Heimische Kinoangebote werden ausgezeichnet

Nordmedia-Kinoprogrammpreis für das „Kommunale Kino Diepholz“

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„Lichtburg“-Chef Karl-Heinz Meier (l.) strahlte, als er von Thomas Schäffer den Kinoprogrammpreis 2017 verliehen bekam.

Quernheim - Von Christa Bechtel. Großer Bahnhof in der „Lichtburg“ in Quernheim, wo sogar der rote Teppich ausgerollt worden war. Zum zweiten Mal nach 1994 fand dort die Kinoprogrammpreisverleihung statt. 60 gewerbliche und nichtgewerbliche Filmtheater und Spielstellen aus Niedersachsen und Bremen wurden mit einem Kinoprogrammpreis der „Nordmedia“ ausgezeichnet.

Die mit insgesamt 72 000 Euro dotierten Preise wurden für die Gestaltung hervorragender Jahresfilmprogramme und besonderer Filmreihen verliehen. Drei Lichtspielhäuser wurden sogar mit jeweils 3 500 Euro dotierten Spitzenpreisen prämiert: das Universum Filmtheater Braunschweig, das Schauburg Kino in Bremen und das Casablanca Programmkino in Oldenburg. Doch der Reihe nach…

Ursprünglich hatte Staatssekretär Dr. Jörg Mielke, Chef der Niedersächsischen Staatskanzlei und Aufsichtsratsvorsitzender der „Nordmedia“ sein Kommen angesagt. Doch er hatte kurzfristig einen dringenden Termin bekommen. So sagte Gastgeber Karl-Heinz Meier zu seinen Kollegen, den Kinobetreibern und Ehrengästen: „Herzlich willkommen in Quernheim, in Deutschlands kleinstem Kinoort.“ Mit viel Empathie stellte Meier seine Gaststätte mit Gastronomie und Kino vor. Die Gaststätte habe bereits „147 Jahre auf dem Buckel“ und ihren ganz besonderen Charme. Das spiegeln auch 29 Fernseh- und unzählige Radiosendungen wider oder zahlreiche Ehrengäste, die in Quernheim zu Gast waren. „Es ist schon ein uriger Laden und die Leute lieben das, besonders die vom Dümmersee“, meinte Meier, der betonte: „Jede Sendung war Werbung fürs Kino.“ Obwohl es 1989 eine Riesenwerbung für Multiplex-Kinos gegeben habe und angekündigt wurde „Die Provinz wird verschwinden“, habe das bis heute nicht stattgefunden. „Weil es Leute gibt wie Sie und mich, die Kino lieben, die mit Begeisterung Kino machen“, stellte der passionierte Filmtheater-Betreiber heraus. Seine Bitte: „Es wäre schön, wenn die Mittel ein wenig aufgestockt würden.“ Denn wenn die zweite Digitalisierung komme, könnten das viele Betreiber nicht bezahlen.

„Wir haben eine tolle Kinoszene“

„Auch dann soll es in unserem Land weitergehen – wir haben eine tolle Kinoszene mit Ihnen allen zusammen! Wäre schön, wenn das in Hannover ankommt und die Mittel aufgestockt werden“, akzentuierte Karl-Heinz Meier.

„Wir haben über 120 Anmeldungen und das ist ein Rekord“, freute sich Thomas Schäffer, Geschäftsführer der „Nordmedia“, der erläuterte, dass die Verleihung stets in einem anderen Kino stattfinden würde. Denn: „Der Kinoprogrammpreis ist ein Preis, der in die Fläche gehen soll.“ Die Idee: „Viele Kinos damit zu beglücken und die Leistung zu würdigen für kulturelle Beiträge, für ein besonderes Kinoprogramm“, so Schäffer, der tröstend, mit Blick nach der gewünschten Aufstockung sagte: „Die Tendenz geht ja nach oben.“

Da die Zusammenkunft auch unter dem Aspekt eines Familientreffens stand – jeder kennt sich schließlich, passte der Trailer von „Happy Family“ nach der gleichnamigen Romanvorlage von David Safier, der am 24. August bundesweit in den Kinos startet, fantastisch ins Rahmenprogramm. Vor Ort weilte auch der renommierte Regisseur und Produzent des Animationsfilms, Holger Tappe, mit dem Thomas Schäffer ein Interview über die Produktion führte. „An dem Film haben wir fünf Jahre gearbeitet und es ist eine komplette Eigenproduktion“, verdeutlichte Tappe, der das Genre im klassischen Familien-Entertainment ansiedelt. Das weitere Programm bereicherten Bauchrednerin Sonja Bachhofer (Tochter von Karl-Heinz Meier) mit „Kuddel“, die die Lacher gleich auf ihrer Seite hatte, sowie die Kurzfilme „VA Banque“ – hier weilte Regisseur und Hauptdarsteller Stefan Plepp ebenfalls vor Ort – und „Der Hahn ist tot“.

Dann war es soweit, dass die Kinoprogrammpreise für die Gestaltung eines hervorragenden Jahresfilmprogramms in der Kategorie „Nichtgewerbliche Filmtheater“ überreicht wurden (je 750 Euro). Für die Gestaltung einzelner hervorragender Filmsonderprogramme und Programmreihen in der Kategorie „Gewerbliche Filmtheater“ (je 1 250 Euro) waren das aus der Region das Dersa Kino Damme/Dersa Kino Soltau, Kommunales Kino im Central Cineworld Diepholz/Schauburg Cineworld Vechta, Capitol Kino Lohne, Lichtburg, Quernheim. Über den Preis für die Gestaltung eines hervorragenden Jahresfilmprogramms in der Kategorie „Gewerbliche Filmtheater“ (je 2 500 Euro) freuten sich zum Beispiel das Cine k Oldenburg, Cinema-Arthouse Osnabrück/Filmtheater Hasetor Osnabrück.

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