Schwimmunterricht im Block

Lemförder Grundschüler kommen in sechs Wochen zum Seepferdchen

Stolz auf ihre Schwimmabzeichen: Fast alle Drittklässler der Grundschule Lemförde haben mindestens das Seepferdchen geschafft.
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Stolz auf ihre Schwimmabzeichen: Fast alle Drittklässler der Grundschule Lemförde haben mindestens das Seepferdchen geschafft.

Mehr als 60 Drittklässler der Grundschule Lemförde haben in den vergangenen sechs Wochen mindestens ihr Seepferdchen gemacht.

Lemförde – Endlich wieder Arschbombe, Wasserschlacht und ausgelassen planschen. Lange mussten die Drittklässler der Lemförder Grundschule auf ihren Schwimmunterricht warten. Der steht normalerweise zwischen Herbst und Ostern auf dem Programm, fiel aber wegen der coronabedingten Schließung des Freizeitbades in Hüde aus. Umso mehr genossen die mehr als 60 Schülerinnen und Schüler die vergangenen sechs Wochen, in denen sie das Verpasste im Block nachholten.

Um das möglich zu machen, war einige Organisation nötig. „Wir konnten an allen Schultagen in der fünften und sechsten Stunde ins Bad“, lobt Schulleiterin Cordula Lindemann das große Entgegenkommen der Schwimmmeister. Sogar am normalerweise geschlossenen Montag. Die Schulleitung hatte den Stundenplan kurzfristig so umgebaut, dass an jedem Tag eine der drei dritten Klassen Schimmunterricht hatte. Ein Schwimm-Sportlehrer war täglich im Einsatz, drei weitere Kollegen waren abwechselnd dabei.

Gerade im Hinblick auf das vermehrte Schwimmen im Dümmer und die vielen Pools in den Gärten war es der Schule wichtig, den Drittklässlern die entsprechenden Fähigkeiten mitzugeben. In den vergangenen Monaten mahnten DLRG und Sportvereine bundesweit immer wieder die Gefahren durch die ausgefallenen Schwimmkurse an. Es wachse eine Generation von Nichtschwimmern heran, hieß es.

Die Lemförder Grundschüler gehören nun nicht mehr dazu. Etwa die Hälfte der gut 60 Mädchen und Jungen konnten vor dem Blockunterricht nicht oder gerade so schwimmen, jetzt haben fast alle das Seepferdchen, viele wurden zu Silberschwimmern und vier haben sogar das Gold-Abzeichen geschafft. Nur zwei Schüler haben das Seepferdchen noch nicht geschafft, stehen aber ganz kurz davor. „Das intensive Schwimmtraining bis zu zweimal wöchentlich hat sich sehr bezahlt gemacht. Die Kinder haben sehr an Sicherheit gewonnen“, berichtet Lehrer Stephan Löll. Es sei effektiver gewesen als der „normale“ Schwimmunterricht. „Und sie haben einen großen Sprung in Richtung Ausdauer und Fitness gemacht“, so Löll. Die Bewegung habe den Kindern nach den langen Monaten des Lockdowns sehr gefehlt. „Sie hatten mega Spaß am Schwimmen.“

Wenn es nach Drittklässlerin Alexandra ging, könnte es immer so weitergehen. „Ich würde am liebsten jeden Tag schwimmen.“ Schwimmen mache viel mehr Spaß als anderer Sport. Und als es neulich so warm gewesen sei, sei das Wasser eine tolle Abkühlung gewesen, ergänzt Kjell.

Zum Abschluss erhielten die Drittklässler ihre Schwimmpässe und -abzeichen, die in diesem Jahr der Förderverein der Grundschule gesponsert hat.

Freizeitbad vom 15. August bis 15. Oktober wieder für Sanierungsarbeiten geschlossen

Die Grundschüler sind nicht die einzigen, die im Freizeitbad in Hüde fleißig das Schwimmen gelernt haben. Wie Samtgemeindebürgermeister Rüdiger Scheibe in der jüngsten Sitzung des Samtgemeinderates auf Nachfrage der CDU-Fraktionsvorsitzenden Mechthild Kortenbruck berichtete, bieten die Mitarbeiter des Freizeitbads darüber hinaus nachmittags zwei Kinderschwimmkurse an. Darüber hinaus biete eine Aktive des FC Oppenwehe Schwimmkurse auch für Nichtmitglieder an.

So sollen möglichst viele Kinder, die während des Corona-Lockdowns keine Möglichkeit dazu hatten, das Schwimmen zu lernen, bevor das Freizeitbad am 15. August wieder für zwei Monate schließt. Denn dann steht, wie berichtet, die große Sanierung an, in deren Rahmen insbesondere der Umkleide- und WC-Bereich grundlegend erneuert wird. Scheibe erinnerte daran, dass die Verwaltung geprüft hatte, ob die Sanierung auf die Lockdown-Phase hätte vorgezogen werden können. Das sei aber nicht möglich gewesen.

Laut Matthias Wrampelmeier vom Bauamt sind alle Ausschreibungen abgeschlossen und die Materialbestellungen sind rausgegangen. Die Bestätigungen, dass das Material wie gewünscht geliefert werden kann, liegen ebenfalls bereits vor. „Aktuell liegen wird knapp unter den kalkulierten Kosten“, so Wrampelmeier. „Wir hoffen, dass wir bei den Abbrucharbeiten keine bösen Überraschungen erleben.“ Die Kosten hatte die Verwaltung auf knapp 745 000 Euro beziffert. Eine Förderzusage in Höhe von 268 000 Euro liegt vor.

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