Friedrich-Otto Fenneker 100 Jahre alt

Immer interessiert am Leben

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Friedrich-Otto Fenneker wird heute 100 Jahre alt.

Lembruch - Er ist ganz Galan, schick gekleidet, höflich, fragt nach und nimmt, darauf ist er sehr stolz, keine Medikamente. Heute feiert Friedrich-Otto Fenneker seinen 100. Geburtstag in Lembruch im eigenen Haus. Von dort aus schaut er bis zum Dümmer.

„Dort fuhr mein Vater“, so berichtet Tochter Margarethe Schimade, „bis letzten Sommer bei gutem Wetter immer mit dem Elektromobil an den See. Wie es dieses Jahr sein wird, das entscheiden wir spontan je nach Wetter und Gesundheit.“ Aber auch sonst würde er Ausfahrten sehr genießen, sich über jede Unterhaltung freuen und noch immer neugierig auf das Leben und auf die Menschen, die ihm begegnen, sein. Das Diepholzer Kreisblatt liegt, wie bereits gelesen, unter seiner Leselupe an seinem Lieblingsplatz am Fenster auf dem Tisch. Seit 2013 wird der Senior von Pflegekräften betreut, Leszek Turkowiak, wohnt im Obergeschoss des Hauses und umsorgt und verwöhnt ihn.

Hundert Jahre, da bleiben bestimmte Eckdaten im Kopf: Geboren ist Friedrich-Otto Fenneker am 6. Februar 1916 mitten im Ersten Weltkrieg als zweiter Sohn. Er wuchs in Marl-Fladder auf und besuchte die Volksschule in Marl bis er zur Mittelschule nach Diepholz wechselte. „Aber meine Mittlere Reife machte ich in Osnabrück“, wirft der Senior ein und erinnert sich, dass er dort mit dem Zug hinfuhr und dort auch tageweise in Pension blieb und mit dem Rektor der Jungenschule zu Mittag aß. Die Konfirmation erlebte er 1930 in Burlage. Nur sechs Jahre später verbrachte er den Arbeitsdienst in Drentwede. „Wir fuhren bis Twistringen mit dem Zug und dann mit dem Fahrrad ins Moor“, erinnert er sich sehr gut. 1938 wird er einberufen zur Infanterie nach Lüneburg und nimmt ab Beginn des Zweiten Weltkrieges daran teil. 1942 wird er vor Sewastopol/Krim schwer verwundet und muss ein Jahr im Lazarett verbleiben.

Als der Jubilar lebend zurück ist, arbeitet er auf dem elterlichen Hof im Fladder, heiratet 1949 Hildegard, geborene Reibstein aus Göttingen. Die beiden bekommen zwei Kinder: Margarethe wird 1950 und Sohn Friedrich 1955 geboren. Der Sohn übernimmt den Hof, verstirbt aber 2006 kurz nach seiner Mutter Hildegard. Doch die gemeinsame goldene Hochzeit erlebte das Paar Fenneker 1999, es gibt zwei Enkel- und drei Urenkelkinder. 2006 zieht der Senior nach Lembruch, wo er heute lebt. Solange seine Augen es gut zuließen, spielte er leidenschaftlich Karten, ist stolz, dass er nach dem Kriegslazarett nie im Krankenhaus war und keine Medikamente einnehmen muss. „Das Gedächtnis darf mit 100 Jahren aber auch Lücken haben“, resümiert die Tochter.

Urlaub machten Fennekers gern in Bad Pyrmont, waren am Nordkap und erholten sich bei Flusskreuzfahrten.

sbb

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