Geldbuße für Lemförder Tierhalter

„Erhebliches Leiden für Schäferhündin“

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Mediengruppe Kreiszeitung

Lemförde/Diepholz - Schon in der polizeilichen Vernehmung hatte ein 50-jähriger Angeklagter aus Lemförde eingeräumt, sich bei der Haltung eines Hundes nicht richtig verhalten zu haben, weil er es nicht besser gewusst hätte.

Damals bat er um Einstellung des Verfahrens, das gegen ihn wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz eingeleitet worden war. Dieser Bitte entsprach die Staatsanwaltschaft allerdings nicht und so kam es zu einer Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht Diep-holz.

Die Staatsanwältin hielt dem Angeklagten vor, im April 2014 einer Schäferhündin erhebliches Leiden zugefügt zu haben, weil er sie angeleint in einem vollständig dunklen Raum ohne ausreichendes Futter und bei verdrecktem Wasser sich selbst überlassen habe. Bei ihr seien auch noch zwei Welpen gewesen. Der Boden sei eingekotet und verdreckt gewesen. Der Befund stützte sich auf die Feststellungen von Veterinären, die den Hundehalter vor Ort nicht antrafen.

„Das war nur ein vorübergehender Zustand, weil ich für Stunden abwesend war. Ich hatte einen Bekannten gebeten, sich um die Tier zu kümmern, der hat mich aber im Stich gelassen“, argumentierte der 50-Jährige.

Gegen die Wegnahme von zwei Hunden wehrte sich der Angeklagte bereits 2013 sogar vor dem Verwaltungsgericht. Aus Geldmangel habe er aber diesen Rechtsstreit nicht weiter betreiben können. Dazu sagte ein Amtsveterinär als Zeuge aus. Bereits da habe er mit dem Beschuldigten sehr ausführlich über Hundehaltung gesprochen und ihm „ins Gewissen geredet“. Trotzdem sei es zu erneuten Beschwerden gekommen. Dabei seien die „katastrophalen hygienischen Verhältnisse“ festgestellt worden.

Obwohl der Angeklagte wiederholt versicherte, dass der angeklagte Schuldvorwurf, nämlich „länger anhaltendes erhebliches Leiden“ nicht zuträfe, er zitierte sogar ein Grundsatzurteil des Bundesverfassungsgerichtes, blieb die Staatsanwältin dabei, dass er sich nach dem Tierschutzgesetz strafbar gemacht hatte.

Dieser Auffassung war auch die Richterin Sabine Fuhrmann-Klamt, die den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 15 Euro verurteilte. In der Urteilsbegründung wies sie noch daraufhin, dass vieles darauf hindeute, dass es sich nicht nur um eine einmalige Situation gehandelt habe.

pz

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