Neuer Pfarrer in Brockum und Burlage

Lühmann will nicht nur predigen, sondern auch beteiligen

Nico Lühmann ist der neue Pastor der Kirchengemeinden Brockum und Burlage. Am Sonntag wird in der St. Marien-Kirche in Burlage ordiniert.  - Foto: Russ

Burlage/Brockum - Von Melanie Russ. Den Menschen von der Kanzel herab predigen, wie sie ihren Glauben zu leben haben? Das ist nicht der Weg von Nico Lühmann.

„Glaube funktioniert heute nicht mehr als die eine Wahrheit. Die Zeiten sind vorbei.“ Glaube sei sehr individuell, die Beziehung zu Gott eine sehr persönliche. Die Menschen auf der Suche nach ihrem Glauben und Gottbild zu begleiten, beschreibt der 31-Jährige als seine wichtigste Aufgabe. 

Am Sonntag tritt er die Nachfolge des Pastoren-Ehepaars Birgit Tell und Konrad Langrehr-Tell in den Kirchengemeinden Burlage und Brockum an.

„Ich bin jemand, der die Menschen gerne beteiligt“, sagt der junge Theologe über sich selbst. Er möchte die beiden Gemeinden nicht nach seinen Wünschen formen, sondern gemeinsam mit den Mitgliedern gestalten. Denn die Menschen sollen sich mit ihrer Gemeinde identifizieren können. Er sei sehr gespannt und freue sich darauf zu erkunden, was den Menschen wichtig ist.

Verschiedene Gemeindekulturen prägen Lühmann

Wie unterschiedlich die Schwerpunkte in Kirchengemeinden sein können, hat Nico Lühmann während seines Vikariats zunächst in der Matthäus-Gemeinde in Osnabrück, dann in der Apostel-und-Markus-Gemeinde in Hannover erfahren. 

In Osnabrück habe er eine sehr aktive, auf Begegnung und Mitmachen ausgelegte Gemeinde mit einem fast schon familiären Gemeinschaftsgefühl vorgefunden, in Hannover eine Kirche mit kulturellem Schwerpunkt, in der Projektarbeit im Vordergrund stehe und Musik und Kunst eine wichtige Rolle spielten. 

„Ich bin durch die beiden Gemeinden etwas freier geworden. Die Erfahrung hat mich vielleicht auch davor bewahrt, alles gleich machen zu wollen“, so Lühmann. „Ich glaube, ich bin ganz gut darin, mich auf das einzulassen, was ich vorfinde.“

„Wir fühlen uns sehr willkommen“

Viel gesehen hat er von seinen beiden Gemeinden noch nicht. Am 25. Mai ist der gebürtige Buxtehuder mit seiner Frau Christine in das Pfarrhaus in Hüde eingezogen. „Am Dienstagabend haben wir zum ersten Mal ein bisschen Zeit gehabt, am Dümmer spazieren zu gehen“, blickt er auf die ersten hektischen Tage in seiner neuen Heimat. 

Zwischen Umzugskartons, Handwerkern und organisatorischen Fragen der Kirchengemeinden versucht er die Tage vor seinem offiziellen Amtsantritt für möglichst viele Gespräche mit den Aktiven vor Ort zu nutzen. 

„Die Menschen, die wir bisher kennengelernt haben, haben uns sehr herzlich aufgenommen. Wir fühlen uns sehr willkommen“, freut sich Lühmann.

Dem neuen Pfarrer ist das Feierliche wichtig

Der Wunsch, Theologie zu studieren, entwickelte sich bei dem heute 31-Jährigen relativ spät. Anders als viele seiner Kollegen sei er als Jugendlicher nicht in der Gemeindearbeit aktiv gewesen. „Ich komme aus einer lithurgisch sehr konservativen Gemeinde. Kirche hat mich als Jugendicher zwar fasziniert, aber nicht dazu bewogen mitzumachen.“

Das änderte sich kurz vor dem Abi durch zwei einschneidende Erlebnisse – eine Hochzeit und eine Beerdigung im Familienkreis, die in verschiedenen Kirchengemeinde stattfanden, aber eines gemeinsam hatten: Nico Lühmann hatte das Gefühl, dass die Feiern der besonderen Bedeutung der Ereignisse nicht gerecht wurden. 

„Warum macht das keiner ordentlich“, habe er sich gefragt und gemerkt, wie wichtig ihm das sei.

Neun Jahre Studium: Viel Zeit, nachzudenken

Sein Studium absolvierte Lühmann von 2006 bis 2015 in Hamburg und Münster. „Ich habe sehr gerne studiert. Ich hatte immer das Gefühl, ich möchte noch viel mehr lernen und die Zeit haben, über die Dinge in Ruhe nachzudenken.“ 

Besonders beeindruckt habe ihn gleich zu Beginn seines Studiums ein Professor, der gesagt habe, dass er aus jeder Frage eines Studenten selbst immer noch etwas lerne. „Das hat mich geprägt.“

Nico Lühmann wird am Sonntag, 10. Juni, um 15 Uhr in einem Gottesdienst in der St. Marien-Kirche in Burlage von Landessuperintendentin Dr. Birgit Klostermeier ordiniert. Anschließend ist ein Empfang im Gemeindehaus in Brockum geplant.

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