„Tag des offenen Hofes“ in Brockum: Familie Kortenbruck lädt Bürger ein

„Frag doch mal den Landwirt“

Familie Kortenbruck und Landvolk-Vorsitzender Theo Runge (r.) würden sich zum „Tag des offenen Hofes“ am 12. Juni über viele kleine und große Besucher freuen. - Foto: Bechtel

Brockum - Von Christa Bechtel. Wie lebt es sich auf einem Bauernhof? Wie funktioniert moderne Landwirtschaft? Nur zwei Fragen von vielen, die Besucher von nah und fern am Sonntag, 12. Juni, von 10 bis 17 Uhr auf dem Hof Kortenbruck in Brockum hautnah beantwortet bekommen.

Gemeinsam mit dem Landvolk Niedersachsen, Kreisverband Grafschaft Diepholz, den Landfrauen und dem NDR1 Niedersachsen lädt Familie Kortenbruck dann zum 11. „Tag des offenen Hofes“ Jung und Alt ein, die Schweinehaltung und Ackerbau, regenerative Energien und Landleben aus erster Hand zu erleben. Niedersachsenweit sind zudem die Landjugend, aber auch einige Versicherungen dabei.

Rund 70 landwirtschaftliche Betriebe in ganz Niedersachsen öffnen an diesem Tag ihre Hoftore für die Öffentlichkeit – und der Hof Kortenbruck ist einer von ihnen. Betriebsleiter sind Ulrich Kortenbruck und sein Sohn Jan-Philipp, die insgesamt eine landwirtschaftliche Fläche von 180 Hektar zu bewirtschaften haben.

„Wir haben hier einen sehr vielfältig aufgestellten Betrieb, weil wir das Betriebskonzept der Kreisläufe haben“, erläutert Birte Brackmann, Mitarbeiterin Öffentlichkeitsarbeit des Landvolks mit Sitz in Sulingen, im Gespräch. Hauptbetriebsschwerpunkte seien Schweinehaltung und Ackerbau, verdeutlicht sogleich Juniorchef Jan-Philipp Kortenbruck. Dafür habe man zwei Betriebsstätten: Im Weißen Sande 10, am nordwestlichen Rand Brockums; die zweite liege etwa einen Kilometer weiter an der Mecklinger Straße.

Gäste sollen alle Bereiche sehen können

In Brockum werden etwa 230 Sauen gehalten und die Ferkel geboren, die nach rund vier Wochen von der Mutter abgesetzt werden. „Dann wiegen sie ungefähr sieben bis acht Kilogramm und kommen in den Ferkelaufzuchtstall an der Mecklinger Straße“, veranschaulicht der Landwirt. Ein Stall, der speziell für kleine Ferkel ausgerichtet ist, zumal es dort mit 28 bis 30 Grad schön warm ist.

Sind die Ferkel etwa 30 Kilo schwer, werden sie in den daneben stehenden Maststall umgetrieben. Hier bleiben sie, bis sie rund 120 Kilogramm erreicht haben, werden dann zum Schlachthof verkauft und von dort vermarktet. Geplant sei, so Jan-Philipp Kortenbruck, dass die Besucher zum „Tag des offenen Hofes“ in all diese Bereiche hineinschauen können. „Es wird einen Einblick in den sogenannten ‚Kreissaal‘ geben, dort, wo die Ferkel geboren werden. Auch da, wo die tragenden Sauen sind.

Aber ebenso am zweiten Standort können Interessierte in den Ferkelaufzuchtstall sowie in den Maststall schauen.“ An jeder Station würden zudem zwei Berufskollegen für fachgerechte Informationen zur Verfügung stehen – unübersehbar, da sie gelbe Westen tragen, auf deren Rücken steht: „Frag doch mal den Landwirt.“

„Da haben wir kleine Versuche gemacht, einmal ganz ohne Düngung und Pflanzenschutz“, signalisiert Jan-Philipp Kortenbruck, dass die „Landberatung“ ebenfalls informiert. Doch auch die Bodennutzung – 82 Hektar Mais, 77 Hektar Weizen, Gerste, Raps, zehn Hektar Grünland, acht Hektar Stilllegungsfläche, drei Hektar Wald – werde vorgestellt.

Vom Mais würden beispielsweise im Herbst nur die Körner mit dem Mähdrescher ausgedroschen. „Sie werden erntefrisch vermahlen und im Silohaufen einsiliert und das ganze Jahr über an die Schweine verfüttert“, erklärt der Jungbauer den Kreislauf. So werde auch die Gülle der Schweine wieder auf die Felder aufgebracht. „Dadurch kann man viel Mineral- und Kunstdünger einsparen“, weiß der Fachmann.

„Uns ist wichtig, dass wir eine Kreislaufwirtschaft haben, dass alles aufeinander abgestimmt ist: Die Sauen passen zu den Ferkeln, die Schweinehaltung passt zum Acker. Dass in sich alles autark ist“, betont Ulrich Kortenbruck. Neben all dem gibt es auf dem Hof auf verschiedenen Dächern Photovoltaikanlagen sowie seit knapp vier Jahren eine Windkraftanlage. Was nicht an Energie verbraucht wird, wird ins Netz eingespeist.

Vierstellige Besucherzahl erwartet

„Das ist schon eine Familie, die sich vielfältig einbringt“, freut sich Theo Runge, Vorsitzender des Landvolks Sulingen, der herausstellt: „Wir müssen versuchen, die nicht landwirtschaftliche Bevölkerung auf die Höfe zu bekommen. Dafür ist der ‚Tag des offenen Hofes‘ perfekt.“

Je nach Witterung rechnet Familie Kortenbruck am 12. Juni mit 3 000 bis 5 000 Besuchern. Und: „Alles was an Erlös übrig bleibt, soll an die örtlichen Vereine wie Sport- und Schützenverein oder Feuerwehr gehen, die uns an dem Tag tatkräftig unterstützen“, kündigt Ulrich Kortenbruck an.

Welche Höfe sich sonst noch in Niedersachsen am „Tag des offenen Hofes“ beteiligen, finden an Landwirtschaft Interessierte auch im Internet.

www.tag-des-offenen-hofes-niedersachsen.de

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