Schwalbenfreundliches Haus

Volker Heidmeyer erhält Nabu-Auszeichnung

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Schwalbenfreundliches Haus: Urkunde und Plakette des Nabu überreichten Michael Merge, Norbert Völker, Frank Prissok, Bernd Averbeck, Christian Kosanetzky und Dieter Nitschke (v.l.) an Volker Heidmeyer (4.v.r.) und dessen Tochter Natalie.

Hagewede - Von Heidrun Mühlke. Mit ganzem Herzen und viel Engagement setzt sich Volker Heidmeyer für das Wohlergehen von Rauch- und Mehlschwalben auf seinem Hof in Hagewede-Mecklinge ein. Annähernd 70 Nester haben die Rauchschwalben im Pferdestall gebaut. Fleißig waren auch die Mehlschwalben am Erker und dem offenen Strohlager. Für den außerordentlichen Einsatz im Schwalbenschutz zeichnete der Nabu Dümmer den Gestütbesitzer am Donnerstag mit Urkunde und Plakette aus.

Kaum ein Vogel vereint so viel menschliche Sympathie auf sich, wie die Schwalbe. Früher galt sie als Botin des Glücks, die das Haus vor Feuer und Blitz sowie das Vieh im Stall vor Krankheiten bewahrte. Noch heute gilt die erste aus dem afrikanischen Winter-Exil zurückgekehrte Schwalbe bei vielen Menschen als Anzeichen dafür, dass die Freibadsaison nicht mehr weit ist und tieffliegende Schwalben warnen angeblich rechtzeitig vor drohendem Regen.

„Die meisten Menschen mögen Schwalben und die Vögel fühlen sich in einer von Menschen geprägten Umgebung grundsätzlich wohl“, weiß Nabu-Vorsitzender Bernd Averbeck. Dennoch gingen die Bestände von Mehl- und Rauchschwalben seit Jahren zurück. Als wesentliche Ursachen dafür sieht Averbeck fehlende Nistmöglichkeiten sowie ein Mangel an geeignetem Material für den Nestbau.

„Hier auf dem Gestüt sind die Bedingungen ideal“, freut sich der Vorsitzende. Ausreichende Substanz für den Nestbau sei mit Sand, Lehm, Heu, Entenfedern und Wasser ausreichend vorhanden. Dabei nutze die Mehlschwalbe mit ihrem leuchtend weißen Bürzel und Bauch sowie dem tief gekerbten Schwanz vor allem rau verputzte Hauswände und geschützte Dachvorsprünge zum Bau ihres Nestes.

Kot als guter Dünger-Ersatz

Sie brüte gern in großen Kolonien, dies aber nicht immer zur Freude der menschlichen Gastgeber, die sich am Kot an Fassaden und auf dem Boden störten. „Dabei ist gerade der Kot der Schwalben allerbester Dünger für Tomaten beispielsweise“, erklärte Averbeck. Wer keine Verwendung für den Kot habe, könne ein Brett unterhalb des Netzes anbringen und damit Abhilfe schaffen.

Rauchschwalben seien von ihren Verwandten durch die lange Schwanzspitze und eine braunrote Färbung von Kehle und Stirn zu unterscheiden. Früher bauten sie ihre Nester gerne an offenen Kaminen oder Rauchfängen, daher der Name. „Doch längst bevorzugen Rauchschwalben Balken und Mauervorsprünge in Ställen, Scheunen oder Carports“, weiß Averbeck.

Asphalt raubt Lehm für Nestbau

Beide Arten würden unter der Asphaltierung von Feldwegen leiden, die es ihnen immer schwerer mache, in Pfützen den Lehm für den Nestbau zu finden. Durch die zunehmende Hygiene in den Ställen, der Aufgabe landwirtschaftlicher Betriebe sowie den hohen Einsatz von Pestiziden auf den Feldern gehe auch Nahrung wie Schmetterlinge, Mücken oder Eintagsfliegen vielerorts zurück.

Um die friedvolle Koexistenz von Mensch und Schwalbe zu fördern, hat der Nabu die Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ ins Leben gerufen. Bei dieser Aktion belohnt er all jene Hausbesitzer mit einer Plakette, die Schwalben an ihren Gebäuden brüten lassen und das Brutgeschehen sogar durch das Aufhängen von „Starthilfen“ für den Nestbau oder der Anlage einer Lehmpfütze fördern. Bestes Beispiel ist das Gelände des Gestüts in Hagewede. „Wir kommen gut miteinander aus, die Schwalben und die Familie“, sagt Volker Heidmeyer. „Wir freuen uns über jedes Nest.“

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