„Der ganz normale Wahnsinn“

Diesjähriger Großmarkt zweigeteilt – wettertechnisch und besuchermäßig

Optimales Marktwetter lockte am Montag und Dienstag die Besucher in Scharen nach Brockum. Durch die Marktgassen war kaum ein Vorwärtskommen. - Foto: Benker

Brockum - Von Horst Benker. „Das ist der ganz normale Wahnsinn.“ Mit diesen Worten begann Dienstagnachmittag Brockums Bürgermeister Marco Lampe sein Resümee zur 459. Auflage des Großmarktes in dem rund 1.000-Seelen-Dorf. „Wir hatten einen zweigeteilten Markt – wettertechnisch – und damit auch besuchermäßig“, fügte er hinzu.

„Der Montag war der beste seit Jahren. Heute ist ein Superdienstag“, Lampe zu den Besucherzahlen. Damit rissen der Montag, von vielen als Brückentag genommen, und der finale Viehmarkt am Reformationstag den Samstag und Sonntag wieder heraus, sodass auch in diesem Jahr die Marke von 200.000 Besuchern wieder erreicht worden sein dürfte. „Der Samstag und der Sonntag lagen unter den Vorjahreszahlen“, schätzte Lampe.

Allerdings riefen die unterschiedlich hohen Besucherzahlen unterschiedliche Resonanz bei Aus- und Schaustellen sowie den Marktverantwortlichen hervor. Letztere waren insgesamt mit der Bilanz sehr zufrieden. Dagegen haderten einige Gewerbetreibende mit dem „Gedränge und Geschiebe“ in den Gewerbezelten. „Samstag und Sonntag war angenehm. Da haben wir einige gute Verkaufsgespräche geführt und Geschäfte getätigt. Heute dagegen schieben sich die Besucher nur so an den Ständen vorbei“, bedauerte Dietmar Emshoff von der Firma Grotemeier am Montag. Das war der Familientag und die Gewerbeausstellung gewährte freien Eintritt.

Parkplätze wurden zur Mangelware

Dienstag zum Viehmarkt setzte der Besucherstrom schon frühzeitig ein. Aus allen Himmelsrichtungen rollten Personenwagen und Busse zum Ort des Geschehens. Parkplätze wurden zur Mangelware an diesem Feiertag. „Wir haben noch nie so viele Autos auf einen Haufen gesehen“, meinten Margret und Wilhelm Kummer aus Tonnenheide, die sich am Nachmittag in den Markttrubel stürzten. Der Viehmarkt war zu diesem Zeitpunkt nahezu gelaufen.

Zahlreiche Vierbeiner und jede Menge Federvieh hatten bereits den Besitzer gewechselt. Die 31 Großpferde wurden zum Preis von 1.500 bis 4.000 Euro gehandelt. Die Ponys bis zu einem Stockmaß von 148 Zentimetern erlösten Preise von 200 bis 2.500 Euro. Die 26 Esel waren für Preise zwischen 300 und 650 Euro zu haben.

Aufgetrieben waren auch zehn Zuchtbullen von der Bayern-Genetik bis zu einem Gewicht von 800 Kilogramm. Sie kosteten bis 2.500 Euro. Weibliche Kälber waren für 650 Euro zu haben, männliche brachten es bis auf 950 Euro. Schafe und Ziegen wurden zwischen 70 und 160 Euro gehandelt.

Brockumer Großmarkt - Montag und Dienstag

Ergänzt wurde das Großvieh durch jede Menge Kleintiere wie Kaninchen, Mäuse und Meerschweinchen sowie zahlreiches Federvieh. Letzteres reichte von Kanarien und Wellensittichen über Tauben, Hühner, Enten und Gänsen bis hin zu Wachteln und Pfauen.

Leicht gedrückte Stimmung bescherte den Verantwortlichen des Marktes der Tod eines Friesenpferdes. Es war auf dem Gelände plötzlich zusammengesackt und verstorben. „Das Veterinäramt vermutete als Ursache Stress“, sagte Marco Lampe. Insgesamt habe der Viehmarkt aber ein „schönes Bild abgegeben“.

Keine besonderen Vorkommnisse hatten ihm die Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, Sicherheitsdienst und Rettungswache vermeldet, obwohl diese zum Teil „durchmachen“ mussten, weil in den Festzelten bis in die frühen Morgenstunden gefeiert wurde.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Israels Armee riegelt Gazastreifen nach Raketenangriffen ab

Israels Armee riegelt Gazastreifen nach Raketenangriffen ab

Tödlicher Unfall zwischen Clues und Heiligenfelde

Tödlicher Unfall zwischen Clues und Heiligenfelde

Altpapiercontainer gerät in Brand

Altpapiercontainer gerät in Brand

„Helene Fischer Show“ 2017: Alle Infos zu Gästen, Sendetermin und Live-Stream

„Helene Fischer Show“ 2017: Alle Infos zu Gästen, Sendetermin und Live-Stream

Meistgelesene Artikel

Raucher löst Feuerwehr-Einsatz in Bassum aus

Raucher löst Feuerwehr-Einsatz in Bassum aus

Rat Wagenfeld verabschiedet den Haushalt 2018

Rat Wagenfeld verabschiedet den Haushalt 2018

Eröffnungsfeier in der neuen Dekra-Station an der Dieselstraße

Eröffnungsfeier in der neuen Dekra-Station an der Dieselstraße

Blaulichtfahrt zur Geburt – Ausschuss erörtert Antrag von „Die Partei“

Blaulichtfahrt zur Geburt – Ausschuss erörtert Antrag von „Die Partei“

Kommentare