Fünftes Schäferhoffest lockt zahlreiche Besucher aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen nach Stemshorn

Natur erleben, Handwerk kennenlernen

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Die Strickeschläger aus Drohne zeigten eindrucksvoll, wie haltbare Stricke in früheren Zeiten noch per Hand hergestellt wurden.

Stemshorn - Schon die Autokennzeichen aus Osnabrück, Wilhelmshaven, Rendsburg, Herford, Bielefeld, Vechta, Minden, Bremen und natürlich Diepholz ließen es am Sonntag am Schäferhof erahnen, dass hier etwas Besonderes angeboten wurde. Richtig! Schäfermeister Michael Seel und seine Familie sowie der Verein Naturraum Dümmerniederung hatten anlässlich der fünften Auflage des Hoffestes ein buntes Programm organisiert und dazu einige Aussteller und Kooperationspartner aus der Region zur Unterstützung eingeladen.

„Das Wetter haben wir im Griff; unsere Freunde haben wir wieder alle eingeladen“, strahlte bereits am frühen Nachmittag ein zufriedener Michael Seel. Besonders begeistert zeigte er sich darüber, dass die Sensedengelfreunde aus Jever angereist waren. Die hatten am Vortag noch an einer Meisterschaft in Wiesmoor teilgenommen und zeigten den Gästen nun, dass die Sense ihre Schneide durch das Dengeln bekommt. „Wir haben uns auf dem Landpartie-Treffen bei Heike Götz (NDR-Moderatorin) kennengelernt, zu dem die Archehöfe immer eingeladen werden“, verdeutlichte Seel, dass der Schäferhof ebenfalls ein Archehof ist.

Des Weiteren konnten sich die Besucher von nah und fern aus erster Hand über die Schafhaltung und deren Bedeutung für den Naturschutz in der Dümmerniederung informieren. Beeindruckend demonstrierten Hobbyschäfer Peter Müller aus Hüde und sein Bordercollie „Skip“ sowie Laura Seel und ihre Hütehündin „Nora“ wie man mit ausgebildeten Hunden eine ganze Schafherde steuern kann. Auf der Streichelwiese freuten sich dagegen die diesjährigen Lämmer über so manche Streicheleinheit. Und wer noch mehr Lamm hautnah spüren wollte, konnte sich im mobilen Fotostudio von Oliver Lange kostenlos mit dem Lämmchen „Max“, das just an diesem Tag drei Monate alt wurde, fotografieren lassen. „Wir bieten diese Fotos an um zu zeigen, dass wir hier in der Naturschutzstation beziehungsweise im Naturschutzgebiet die Schafe für die Landschaftspflege benutzen. Dass das auf diesen schwierigen Böden wunderbar funktioniert“, erläuterte Lange.

Alte Fertigkeiten sollen

nicht vergessen werden

Doch auch der Geflügelverein Bohmte und Umgebung präsentierte sich ebenso wie die Drohner Strickeschläger mit Geschäftsführer Wilhelm Gülker an der Spitze, der Herdbuchverein für die Diepholzer Gans mit Vorsitzendem Horst Johanning, die Archegruppe Nord-West, die Naturschutzstation Dümmer vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) sowie die kooperierenden Naturschutzverbände Naturschutzring und die Natur- und Umweltschutzvereinigung Dümmer (NUVD). Ferner stellten sich die Infopartner des Dümmer-Kleeblatts sowie das DümmerWeserLand vor. Imker Meier aus Preußisch Oldendorf zeigte seine Produkte, „um den Leuten das Imkern näherzubringen, damit wieder ein Gespür für die Bienen aufkommt“, erklärte er seine Intention. Michael Seel steuerte dazu seine Korbimkerei bei. „Damit man sieht, wie man in Kisten und Körben imkern kann“, so Seel.

Ein besonderes Handwerk stellten Sabine Jordan aus Dielingen und Sabine Adams aus Osnabrück vor: Das Spinnen mit superweicher Schnuckenwolle. Denn: „Wir möchten nicht, dass dieses schöne alte Handwerk vergessen wird“, betonten die beiden Spinnerinnen. Annemarie Richard steuerte zum Hoffest ihre Bilder in Aquarell, Kreide, Acryl oder Bleistift bei. Ihre Lieblingsmotive sind die Vögel am Dümmer. Zudem gab der Hegering Lemförde eine kleine akustische Kostprobe mit seinen Jagdhornbläsern. Und auf die jüngeren Besucher wartete aus Heuballen eine Kletterburg, die so manches Kind „bezwang“.

An kulinarischen Leckereien gab es Schnucken-Bratwurst und Lamm-Gyros mit Spaltkartoffeln. „Ich sage immer: Erhalten durch Aufessen“, meinte Michael Seel schmunzelnd mit Blick auf die Fleischgerichte. Im Kommunikationsforum „Alter Schafstall“ hatte Familie Seel eine Cafeteria platziert, wo es köstlichen selbstgebackenen Kuchen gab. Aber auch die kleine Ausstellung der Arbeitsgemeinschaft Eulenschutz, die dort die heimischen Eulenarten präsentierte, lockte so manchen Besucher in das Forum. Alles in allem ein Hoffest-Programm für jeden Geschmack.

cb

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