Gertlinde Schönewald züchtet einen prächtigen Blasenbaum in Hagewede/“Grüner Daumen“

Eine bleibende Erinnerung aus Südafrika

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Der „Blasenbaum“ trägt Früchte, die wie kleine Lampions aussehen.

Hagewede - Von Christa Bechtel. „Wir sind vor 20 Jahren in Südafrika gewesen, wo ich diesen Baum schätzen gelernt habe, weil er schönen Schatten geworfen hat. In Durban haben wir eine ganze Allee mit diesen Bäumen gesehen. Dort habe ich an einem Baum ein lampionförmiges Samenstück gefunden, sodass ich drei Samenkörner mit nach Hause nahm“, erzählt Gertlinde Schönewald aus Hagewede, die schon immer einen „grünen Daumen“ hatte.

‚Dieser Baum' ist ein Blasenbaum oder auch Koelreuteria nach dem bereits verstorbenen deutschen Botaniker Joseph Gottlieb Kölreuter (Koelreuter 1733-1806) genannt, der aber ursprünglich in China beheimatet ist. Zuhause pflanzte Schönewald die drei Samenkörner ein, „die alle etwas geworden sind“, freut sie sich bis heute.

Der Wuchs des Baumes ist häufig schief. Sieben bis fünfzehn längliche, eingeschnittene Blättchen setzen sich zu dunkelgrünen, unpaarig gefiederten Blättern zusammen, die sich im Herbst gelb-orange bis orange-braun verfärben. Eine besondere Augenweide ist die späte Blüte Ende Juli bis Ende August. Zauberhafte kleine Blüten und später Früchte, die wie Lampions anmuten, entdeckt man dann an dem Blasenbaum. „Die ‚Lampions' kamen aber erst vor gut drei Jahren“, erläutert die Hagewederin.

Da der Baum anfangs frostempfindlich und wärmeliebend ist, zog ihn Gertlinde Schönewald fünf Jahre in ihrem Gewächshaus groß. „Bis er dort nicht mehr hineinpasste“, sagt die frühere Gewerkschaftssekretärin schmunzelnd. Danach wählte sie einen sonnigen geschützten Platz direkt am Gewächshaus. „So haben wir ihn, wenn wir auf der Terrasse sitzen, immer im Blick. Und er wirft sogar Schatten auf das Gewächshaus“, stellt sie die Vorteile des Standortes heraus.

Was verbindet Gertlinde Schönewald mit ihrem prächtig gediehenen Blasenbaum? „Immer noch Gedanken an Südafrika. Wir hatten diese Reise lange geplant, sind aber wegen der Apartheidspolitik nicht hingefahren. Als Mandela gewählt worden ist, haben wir gesagt: Jetzt setzen wir unsere Träume um“, erinnert sie sich gerne an eine traumhaft schöne dreiwöchige Reise. Als bleibende Erinnerung nun der Baum!

Aufgrund ihres grünen Daumens brachte Schönewald, die sich vor zwei Jahren zur Kräuterpädagogin ausbilden ließ, vor einiger Zeit auch einen Feigenbaum aus Österreich mit. Der gedeiht zurzeit noch in ihrem Gewächshaus – ebenfalls prächtig. „Ich habe in diesem Sommer schon 40 Feigen geerntet, aus der ich Marmelade gekocht habe. In Italien isst mein Mann Heinfried gerne ‚Crostata', ein Mürbeteig, der mit Feigen belegt werden kann. Den habe ich nachgebacken; aber so lecker wie in Italien, war sie natürlich nicht“, meint sie lachend. Aber: „Die Feige wächst gut und ich habe jedes Jahr mehr Früchte“, strahlt die Kräuterexpertin, die im kommenden Frühjahr den Baum ins Freiland pflanzen wird. Sie weiß jedoch, „dass der Stamm im Winter frostsicher eingepackt werden muss. Erfriert er dennoch, treibt er wieder aus den Wurzeln; dann ist es ein Feigenbusch.“

Als Kräuterexpertin hat Gertlinde Schönewald in diesem Jahr erstmals mit dem Landfrauenverein Diepholz eine Bustour zur Gärtnerei Rühlemann nach Horstedt unternommen. „Wir planen im übernächsten Jahr erneut solch eine Tour“, signalisiert sie bereits. Außerdem bietet sie über die örtliche Volkshochschule demnächst folgende Kurse an: Am Sonnabend, 3. Oktober, ab 11 Uhr heißt es auf der Streuobstwiese „Kräuter sammeln“ sowie am Sonnabend, 31. Oktober, 9.30 Uhr, in der Küche der Von-Sanden-Oberschule (VSO) „Mit mediterranen Kräutern den Sommer verlängern“. „Kochen mit Wildkräutern“ findet am 12. November, 17.30 Uhr, ebenfalls in der VSO-Küche statt. Eine Aktion, die auch für Kinder geeignet ist, da sie in die Herbstferien fällt. Neu im VHS-Programm ist der Kochkurs „Keine Angst vor wilden Tieren“ am Sonnabend, 21. November, 11 Uhr, in der VSO-Küche. Eine „Herbstliche Kräuterwanderung“ ist für Montag, 24. Oktober, ab 9.30 Uhr geplant.

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