Missionar Eduard Klassen spielt vor rund 100 Besuchern zweites Konzert in Lemförde

„Geistlicher Entertainer“ im Mutterhaus

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Rund 100 Besucher kamen zum Konzert von Missionar Eduard Klassen nach Lemförde in das Mutterhaus „Altvandsburg“.

Auch im Jahr 2019 scheint es noch echte Missionare zu geben. Eduard Klassen aus Kanada ist einer von ihnen. Unterwegs mit neuestem technischem Standard, aber noch mit dem gleichen Ziel wie vor hunderten von Jahren: Menschen ohne vermeintlichen Glauben (aus Sicht des Missionars) zum einzig „richtigen“ (aus Sicht des Missionars) zu bekennen.

Lemförde - Der Musiker wurde im Regenwald Paraguays als ältester von sechs Jungen geboren, war lange von der Außenwelt isoliert, lebt heute mit seiner Frau Christine in Kanada und war am Montag zum zweiten Mal nach 2017 Gast im Diakonissen Mutterhaus „Altvandsburg“ in Lemförde. „Ich habe Klavier und Gitarre erlernt und spiele Harfe als Hobby“, erläuterte er seinen Zuhörern.

Der als „geistlicher Entertainer“ einzuordnende Musiker fesselte in Lemförde mit seiner Geschichte, wie Gott ihn bereits in seiner frühesten Kindheit inspirierte und ihn bis heute begleitet, sein Publikum.

Am Montag zog die Neugier auf den Mann rund 100 Gäste zum kostenfreien Konzert. „Der Musiker finanziert sein Leben über den Verkauf der CDs. Seine Konzerte sind meines Wissens immer frei“, unterstrich Oberin Heidemarie Jäckel. Den Kontakt stellten die deutschen Freunde Renate und Hans-Jürgen Kunde her.

„Ich hoffe, ihr habt keine Predigt gehabt heute Abend. Ich wollte hier nur stehen, ein paar Lieder spielen und bei euch sein“, zog Klassen sein Fazit am Ende der Lobpreis-Stunde auf die Kraft Gottes und Jesu mit Musik.

Die Musik spielte er an der elektronisch verstärkten Harfe aus Paraguay. Seine Musik ist – auch seiner Herkunft geschuldet – inspiriert von den instrumentalischen Klängen der Ureinwohner Paraguays.

Klassens Geschichte, dass er die Harfe mit Fingernägeln spiele, setzt er amüsant in Szene. „Ich bin wohl der einzige Mann, der für gesunde Fingernägel betet“, lacht der Kanadier mit paraguayischen Wurzeln.

Klassen scheint zudem ein vielseitiger, multibegabter Mensch zu sein: Er spielt mehrere Instrumente, hat studiert, spricht mindestens fünf Sprachen und hat die Welt bereist – inzwischen auch mit Flugzeug: „Ich erinnere mich, wir sahen als Kinder ein kleines weißes Ding am Himmel und wussten nicht was das sein konnte.“

Eduard Klassen spielt auf seiner elektronischen Harfe christliche Lieder.

Seine Mutter hatte geraten: „Es muss bestimmt ein Flugzeug sein, darin reisen Menschen.“ Er glaubte ihr damals noch nicht, erzählte der schmächtige, immer lachende Mann.

Er erzählt viele Geschichten, die er rund um die Welt erlebt hat und über Menschen, die entweder in seinen Konzerten waren und zum Glauben fanden oder Kraft aus ihm schöpften.

Neben der Musik im Konzert und seiner darin eingeflochtenen Verkündigung der christlichen Botschaft mit Missionierungsanspruch führt Klassen mit seiner Frau Christine ein Unternehmen, das Kalender, CDs und DVDs, Bücher, Fotos und den Kauf einer originalen paraguayischen Harfe anbietet.

Er ist mit seiner Musik auf Kreuzfahrtschiffen unterwegs, unterhält einen Blog über seine vielen Reisen. „Ich bin 1996 nach Kanada ausgewandert, habe 40 Länder bereist und rund 5 000 Konzerte gespielt“, betonte er.

In die Welt erhielt er erstmals Kontakt durch ein Radio, das sein Vater 1967 mit nach Hause brachte. Da war er sieben Jahre alt. „Das Radio wird zu uns sprechen“, hatte der Vater damals gesagt, und lange war ein christlicher Sender die einzige Information, die durchdrang.

Darauf setzt Klassen nach wie vor. „In entlegenen Regionen werden kleine Radios solarbetrieben mit nur einem Knopf für On/Off aus Flugzeugen geworfen zur Informationserlangung der Finder“, behauptet er. Sogar über Nordkorea seien solche Radios heruntergeflogen.

Mit Aussagen wie „Die Leute brauchen Jesus“ oder Mission ist doch super, oder?“, kommentierte Eduard Klassen wiederholt seine Musikstücke.

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