„Dümmer-Naturspiele“ in Hüde

Grundschüler lesen Spuren und sehen lebende Frösche

Die Klasse 4a von Mathias Pünter der Grundschule Lemförde informierte sich bei Schäfer Michael Seel über die Diepholzer Moorschnucke als Weidetier und Pfleger der Flächen im Ochsenmoor. - Foto: sbb

Hüde - Der Zulauf am außerschulischen Lernort „Natur“ war zum sechsten Mal groß. Insgesam elf Grundschulklassen von Bramsche bis Lemförde waren der Einladung der Natur- und Umweltschutzvereinigung Dümmer (NUVD) an die Naturschutzstation in Hüde gefolgt, um an der Rallye mit Namen „Dümmer-Naturspiele“ teilzunehmen.

An der Natur-Erleben-Aktion nahmen gestern drei Klassen der Grundschule Lemförde, drei Klassen der Grundschule Neuenkirchen, zwei aus Bohmte, eine jeweils aus Bramsche, Handorf-Langenberg und Üffeln teil. In Summe etwa 230 Kinder, die mit ihren Lehrkräften die elf Stationen des Rundkurses mit Start und Ziel an der Naturschutzstation, in der Hochsommersonne absolvierten.

Ob es spannend war und Spaß machte, darauf gab es von den Klassen eindeutige Antworten: „Es war heiß, es war interessant, wir haben lebende Frösche gesehen. Und Schafe…“. Von acht Uhr bis zum letzten Start gegen 11.20 Uhr erkundeten die Schüler der vierten Klassen die Landschaft, die Fauna und Flora. Federführend für die Aktion war in diesem Jahr Lisa Effertz. „Eigentlich bin ich als Mitglied im NUVD nur dafür eingesprungen, weil sich kein anderer fand für Einleitung und Abschluss.“

Lisa ist Erzieherin von Beruf und hatte mit dem Einführen der Kinder in die Thematik keine Probleme. An den einzelnen Stationen mussten die Schüler Fragen zu Tieren, Pflanzen, Verhaltensweisen beantworten und Rückschlüsse auf gemachte Beobachtungen ziehen. Die Stationsbetreuung übernahmen Natur affine Mitglieder und Förderer des NUVD. Lisa Effertz war bei der Einführung der Schüler auf den Parcours besonders wichtig: „Bitte nehmt Rücksicht auf die Tiere, die hier leben, seid ein wenig leise. Pflanzen bitte nicht beschädigen, und wenn ihr gegessen habt, nehmt die Abfälle wieder mit.“ Das Benutzen der Wege sei ein Muss, da das Gelände von Gräben und Wasserflächen durchzogen sei. Wenn auf dem Fragebogen Fuß-Spuren an der Frage standen, sollte diese beim Gehen zur nächsten Station beantwortet werden. Wenn ein Krabbentier die Frage flankierte, war die Station betreut durch Helfer mit Rede und Antwort. Und teils waren es die einfachen Dinge, die sonst links liegen gelassen werden: Wie die Mauer im Naturgarten aus Ziegeln, die als Habitat für Tiere dient. Aber für welche? Die Kinder fanden es heraus: Insekten und Eidechsen.

Sie lasen Spuren mit Helfern vom Hegering Lemförde, wissen ab jetzt, dass die Schafrasse, die das Ochsenmoor beweidet und pflegt Diepholzer Moorschnucke heißt. Das erklärte Schäfer Michael Seel den Schülern und hatte als Anschauungsmodell drei Lämmer dabei und einen Hütehund. Blattformen wurden den entsprechenden Bäumen zugeordnet, herausgefunden, warum der Wald auch unaufgeräumt aussehen darf.

An Station sechs, dem Vogelbeobachtungsstand, war das Entdecken von Vögeln über dem See und im Schilf erwünscht. „Welcher Fisch schwimmt eigentlich im Dümmer See und der Hunte?“, war die Frage. Die Angler wussten Bescheid und klärten die Kinder auf: Hecht, Aal, Rotfeder und Spiegelkarpfen. Manchmal wurde erklärt, manchmal halfen Bildkarten zur Lösung. Die heimischen Eulenarten erklärten Helfer der Arbeitsgemeinschaft Biotop- und Eulenschutz Stemweder Berg, die Pflanzen der Feuchtwiesen und Gräben im Ochsenmoor sollten die Schüler selbst bestimmen. Darunter: Schafgarbe, Indisches Springkraut, Habichtskraut und natürlich Schilf.

Dass Kleinstwassertiere Indikatoren zum Verschmutzungsgrad von Wasser geben, erlebten die Schüler live. Strudelwurm signalisiert sauberes und die Wasserassel verschmutztes Wasser. Station sieben hieß „Pausenstation“, dort stärkten sich die „Jungbiologen“ und auch am Ziel ging es zuerst in den Schatten. „Wir haben drei Stunden benötigt und überholen durften wir keine Gruppe“, informierten die fertigen Gruppen. Die Schüler sind durch diesen Erfahrungsschatz gewappnet für die Begegnung mit Fledermäusen, Insekten, Bienen, Käfern und Fröschen. Und können den Großeltern beim nächsten Spaziergang erklären, warum es auch Teilbereiche mit „unordentlichem Wald“ geben muss. „Das sind Wohnungen von Tieren und Lebensgemeinschaften“.  

sbb

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