Vereine legen Kranz am Ehrenmal nieder

Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft

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Die Schützenvereine aus Lemförde und Quernheim legten am Ehrenmal in Lemförde einen Kranz nieder. 

Lemförde - Vor der Kapelle des Lemförder Friedhofes und dem Kirchenkreuz aus Doppelstahlträgern steht ein schlichter querformatiger Sandstein mit der Aufschrift: „Niemand wird sie mir aus der Hand reißen“ aus dem Johannes Evangelium.

Vor diesem Ehrenmal versammelten sich Sonntag nach dem Gottesdienst am Volkstrauertag mit Pastor Eckhart Schätzel der Posaunenchor Lemförde und Abgeordnete der Schützenvereine Lemförde und Quernheim.

Der als stille Feiertag geltende Volkstrauertag gehört nicht zu den kirchlichen, sondern zu den vom Staat eingeführten Gedenktagen. „Zu Ehren aller Toten legen wir im Namen der Gemeinde Quernheim und des Flecken Lemförde heute diesen Kranz nieder“, formulierte es Flecken-Bürgermeisterin Stephanie Budke-Stambusch. Dabei ermutigte sie die Anwesenden, an diesem stillen Sonntag der Trauer Raum zu lassen, denn dem Volkstrauertag sei Schreckliches, Unfassbares und viel Leid vorhergegangen. In seiner Predigt sei Pastor Schätzel auf die Thematik des Tages insbesondere durch die Fürbitten der Konfirmanden eingegangen.

Eingeführt wurde der Volkstrauertag am 28. Februar 1926 als Gedenktag der gefallenen Soldaten im Ersten Weltkrieg, dem war 1919 ein entsprechender Vorschlag vorausgegangen. Unter der nationalsozialistischen Herrschaft hieß der Tag „Heldengedenktag“ mit dem klaren Fokus, dass das Gedenken der Toten nicht mehr im Zentrum stehen sollte. Nach dem Schock des verheerenden Zweiten Weltkrieges wurde der Feiertag erst wieder 1948 eingeführt und wird seit 1952 immer zwei Wochen vor dem ersten Adventssonntag gefeiert. Dieses Datum ist sehr bewusst gewählt, um sich von der Heldenverehrung abzugrenzen und weil in dieser Zeit im Kirchenjahr die Themen Tod, Gedenken und Ewigkeit dominant sind.

Budke-Stambusch und der neue Bürgermeister von Quernheim, Diethelm Schmidt, erweiterten das Gedenken: „Wir denken heute an Opfer von Gewalt und Krieg, wir gedenken der Soldaten, die in den Weltkriegen starben, der Vertriebenen und Flüchtlinge, die ihr Leben ließen.“ Weiter der Verfolgten und Getöteten des Gewaltregimes des Nationalsozialismus und derer, die Widerstand leisteten und mit dem Leben bezahlten.

Die Trauer galt aber auch der Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage, Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung. Aktueller denn je, sei das Nachdenken darüber, dass gerade jetzt wieder Hass und Gewalt gegen Fremde und Schwache an der Tagesordnung seien überall in der Welt.

„Aber unser Leben steht im Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung unter Menschen und Völkern“, betonte die Bürgermeisterin des Fleckens Lemförde. Der niedergelegte Kranz galt somit als Symbol für Gedenken, Trauer, Verständigung und Frieden.

Wie in Lemförde, so gedachten gestern auch an anderen Orten Menschen der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. 

sbb

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