Zirkus Frankalli sucht geschützte Stellfläche

Noch immer kein Quartier für den Winter

Zirkusdirektor Harry Frank sucht für seine Tiere und die Familie noch immer ein geschützes Winterquartier mit festem Boden. 
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Zirkusdirektor Harry Frank sucht für seine Tiere und die Familie noch immer ein geschützes Winterquartier mit festem Boden. Archiv

Lemförde – Noch immer hat der kleine Wanderzirkus Frankalli in Lemförde seine Zelte aufgeschlagen. Die Suche nach einem Winterquartier mit festem Untergrund blieb bisher erfolglos.

Mitte März war die fünfköpfige Zirkusfamilie mit ihren fünf Ponys und zwei Dromedaren im Zuge des Frühlings-Lockdowns auf einer Wiese an der Unteren Bergstraße gestrandet und seitdem wegen fehlender Einnahmen und fortlaufender Kosten auf die Unterstützung der Bevölkerung angewiesen. Das ist auch derzeit noch nicht anders – im Gegenteil. „Wir sind dringender als je zuvor auf Unterstützung für unsere Tiere und uns angewiesen. Es geht mittlerweile ums nackte Überleben“, sagt Zirkusdirektor Harry Frank resigniert mit hängenden Schultern.

Als Drei-Mann-Kapelle habe er mit seinen beiden Söhnen mit vereinzelten Auftritten und Gelegenheitsjobs wenigstens ein bisschen hinzuverdienen können. „Aber auch diese Möglichkeit fällt nun weg und andere Arbeit zu bekommen, ist für Menschen wie uns, ohne festen Wohnsitz, nicht gerade einfach.“ Ob und wann das Corona-Hilfspaket der Bundesregierung die Familie Frank erreicht, steht in den Sternen.

Nicht minder belastend ist die bisher erfolglose Suche nach einem Winterquartier, wo die Familie, ihre Tiere und der Fuhrpark bis zum Start der Saison 2021 eine Bleibe finden.

„Wir suchen jemanden, der ein leeres Grundstück für die Fahrzeuge und eine Halle für unsere Tiere und für das Training hat,“ hofft Frank, dass sich in der Bevölkerung des näheren und weiteren Umlandes doch noch jemand findet, bei dem man kostengünstig ein solches Areal anmieten könne. „Wir würden zur Not auch ein Umsiedeln im Umkreis von 70 bis 100 Kilometern in Kauf nehmen, wenn das Gelände passt.“

Auch für Hinweise seitens der angrenzenden Kommunen und Landkreise oder einen vermittelten Kontakt wären die Franks sehr dankbar. „Es geht um keine Verpflichtung zur weiteren Unterstützung“, unterstreicht Frank, vermutend, dass darin der Grund für ausbleibende Angebote liegen könnte. Ein ins Auge gefasstes Gelände hatte sich aus genehmigungsrechtlichen Gründen zerschlagen.

Der benötigte Platz mit festem Untergrund für die Wohnwagen müsste etwa 30 mal 70 Meter umfassen, die Halle für die Tiere und das Training mindestens 10 mal 20 Meter. „Falls letztere fehlt würden wir bei größerer Außenstellfläche die Wagen schützend in die Runde stellen und in der Mitte windgeschützt ein Zelt für Training und Tiere aufbauen“, erläutert der Zirkuschef. Die Tiere irgendwo anders unterzustellen als in der Nähe der Wagen sei keine Option. „Die brauchen den menschlichen Kontakt und müssen regelmäßig bewegt werden.“

Sie hätten bisher großes Glück gehabt, dass sie den jetzigen Platz umsonst nutzen dürften und dass so viele Menschen in der schwierigen Zeit mit Spenden zur Seite stünden, zeigt sich Familie Frank unvermindert dankbar. „Ich wage fast gar nicht mehr um weitere Unterstützung zu bitten“, sagt Frank. „Aber dass die Veranstaltungen der Vorweihnachtszeit nun auch alle weggebrochen sind, ist das Schlimmste, was passieren konnte.“

Vor allem auf weitere Futterspenden sei die Familie jetzt angewiesen, gern nehme man auch Gutscheine für Lebensmittel. „Die Tiere gehen vor“, sagt Harry Frank. Auch für Gas und Heizöl sei man dankbar. Wie gehabt kann man Familie Frank unter der Rufnummer 0176/81012514 erreichen, um eine Spendenanlieferung oder -abholung zu vereinbaren oder – was genauso schön wäre – um ein geeignetes Winterquartier anzubieten.

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