Seit Sommer in der Region tätig

Hebamme Christine Hochtritt plant eigene Praxis in Brockum

Hebamme Christine Hochtritt unterstützt seit Sommer Schwangere in der Dümmerregion.
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Hebamme Christine Hochtritt unterstützt seit Sommer Schwangere in der Dümmerregion.

Die Marlerin Christine Hochtritt ist seit Sommer als Hebamme in der Dümmerregion tätig. In Kürze möchte sie eine eigene Praxis in Brockum eröffnen.

Lemförde – Kleinen Menschen und ihren Mamas bei den ersten Schritten auf dieser Welt zu helfen, ist für Christine Hochtritt nach eigener Aussage nicht nur Beruf, sondern Berufung. Seit Sommer ist die 45-Jährige, die mit ihrer Familie in Marl wohnt, in der Dümmerregion als Hebamme tätig, im Februar oder März möchte sie eine eigene Praxis in Brockum eröffnen. Aktuell laufen in den Räumen die Renovierungsarbeiten auf Hochtouren, damit alles bereit ist, wenn der Lockdown endet.

„Ich hatte am Anfang ein bisschen Sorge“, gibt die 45-Jährige zu. „Aber es läuft besser als erhofft. Ich habe viele Anfragen.“ Und die werden in letzter Zeit immer mehr. „So viele wie für den nächsten August hatte ich noch nie.“ Sie hat den Eindruck, dass die Corona-Pandemie einen kleinen Babyboom auslöst.

Löst die Corona-Pandemie einen Babyboom aus?

Das Virus könnte Christine Hochtritt also indirekt mehr „Kundschaft“ bescheren, momentan erschwert es der Hebamme allerdings ihre Arbeit, die ganz viel mit persönlichem Kontakt und dem Aufbau von Vertrauen zu tun hat. „Die Frauen melden sich bei mir, wenn sie zwei bis vier Monate schwanger sind. Am Anfang gibt es normalerweise ein Kennenlerntreffen“, beschreibt sie die ersten Schritte. Aktuell muss ein Telefongespräch reichen. Auch sonst versucht sie, viele Fragen per Telefon zu beantworten.

Mit Online-Lösungen zum Beispiel für Kurse zur Geburtsvorbereitung kann sie sich allerdings nicht anfreunden. „Es geht um mehr als reinen Informationsaustausch.“ Empathie, Feingefühl und auch Körpersprache seien sehr wichtig. „Ich nehme viele Dinge wahr, indem ich jemandem gegenüber sitze und ihm in die Augen schaue.“ Der Austausch der Teilnehmerinnen untereinander sei ebenfalls sehr hilfreich, weil viele die gleichen Fragen oder Probleme hätten und von ihren jeweiligen Erfahrungen profitieren könnten. Dass Kurse derzeit nicht möglich sind, bedauert sie darum sehr.

Zur Person

Christine Hochtritt ist ausgebildete Hebamme sowie Diplom- Gesundheits- und Sportlehrerin. Nach eigenen Angaben war sie nach Abschluss ihrer Ausbildung ab 1999 zunächst im Kreißsaal des Marienhospitals in Osnabrück und freiberuflich in der häuslichen Betreuung tätig. Ab 2007 unterrichtete sie an der Hebammenschule in Osnabrück und nach dem Umzug in die Samtgemeinde „Altes Amt Lemförde“ an der Berufsschule im Bereich Pflege, Gesundheit und Soziales. Seit Sommer ist sie wieder als Hebamme tätig.

Auch bei der Betreuung von Mutter und Kind in den ersten sechs bis acht Wochen nach der Geburt ist Christine Hochtritt der persönliche Kontakt wichtig. „Ich brauche meine fünf Sinne dafür. Ich kann mir keinen Bauchnabel zweidimensional über den Bildschirm angucken“, nennt sie ein Beispiel. Oder praktische Hilfestellung im Umgang mit dem Neugeborenen geben.

Hebamme Christine Hochtritt: Hygiene ist bei Hausbesuchen oberstes Gebot

Wenn sie – sei es vor oder nach der Geburt – Hausbesuche macht, ist Hygiene oberstes Gebot: Maske tragen, Hände desinfizieren, Kontakt ausschließlich mit Mutter und Kind und sehr genau auf Symptome achten. Bestehe der geringste Verdacht, dass jemand in dem Haushalt infiziert sei, werde der Termin abgesagt, erklärt sie. Die Rückmeldungen seien durchweg positiv. „Alle sind dankbar, dass ich so vorsichtig bin.“

Hochtritt begleitet etwa sechs bis acht Schwangere pro Monat (Entbindungstermin). Ihre Dienste bietet sie in einem Umkreis von rund 25 Kilometern an. Die von ihr begleiteten Frauen entbinden überwiegend in Damme, Vechta und Lohne, vereinzelt auch in Lübbecke oder Osnabrück. Für Schwangere im Bereich Lemförde oder Diepholz seien diese Kliniken gut zu erreichen. Schwieriger sei die Situation im Wagenfelder Bereich. Rund 30 Minuten Fahrt sind es von dort bis zum nächsten Kreißsaal.

Ist Hausgeburt eine gute Alternative?

Wäre vor diesem Hintergrund eine Hausgeburt eine gute Alternative? Christine Hochtritt bietet Hausgeburtshilfe bewusst nicht an, obwohl sie Hausgeburten grundsätzlich „eine tolle Sache“ findet. Sie selbst habe ihr zweites Kind 2010 in den eigenen vier Wänden zur Welt gebracht, berichtet sie. Allerdings lebten sie und ihr Lebensgefährte damals noch in Osnabrück, und der nächste Kreißsaal war fünf Fahrtminuten entfernt.

Hier in der Region seien die Wege zu weit, wenn es bei der Geburt doch mal Schwierigkeiten gebe, so Hochtritt. Das sei zwar selten, weil mögliche Probleme in der Regel schon vor der Geburt absehbar seien, aber ein Restrisiko bleibe. Und dafür möchte sie nicht die Verantwortung tragen. Die Marlerin arbeitet aber mit einer Hebamme aus Bramsche zusammen, die auch in der Dümmerregion Hausgeburten begleitet, und übernimmt in diesen Fällen die Nachsorge.

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