Nabu übergibt zwei Plaketten für nistfreundliche Gebäude

Höfelmeier gibt Schwalben ein Zuhause

Möchten durch die Schwalbenplaketten die Gastfreundschaft demonstrieren (v.l.): Michael Merge, Bernd Averbeck, Julia Rathgen, Anselm Höfelmeier, Werner Schiller und Dieter Nitschke mit einer handgebauten Nisthilfe für drei Vogelpaare.

Hüde – „Bei Ihnen sind Schwalben willkommen“ steht auf der Urkunde des Naturschutzbunds (Nabu). Die Urkunde und gleich zwei Plaketten für die Hauswand erhielt Anselm Höfelmeier, Betreiber eines Campingplatzes und Vermieter von Ferienhäusern in Hüde, für seine Gastfreundschaft gegenüber den gefiederten Frühlingsboten mit dem frackartigen Schwanzgefieder.

Mehlschwalben fühlen sich über den Rollgaragentoren seines Vaters, Tierarzt Dr. Georg Höfelmeier, direkt an der Dorfstraße und am Waschhaus auf dem Campingplatz wohl. Die Tiere sind aus ihren Winterquartieren noch nicht zurück, wenn sie aber Mitte April wieder am Dümmer sind, begrüßen sie die Willkommensplaketten und vielleicht noch weitere neue Nester am Waschhaus.

Am frühen Donnerstagabend trafen sich vier Vertreter der Nabu-Gruppe Dümmer bei Höfelmeier und begutachteten die Nester aus dem vergangenen Jahr, die noch verwaist sind, „aber nicht mehr lange“, ist sich Bernd Averbeck sicher. Mit ihm waren Dieter Nitschke, Michael Merge und Werner Schiller gekommen.

„Wir würden gerne zwei Plaketten aufhängen“, erklärte Nitschke. Während der Saison, so berichtete Anselm Höfelmeier, beobachten die Gäste die Schwalben stundenlang. Auch wolle man die Plakette nicht zu hoch anbringen, damit Kinder sie gut sehen könnten. „Hier sind Schwalben willkommen“, steht auf der Plakette, auf der eine Haussilhouette und ein Schwalbenpaar abgebildet sind.

Bei Höfelmeiers brüten Mehlschwalben, die an Wänden ihre Nester bauen. Man könnte sagen kleben, denn die Tiere benötigen dazu lehmartige Erde, raues Material wie Ästchen, Stroh oder Naturschnipsel und viel „Spucke“. Im vergangenen Sommer sei auf einmal Baustopp gewesen bei den Schwalben, berichtete Höfelmeier. „Als dann beim Bau des Abenteuergolfplatzes eine Leitung defekt war und Wasser unfreiwillig das Erdreich überschwemmte, bauten sie weiter.“ Bernd Averbeck erklärte: „Super ist es, wenn man den Schwalben bei trockener Witterung Pfützen mit Sand und Lehm anbietet.“

Höfelmeier zeigte auch die Nester am Waschhaus des Campingplatzes. Dort hängen mindestens zehn, manche auf nur zwei Zentimeter tiefen Absätzen der Wandleuchten gebaut. Was allen auffiel war, dass die Öffnungen der Wohnhöhlen immer seitlich angelegt waren.

Höfelmeier holte sich Tipps von den Nabu-Fachleuten, wie er alternative Bauhilfen an der Fassade anbringen kann, da er die Lampen gegen indirekte Beleuchtung austauschen möchte. „Schön wäre wieder eine Kante als Basis und ein horizontales Brett darunter gegen Herunterfallen des Vogelkots. Was den Campingplatzbetreiber am meisten freute: „Im vergangenen Sommer saßen Kinder lange stumm vor den Nestern und beobachteten den Ein- und Ausflug der Schwalben. Das ist besser als Fernsehen.“

Die Schwalbenfreunde kamen zum Ergebnis, dass auch gerade Campingplätze mit Hecken, Buschwerk und kleine Gärten ideale Plätze für viele Vogel- und Kleintierarten sind. Wie viel Vertrauen manche Schwalben in ihre Baukunst haben, hatte Höfelmeier in den Häfen an den Bootsstegen beobachtet: „Die bauen unter dem Steg über der Wasserfläche, das finde ich wie Harakiri.“  sbb

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