Der Garten als Galerie

„Behausung“: 14 Künstler stellen in Hüde aus

Die Osnabrücker Künstlerin Christine Wamhof mit ihrer Installation „Geschlüpft“.  - Foto: Bechtel

Hüde - Von Christa Bechtel. „Im Garten lässt sich Kunst schaffen, Kunst gestalten, Kunst erfahren und Kunst kommunizieren.“ Das ist seit 2011 das Motto der Bildenden Künstlerin Gerlinde Buddrick, die seinerzeit den Hüder Skulpturengarten ins Leben rief. Auf einer Fläche von einem Hektar bietet sie nun erneut 14 Künstlern Raum, sich facettenreich zu präsentieren. Das Thema in diesem Jahr: „Behausung“.

Zur Vernissage begrüßte Gerlinde Buddrick nicht nur die Künstler, sondern auch eine Vielzahl an kunstinteressierten Gästen aus dem Wittlager Land, der Dammer, aber auch der Diepholzer und Wagenfelder Region und natürlich aus der Samtgemeinde „Altes Amt Lemförde“.

„,Behausung‘ ist ein Thema, was mich persönlich stark berührt, weil ich auch ‚Design‘ studiert habe, also Dinge einrichte“, erklärte die Künstlerin, die den Besuchern den Dialog des Abtastens veranschaulichte: „Ich gucke immer: Welche Künstler machen was und passt das zu dem Thema, das ich habe. Entweder haben die Künstler passende Arbeiten oder sie kreieren neue direkt für diese Ausstellung.“ Sie versuche, möglichst unterschiedliche Kunstrichtungen und Materialien zu zeigen. Buddrick: „Mein Lieblingsthema sind Installationen, die ich sehr spannend finde.“

Vielfältiges Wohnen 

Das Thema „Behausung“ beinhalte geordnetes, aber auch ungeordnetes Wohnen. Behausungen würden Schutz ganz unterschiedlicher Art bieten, ging die Gastgeberin auf das vielschichtige Motto ein. Ihr abschließender Dank galt allen Helfern und Künstlern. Während eines Rundgangs stellte Gerlinde Buddrick dann die einzelnen Stationen nebst Künstlern vor.

Die Bildhauerin Rita Bieler aus Stuhr hat vier Arbeiten aus Ton und Keramik geschaffen, die aber manch Betrachter für Metall hält. Mit viel Feingefühl hat sie ein Geflecht konstruiert, das für manchen Garten zum besonderen Blickfang wird. Ebenso steuerte die Bildhauerin Ulrike Möhle aus Syke-Okel sechs Werke zur Ausstellung bei, die erläuterte: „Ich arbeite mit der Form, also Module, die ineinander greifen, die aufeinander stehen. Zwischen-, Innen- und Außenräume sind Themen der Skulptur, aber auch der Architektur, die Menschen beherbergen soll.“

Bildhauer und Zeichner Willi Weiner kommt aus Stuttgart. „Was ich noch nie gesehen habe: Dass jemand Landschaften und Ausschnitte bildhauerisch umsetzt“, schwärmte Buddrick mit Blick auf Weiners drei Arbeiten. Das Besondere: „Dass sie in der Bearbeitung Spuren hinterlassen.“ Das geschehe mit Hammerschlägen, „um sie zu formen, zu treiben, aber auch zu stabilisieren“, so der Künstler.

In der zum Grundstück gehörenden Allee hat die Bildende Künstlerin Annerose Bekuhrs aus Hannover Rettungsschlafsäcke aufgehängt, „die eine Spiegelung ergeben“, stellte die Künstlerin dar, der es nicht um Schönheit, sondern um Andersartigkeit geht.

Einfache Formen 

Der Bildhauer Ulrich Kuhlmann aus Velen/NRW hat bei seinen Arbeiten aus Cortenstahl/Bronze eine einfache und klare Form, Reduktion ist eines seiner obersten Gesetze. Kinetiker Willi Reiche aus Wachtberg/NRW hat seine Kunstmaschine „Holy Prong“ nach Hüde gebracht, die Anklänge an buddhistische Tempel und Pagoden aufweist. 

Die gemeinsame Arbeit der Architekten Günter Schmidt und Max Höldl aus Hannover ist eine Referenz an das 100-jährige Bauhaus und das archaische wie abstrakte „Tore-Objekt“ von Max Bill. Bildhauer Matthias Stuchtey aus Berlin wirft mit seinen Objekten und Skulpturen auf subtile Weise aktuelle gesellschaftliche Fragen des urbanen Lebens auf. Die Bildende Künstlerin Christine Wamhof aus Osnabrück wählt bewusst Materialien aus dem Alltag, die zu Haut und menschlichem Körper in Bezug stehen, sodass ihre Werke „Geträumt“ und „Geschlüpft“ ein Eigenleben entwickeln.

Gerlinde Buddrick hat in ihren vier Arbeiten bewusst „arme“ Materialien, die zum Teil vergänglich sind, Billigprodukte, ausrangierte Gegenstände oder gebrauchte Textilien aller Art verwendet. Aus denen hat sie witzige, irritierende Objekte geschaffen. Erstmals hat Buddrick mit Margit Arndt aus Süstedt auch eine Malerin, die ihre Werke, in denen Häuser mal in geschlossenen Formationen, mal wuselig verschachtelt dominieren, in der Diele ausstellt. Ebenfalls in der Diele präsentiert sich Bärbel Hische aus Cloppenburg mit der Installation „Gelbe Tapete“. Einfühlsam hat sie die Aussage des gleichnamigen Buches interpretiert, aus dem Dr. Uta Fleischmann am Sonntag, 25. Juni, 15 Uhr, lesen wird. Der Skulpturengarten kann bis zum 3. September besucht werden.

www.skulpturengarten-duemmersee.de

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