Seel, mit der Flasche großgezogen. „Seither folgt mir ‚Karneval‘ auf Schritt und Tritt“, freut sich Inka. Beim Schäferhoffest hatte „Karneval“ eine besondere Aufgabe. Das sechsjährige Schaf ließ sich geduldig mit allen Besuchern, die Lust hatten, fotografieren.

Nebenher gab es für die Besucher allerlei zu entdecken. Alte Haustierrassen waren gleichermaßen zu sehen wie traditionelle Handwerkstechniken, die Kinder durften sich auf der Strohpyramide austoben oder einen Pony-Ausritt über den Hof unternehmen. Der Hegering Lemförde hatte sein Naturmobil mit lebensechten Präparaten aufgebaut, die Jagdhorngruppe sorgte für den musikalischen Rahmen, die Arbeitsgemeinschaft Eulenschutz präsentierte heimische Eulenarten und die Niedersächsisch-Westfälische Anglervereinigung erläuterte den Angelsport und zeigte welche Fisch- und Krebsarten in Hunte und Dümmer vorkommen.

Altes Handwerk und Infos zum Dümmer

Mit dabei waren auch die Naturschutzstation Dümmer mit Infotafeln zu heimischen Schmetterlingen und Störchen sowie die kooperierenden Verbände Naturschutzring und Natur- und Umweltschutzvereinigung Dümmer mit Infos rund um den Dümmer, beispielsweise der Schilfproblematik.

Während die Schmiede Anton Bolken und Enno Janßen das alte Handwerk des Dengelns zeigten und die Schneide einer Sense auf diese Weise schärften, hatten Drohnes Strickeschläger ihre Gerätschaften aufgebaut und fertigten Seile, Stricke und Taue aller Farben, Längen und Stärken.

Damit am Ende niemand hungrig oder durstig den Schäferhof verlassen musste, war auch die Speisekarte angemessen mit Leckereien von der Moorschnucke und weiteren regionalen Delikatessen oder Kaffee und Kuchen gefüllt. Eine ganz besondere Spezialität hatte Schäfer Michael Seel im Angebot. „Unseren ‚Schnuckenblutlikör‘ als neues regionales Erzeugnis vom Schäferhof gilt es heute zum ersten Mal zu probieren“, freut sich der Schäfermeister, dem es eine Herzensangelegenheit war, mit allen die im Ochsenmoor zusammenarbeiten – seien es Jäger, Naturschützer oder Handwerker – aber auch den vielen Gästen einen gemütlichen Nachmittag zu verbringen.

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