Historische Karten im Museum

Blick in die Jahrhunderte

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Museumsleiterin Sabine Hacke (l.) und Adelheid Nijboer-Nobbe vor augestellten Karten im Dümmer-Museum.

Lembruch - Von Christa Bechtel. „Schau mal, ist das nicht unser Haus?“ oder „Das müsste das Anwesen der Familie Steinbrecher sein?“, meinte eine Besucherin im Dümmer-Museum Lembruch, wo am Sonntagmorgen die Ausstellung „Historische Karten der Dümmerniederung“ eröffnet wurde.

Eine Ausstellung, die sofort für rege Gespräche sorgte. Denn mit den Augen und fast auch mit der Nase schauten sich die zahlreichen Gäste von nah und fern mit größter Begeisterung die historischen Karten – beginnend mit dem ausgehenden 16. bis ins 20. Jahrhundert hinein – an.

Angeregt und unterstützt hatte die Ausstellung die Privatsammlerin Adelheid Nijboer-Nobbe. Realisiert und ebenfalls unterstützt haben die Sonderausstellung die Stadt- und Kreisarchive Diepholz, die Niedersächsischen Landesarchive Hannover, Oldenburg, Osnabrück, das Landesarchiv NRW, „Abteilung Westfalen“, sowie das Katasteramt Sulingen. Und: Der Landschaftsverband Weser-Hunte hat die Bearbeitung des historischen Materials für die Schau finanziell gefördert.

„Heidi Nijboer war eine Mitautorin der Quernheimer Chronik. Sie kam zu mir mit einer CD, auf der sich für mich noch unbekannte Karten befanden“, erläuterte Museumsleiterin Sabine Hacke die Idee zur Ausstellung im vergangenen Jahr. Diese umfasse nun 25 Karten, nur ein Original ist dabei, die von einer Grafikerin bearbeitet worden seien. „Wir präsentieren erstmals Tafeln, weil wir hier im Museum möchten, dass Sie diese Karten anfassen, dass Sie zeigen können und keine Ängste haben, diese zu berühren“, erklärte Hacke, die weiter betonte: „Wir haben uns bemüht, die meisten Karten in der Originalgröße zu zeigen.“ Einige seien zwar ein wenig vergrößert worden, der Huntebruch von 1733 sei dagegen verkleinert worden.

Wichtig sei ihr, so Hacke, „dass man die Region als Karte wahrnimmt und die historische Tiefe dieser Karten spürt.“ Wie sich Landschaft verändert hat, wie wohnen, Siedlungen oder Landnutzung stattgefunden haben oder wie sich die Region entwickelt hat, zählte die Volkskundlerin auf. Über die Flurnamen könne man zudem Veränderungen der Region nachspüren oder wie Menschen ihren Raum wahrnahmen und nutzten.

„Der Anlass zu den Karten, weshalb sie gezeichnet wurden, ist vielfältig“, hob die Museumsleiterin hervor. Zu Beginn der Zeichnungen sei nämlich die militärische Seite auch sehr wichtig gewesen. Hacke: „Wie Truppen sich bewegen, welche Wege sie nehmen können oder wie die Region beschaffen ist. Sie wissen, die Römer, die noch keine Karten hatten, sind in Kalkriese jämmerlich verloren gegangen. Das wollten Kurfürsten und Bischöfe seit der frühen Neuzeit nicht mehr zulassen und ließen als Unikate diese Karten zeichnen. Seit der Buchdruckerei bestand auch die Möglichkeit, diese zu vervielfältigen.“

„Nicht vergleichbar

mit heutigen Karten“

Aber auch das Zeichnen habe seine Geschichte. „Obwohl die Menschen damals sich sehr bemüht haben, Maßstäbe einzuhalten oder Himmelsrichtungen zu berücksichtigen, indem sie diese Rosen gemalt haben, ist das nicht vergleichbar mit unseren heutigen Karten.“ Teilweise seien sogar Norden und Süden vertauscht worden.

Zum Schluss ihrer Einführung dankte Sabine Hacke insbesondere den zahlreichen Archiven. „Dass sie der Veröffentlichung zugestimmt haben.“ Zudem habe das Museum einen Reader zu der Ausstellung erstellt, die bis noch zum 29. November dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr sowie ab dem 1. November an Sonntagen von 12 bis 16 Uhr besucht werden kann.

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