Mehr als 1 000 Besucher begeistert von den Auftritten der Shanty-Chöre

Ein fulminantes Festival

Mit den „Dei Windbräkers“ aus Mühlen ging das Publikum am Nachmittag auf Kaperfahrt. Nachwuchssorgen hat der Chor nicht, neben Justus hat der Chor einige junge Sänger.

Lembruch - Das Wetter schien eine Horde Piraten und Seefahrer an den Dümmerstrand in Lembruch geworfen zu haben. Blauer Himmel, Wolken, Wind, weißer Sandstrand und die Gesänge von selbsternannten Seemännern aus dem Nordwesten dominierten das Bild zum fulminanten Abschluss des diesjährigen „Der Dümmer brennt“.

Perfekt der Drei-Tage-Urlaub am See mit Unterhaltung pur, Feuerwerk, Musik, Party, Regional-Gottesdienst und dem zehnten Shantychor-Festival mit sechs Shanty-Chören. Am Wochenende zeigte sich der Binnensee einmal mehr von seiner reizvollen Seite: Während rund 1.000 Gäste von Sonntagmittag bis in die Abendstunden den Liedern von Meer, Heimat, Sehnsucht und der großen Liebe zum Meer und dem Seemannsgarn lauschten und sich prächtig amüsierten, schliefen andere eingekuschelt in eine Decke am weißen Strand. Die Promenade vor der Seestraße machte ihrem Namen am Sonntag alle Ehre.

Viele Besucher schienen geblieben zu sein vom Dümmerbrand-Samstag, um bloß das Shantychor-Festival nicht zu versäumen. Manche waren extra angereist nur wegen ihres „Lieblings-Shanty-Chores“. Das Jubiläums-Festival wurde zur Superlative der „Geh mit uns auf große Fahrt“ - Einladung seitens der sechs Chöre. Den Dümmer vertraten der Gastgeber Shanty-Chor Dümmersee und der in Lembruch heimische Shanty-Chor Grawiede. 

Vom anderen Ufer des Sees kamen der Shanty-Chor Lohne „Dei Binnenschippers“, der Artländer Shantychor „Die Hasejungs“ aus Badbergen und der Shanty-Chor „Dei Windbräkers“ aus Mühlen. Das Publikum fieberte dem beliebten Piratenchor „De Stormvogels“ aus Emmen, Niederlande, entgegen. Zu schön die Gesänge, das Piratenoutfit und das freundliche Wesen der Freunde aus den Niederlanden. „Hartelijk welkom bij het Dümmermeer“ heißt das auf Holländisch.

Die Sturm geprüften „Vögel“, die bereits zum achten Mal Gast am Dümmer waren, konnten den Gästen schon Angst und Bange machen, wenn sie wie Jack Sparrow aus dem Piraten-Blockbuster „Fluch der Karibik“ mit Säbel, Pistole, Augenklappe am Strand auftauchten. Sie waren aber brav und ohne Schatzkiste unterwegs, genossen das Dümmer-Klima und träumten ihre Piratenträume. An den Instrumenten wirken die Mitglieder wie Mick Jaggers in Piratenkostümen.

In den zwei Teilen des Festivals begeisterten alle sechs Chöre jeweils zwei Sets lang ihre Fans. Die waren jünger, jung, älter und alt und sie klatschten, sangen textsicher mit, schunkelten und tanzten. Hans Groenendal, Vorsitzender Pirat der „De Stormvogels“, bat eine ältere Dame aus Lübbecke, die sich nicht auf dem Stuhl halten konnte, zum Tanz, bevor er als Solo „Conquest of Paradise“ mit Pathos schmetterte.

So eng die Liebe zu den Liedern vom Meer vereint, so unterschiedlich rissen die Chöre das Publikum hin: In Santiano-Anlehnung der Chor aus Lohne, die mit dem wenigsten Wasser vor Ort, ließen verlautbaren, dass sie frei wie der Wind sind, fuhren in einem bekannten „Yellow Submarine“ das erste Mal und luden auf Kaperfahrt Männer mit Bärten ein. „Whiskey in the Jar“ mochten neben „Dei Binnenschippers“ aus Lohne auch „De Stormvogels“.

Ruhigere Töne schlugen „Dei Windbräkers“ aus Badbergen an, sehnten sich nach „Schön ist die Liebe im Hafen“ von Carl G. von Bazant. Die Chöre brachten das, was das Publikum hören wollte am Strand des Sees, wohl kaum ein Klassiker der Seemannslieder fehlte. Weder die „Reeperbahn nachts um halb eins“ noch „Antje, mein blondes Kind“ oder „Seemann, Deine Heimat ist das Meer“. Einer der weitesten Träume ging nach „Californio“.

Vorsitzender Dieter Hohlt vom Shanty-Chor Dümmersee, der seit zehn Jahren das Event leitet, zeigte sich mehr als zufrieden mit dem Verlauf des Jubiläums. „Das Festival ist eine feste Institution geworden. Wir hatten im Vorfeld viele Anfragen von Gästen, die von weiter anreisen wollten.“ Außerdem fand der neue Standort des Festzeltes in unmittelbarer Nähe zu See und Deich allgemein sehr viel Zustimmung.

„Eine gute Idee war die Öffnung des Zeltes seitlich mit Blick auf die Bühne, das lockte sicher zusätzliche Zaungäste an“, so Hohlt.

Dümmerbrand in Lembruch

Der Shanty-Chor Dümmersee wollte das zehnjährige Jubiläum mit befreundeten Chören und für die Gäste feiern. Das ist ihm mehr als gelungen.

sbb

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